Breites Programm beim VHS-Sommercamp an der Dötlinger Hunte

Wenn die Natur die Fantasie beflügelt

Mirko, Niclas, Kai, Melwin und Mika (v.l.) sind kreativ. Sie haben eine „Firma“ gegründet und produzieren nun Armbänder, Gürtel und Handschuhe aus Leder. - Foto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Eigentlich erzeugt der Blick auf die Hunte bei Heike Agresti, Volker Wessels und Horst Ukena ein zufriedenes Lächeln. Diesmal ist es ein Stirnrunzeln. „Ganz schön hoch – der Wasserstand“, stellen sie fest und überlegen, ob sie das für diesen Tag geplante Programm im Naturerlebnis-Camp dennoch durchziehen können.

Geht es nach den 23 Kindern, die sich in dieser Woche an dem von der VHS organisierten Angebot im Zuge des Kultur- und Bildungsprojektes „talentCAMPus beteiligen, lautet die Antwort natürlich „Ja“. Die insgesamt fünf Betreuer sind noch unschlüssig und vertagen die Entscheidung auf den Mittag. „Erst einmal schauen, ob wir das benötigte Material zusammenbekommen“, so Agresti. Schließlich fehlen für das Vorhaben noch ein Kettenzug und ein langes Tau.

Die Kinder sind zuversichtlich und suchen sich vorerst eine andere Beschäftigung. An Möglichkeiten mangelt es rund um die Waldhütte des Polizeisportvereins in Dötlingen nicht. Schnell bilden sich Grüppchen. Während die einen mit Wessels zum Angeln an den wieder angeschlossenen Altarm bei der Aschenbeckschen Insel fahren, bauen die anderen mit Ukena einen Niedrigseilgarten auf.

Er entsteht direkt vor der Gemeinschaftsunterkunft, die die Kinder am ersten Tag aus dicken Ästen, Sträuchern und Blattwerk errichtet haben. „Das war unsere Kennenlern-Aktion“, erzählt Agresti, die gemeinsam mit Tochter Anna in der Waldhütte die Stellung hält.

Dort haben sich auch Niclas, Melwin, Kai, Mika und Mirko eingerichtet und eine eigene Firma gegründet. „Wir stellen Ledersachen her – Armbänder, Gürtel und Ketten“, berichten sie und präsentieren stolz ihre produzierte Ware. „Hier müssen noch Nieten drauf“, sagt Melwin, während Mika sich ein neues Stück Leder schnappt, aus dem Mal ein Handschuh werden soll.

Die Kreativangebote gehören ebenso zum „talent CAMPus“ wie die Naturerlebnisse. „Beides lässt sich hervorragend verbinden“, weiß Agresti. Bei einem Spaziergang durch den Wald lernten die 20 Jungen und drei Mädchen beispielsweise nicht nur Pflanzen- und Tierwelt kennen, sondern sammelten auch außergewöhnlich geformte Äste, die sie später zurechtschnitzten.

Zeichnen stand ebenso schon auf dem Programm wie Feuerkunst. Mit Flammen gestalteten die Kinder Bilder, die sie in eine Flasche steckten und in den Fluss warfen. „Mal schauen, ob wir auf unsere Post Antworten erhalten“, ist Agresti gespannt. Steine ausgraben und das Bogenschießen stehen bei den Kindern ebenso hoch im Kurs.

Anders als bei den Camps im Herbst und Frühjahr soll sich diesmal aber viel um die Hunte drehen. Zu Gast war bereits Ira Zylka von der Hunte-Wasseracht, die nicht nur berichtete, welche Tiere im und am Fluss leben, sondern auch darüber informierte, warum er seinerzeit begradigt wurde und dies nun wieder rückgängig gemacht wird.

„Eigentlich wollten wir heute eine recht lange Strecke in der Hunte laufen“, verrät Agresti. Die Kinder könnten dann nicht nur die Kraft der Strömungen spüren. Wer direkt im Wasser steht, könne auch viel mehr darin entdecken als vom Ufer aus. „Aus Sicherheitsgründen werden wir wohl nur ein kurzes Stück zurücklegen“, meint die Aschenstedterin. Den Floßbau hat sie wegen des durchwachsenen Wetter schon ad acta gelegt.

„Eine Hunteüberquerung wäre aber echt toll“, sagt sie. Dazu sollen dicke Seile über den Fluss gespannt werden, über die es dann gesichert von einem Ufer zum anderen geht. Die Aktion ist aber nicht nur wegen des Wasserstandes fraglich. „Wir brauchen auch ein längeres Tau“, so Agresti. „Und dann sind da noch die Brennnesseln“, erinnert Ukena an eine weitere Hürde. Die Kinder kommentieren dies nur mit einem „Na und?“.

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