Der Brettorfer Klaus Scheffer schnitzt mit der Motorsäge

Wenn die Späne fliegen

Die Motivwahl ist groß: Klaus Scheffer hat bereits Traktoren, Bären, Eulen und Sterne angefertigt.
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Die Motivwahl ist groß: Klaus Scheffer hat bereits Traktoren, Bären, Eulen und Sterne angefertigt.

Brettorf – „Die Figur steckt bereits im Holz, man muss nur alles drum herum wegschneiden, was nicht dazu gehört“, meint Klaus Scheffer und schmunzelt. Denn ganz so einfach ist es eben doch nicht, aus einem Baumstamm eine Skulptur zu sägen. Bereits 2004 hat der Brettorfer das Chainsaw Carving, das Schnitzen mit der Motorsäge, für sich entdeckt. „Damals hatte ich eine Ausbildung zum Forstwirt beim Forstamt Neuenburg begonnen, und einer der Arbeitskollegen ging diesem Hobby nach“, erinnert er sich.

Scheffer tastete sich langsam an diese besondere Art der Schnitzerei heran, formte erst vermeintlich einfache Objekte wie Tannenbäume und produzierte jede Menge Brennholz. „Die ersten zehn Eulen sind alle in den Ofen gewandert“, verrät er. Und auch heute noch gehe trotz der jahrelangen Erfahrung immer mal wieder etwas schief. „Es gibt Tage, da merkt man sofort: Das wird heute nichts“, weiß er. An anderen Tagen wiederum laufe es umso besser.

Für sein Hobby benötige er nicht viel – eine Motorsäge mit Carvingschiene, einen Gehörschutz und Holz. Grundsätzlich eigne sich jede Sorte. „Birke und Buche halten sich draußen aber nicht so gut“, berichtet Scheffer, der am liebsten zu Eiche greift. Der Forstwirt, umweltschutztechnische Assistent und zertifizierte Seilkletterer ist in „normalen“ Jahren häufig auf Märkten unterwegs, wo besonders der Krach der Motorsäge Schaulustige und Käufer seiner Werke anlockt. „Wegen Corona fiel das natürlich flach, und ich dachte, dass dies ein ruhiges Jahr wird“, so der Brettorfer. Doch weit gefehlt. Die Nachfrage sei riesig gewesen – nach Tierskulpturen, Adventsdekoration und Objekten, die zu Weihnachten verschenkt werden sollen. „Allein im Juni habe ich 13 Bänke angefertigt“, erzählt er.

„Atelier“ ist nicht der heimische Hof in Brettorf, wo Scheffer seit 2016 mit seiner Familie wohnt, sondern der Wald. Schließlich verursachten die Späne viel Dreck und die Motorsägen jede Menge Lärm. „Der stört mich mittlerweile ja selbst, da möchte ich die Nachbarn verschonen“, meint er. Zudem liebt der Forstwirt die Arbeit in der Natur. An der frischen Luft, abseits vom Gewusel, könne er abschalten.

Bei der Motivwahl ist Scheffer immer offen für Neues. „Grenzen sind lediglich die eigene Fantasie und die Dimension des vorhandenen Holzes“, sagt er. Wie vermutlich jeder Kettensägenschnitzer habe er mit Pilzen begonnen, um das Formen zu lernen. Ein Dauerbrenner seien Tiere wie Bären, Adler und Wildschweine. „Eulen gehen immer“, so der Brettorfer, der sich zur Weihnachtszeit auch mal an Engeln und Sternen versucht. „Die aufwendigste Arbeit war für eine Firma, für die ich ein 3,5 Meter großes Stück Pappel in eine Eule verwandeln sollte“, erinnert er sich. Scheffer arbeitete mit Gerüst, musste immer wieder ab- und aufsteigen, um aus der Ferne die Proportionen zu überprüfen. Für die Fertigstellung brauchte er mehrere Tage.

„Normalerweise versuche ich, die Konturen in einem Rutsch zu sägen. Für eine einen Meter große Eule benötige ich dann drei Stunden“, erzählt der Forstwirt. Das reiche in der Regel auch. Schließlich sei das Chainsaw Carving körperlich anstrengend. Jedes Werk, ob nun Vogelhaus, Bank oder Traktor, werde zum Abschluss noch – je nach Holzart – geölt oder lasiert. Das sorge für Wetterfestigkeit.

Weitere Informationen

gibt es im Internet unter www.klaus-scheffer.de.

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