Günter Berger bekommt Preis für „Kulturübergreifende rhapsodische Orgelparaphrasen“

Die Weltreligionen einender Brückenschlag

Erneut mit einem Kompositionspreis bedacht: Günter Berger. Archivfoto: Oetjen

Dötlingen – Den vielen Preisen, die Günter Berger schon für sein musikalisches Schaffen verliehen bekommen hat, gesellt sich nun ein weiterer hinzu: Mit seinem Orgelwerk „Kulturübergreifende rhapsodische Orgelparaphrasen“ hat der Komponist aus Dötlingen die Jury im Rahmen des 19. internationalen Wettbewerbs der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg überzeugt. Berger errang den ersten Preis. Die frohe Kunde überbrachte Jurymitglied Johannes von Hoff schriftlich – in Kombination mit einem Terminhinweis: Bergers „rhapsodische Orgelparaphrasen“ werden am Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr, im Rahmen eines Preisträgerkonzertes in der Kirche St. Ansgar in Oldenburg-Eversten uraufgeführt.

Aufgabe sei es im Rahmen des Wettbewerbes gewesen, „eine kulturübergreifende Komposition zu schaffen und Brücken zu bauen zwischen den Religionen Christentum, Judentum und Islam auf der Grundlage eines frei gewählten Chorals“, erläutert Berger. „Es war mir möglich“, so fügt er aus, „dem eine synagogale Melodie hinzuzufügen, außerdem sogar den Gesang eines Muezzins einer Moschee in Kairo zu notieren, die ich vor Jahren dort abhören konnte und in unserer gebräuchlichen Notenschrift festhielt.“

In Bergers Orgelstück vollzieht sich das nahezu utopische Unterfangen eines Brückenschlags zwischen den auseinanderklaffenden Kulturen. Der Ansatz des Dötlingers, musikalische Elemente aus den monotheistischen Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum zu vereinen und „in einer Engführung“ miteinander zu versöhnen, um „in Akkorden der Resonanz symbolisch Gemeinsamkeit zu unterstreichen“, klingt für den Außenstehenden fast so, als hätte sich der renommierte Komponist von Gotthold Ephraim Lessings berühmter Ringparabel aus „Nathan der Weise“ inspirieren lassen.

Die Partitur birgt nach Ansicht Bergers durchaus „gesellschaftskritisches Potenzial“ in sich. Die Komposition beziehe „in organologer Umformung“ Tempel-Instrumente – Harfen, Posaunen, Zimbeln und Pauken – ein, die im 150. Psalm, also in vorchristlicher Zeit, Erwähnung fänden, während der Islam hingegen in seinen Moscheen auf jegliche Instrumente verzichte.

„Der gregorianische liturgische Pfingst-Hymnus aus dem zwölften Jahrhundert ist uns heute vor allem in Übersetzungen und in rhythmisch-melodischen Umformungen von Martin Luther und Heinrich Bone bekannt“, sagt Berger. Der Text der fünften Strophe – „Treib weit von uns des Feindes Gewalt, in deinem Frieden uns erhalt“ – habe auch im säkularen Bereich überzeitlich Geltung, stehe darum im Mittelpunkt musikalischer Vorgänge, wolle sich als sozial-politisches Fanal künstlerisch bemerkbar machen.

Neben von Hoff gehörten die Komponisten Christoph Keller, Michael Searby und Prof. Violeta Dinescu sowie der Wissenschaftliche Mitarbeiter Roberto Reale der Jury an.  boh

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Kinderfasching bei Puvogel

Kinderfasching bei Puvogel

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Meistgelesene Artikel

„hanseSWINGproject“ tritt auf

„hanseSWINGproject“ tritt auf

Gutachter: Blutbuche ist vital und schützenswert

Gutachter: Blutbuche ist vital und schützenswert

Windböe drückt Lastzug in Planke

Windböe drückt Lastzug in Planke

Erste Bäume vor der Klinik entfernt

Erste Bäume vor der Klinik entfernt

Kommentare