In Dötlingen

SPD will mit Zuschuss zum Verzicht auf Pflanzenschutzmittel animieren

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Die mechanische Feldbearbeitung gilt als aufwendiger und teurer.

Dötlingen – Chemische Pflanzenschutzmittel genießen in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf. Für viele Landwirte gehören sie aber bei der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung dazu. Denn die mechanische Feldbearbeitung gilt als aufwendiger und teurer.

Um Landwirte dennoch zur Nutzung von Striegel und Hacke zu animieren, hat die Dötlinger SPD-Fraktion nun beantragt, eine Förderung für konventionell wirtschaftende Landwirte zu prüfen, die beim Maisanbau auf Chemie verzichten. Nutzen könnte die Gemeinde, wie Ratsfrau Insa Huck berichtet, den Betrag, den sie durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf öffentlichen Flächen einspart.

Bekanntlich hatte sich der Umwelt- und Energieausschuss im November dafür ausgesprochen, nicht gänzlich auf Chemie zu verzichten. Die Grünen hatten für eine „pestizidfreie Kommune“ plädiert. Die politische Mehrheit, darunter die SPD, war dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, den Einsatz von insgesamt drei Litern pro Jahr weiter zu gestatten. Der sonst entstandene Mehraufwand sei durch das vorhandene Bauhofpersonal nicht leistbar, hieß es damals. 

Die Rede war von „einem halben Mann“. Drei Liter entsprächen zudem der Menge, die konventionell wirtschaftende Landwirte mindestens auf einem Hektar Ackerland pro Jahr ausbringen, wie die SPD ihren Angaben nach auf Nachfrage bei der Gemeindeverwaltung erfahren hat. „Wir halten es für zweckmäßiger, Landwirte zu ermutigen, ihre Flächen anders zu behandeln, weil sich dort ein viel größerer Effekt erzielen lässt“, wiederholt Huck ihre Aussage von November.

Die SPD-Fraktion bittet deshalb die Verwaltung, die Einsparung beim Bauhof durch den Spritzmitteleinsatz überschlägig zu beziffern und für Landwirte mit Arealen im Gemeindegebiet einen ähnlichen Rahmen zu schaffen wie bei einem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisierten und von den Stadtwerken Delmenhorst bezuschussten Versuch. 

Bei diesem hatten 2017 zwei Landwirte aus dem Bereich Groß Ippener 15 Hektar Maisanbaufläche im Wasserschutzgebiet Annenheide nicht mit chemischen Mitteln, sondern mechanisch bearbeitet und im Ergebnis sogar einen Mehrertrag an Silomais erzielt. Durch diesen sowie den Zuschuss von 250 Euro pro Hektar konnten sie die höheren Kosten der mechanischen Bearbeitung von 150 bis 170 Euro pro Hektar mehr als auffangen. 2018 beteiligten sich schon zehn Landwirte an dem Modell. Die SPD schlägt vor, zum nächsten Umweltausschuss einen Vertreter der Landwirtschaftskammer einzuladen.  

ts

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