Welche Zukunft haben Landwirte?

CDU-Bundestagskandidat Philipp Albrecht moderiert Diskussion in Ohe

Sprechen über das Thema Landwirtschaft: Heinrich Dierkes, Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, CDU-Bundestagskandidat Philipp Albrecht und Karsten Padeken, Vorsitzender des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen (v.l.).
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Sprechen über das Thema Landwirtschaft: Heinrich Dierkes, Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, CDU-Bundestagskandidat Philipp Albrecht und Karsten Padeken, Vorsitzender des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen (v.l.).

Ohe – Welche Zukunft haben Bauern in Deutschland? Wie wird sich die Landwirtschaft entwickeln? Diesen Fragen stellten sich die vier Gäste von Philipp Albrecht am Freitagabend auf einer Podiumsdiskussion auf dem Hof der Familie Lüschen in Ohe. Mehr als 40 Landwirte waren der Einladung des CDU-Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Delmenhorst, Wesermarsch und Oldenburg-Land gefolgt, der die Diskussion moderierte.

Die stellvertretende Vorsitzende der Bundes-CDU, Silvia Breher, war digital zugeschaltet und begann die Vorstellungsrunde mit ihrer Einschätzung. „Landwirtschaft kann Tierwohl, Arten- und Klimaschutz.“ Unter den jetzigen gesetzlichen Vorgaben hätten die Landwirte keine Chance, etwas zu verändern, meinte hingegen Heinrich Dierkes. „Es wird immer von Tierschutz, Tierwohl und Klimaschutz gesprochen. Von Ernährung spricht keiner. Wir fahren die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland runter, weil wir sie woanders billiger kriegen“, betonte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.

40 Agrarier hören zu

„Die Landwirtschaft befand sich schon immer im Wandel. Das ist noch nie anders gewesen. Die Agrarwirtschaft ist ein gigantischer Markt“, hob der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, Franz-Josef Holzenkamp, hervor, um dann sehr konkret in die Zukunft zu blicken. „Wir können den Wettbewerb um die geringsten Produktionskosten in der Welt nicht gewinnen. Mehr Qualität statt Quantität. Es darf nicht zu Produktionsverlagerungen ins Ausland kommen. Wir sind immer noch Nettoimporteur, weil es in den Supermärkten ein Überangebot gibt. Die Politik muss handeln“, forderte der Agrar-Manager.

Dr. Karsten Padeken wurde noch konkreter: „Wir brauchen verlässliche Alternativen für die Bauern. Wir müssen die Junglandwirte mitnehmen“, analysierte der Vorsitzende des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen. Er wünsche sich eine veränderte Einstellung von Politik und Gesellschaft gegenüber den Bauern. „Die Agrarier sollten als gleichwertige Partner wahrgenommen werden. Öko ist keine Bringschuld der Landwirtschaft. Extraleistungen müssen auch extra bezahlt werden“, so Padeken.

„Die Landwirtschaft braucht faire Preise“

In diesem Punkt waren sich alle Teilnehmer einig. Ohne faire Bezahlung sei ein Wandel in der Landwirtschaft nicht zu machen. Dieser Auffassung schloss sich Dr. Christian Pundt, Landratskandidat für den Landkreis Oldenburg, an.

Er begann seine Ausführungen mit einem Statement pro Klimaschutz. „Wir wissen, Klimaschutz ist nicht mehr verhandelbar. Im Idealfall müsste eigentlich der Erzeuger die Preise vorgeben. Die Landwirtschaft braucht faire Preise“, so Pundt. Schließlich brachte es Padeken auf den Punkt: „Wir werden nicht umhinkommen, dass Ökodienstleistungen bezahlt werden.“

Ist die Diskussionsveranstaltung als Sinneswandel innerhalb der Landwirtschaft zu mehr Öko zu verstehen? Nein, meint Albrecht. „Ich habe in den vergangenen Jahren eine zunehmende Bereitschaft zur Veränderung wahrgenommen. Gerade der Generationswechsel auf den Höfen ist hier mit Sicherheit ein wichtiger Faktor. Allerdings war damals wie heute auch die Ablehnung von Veränderungen in der überwältigen Mehrheit der Fälle dadurch begründet, dass die Betriebe keinen Spielraum für höhere Standards ohne entsprechenden Ausgleich haben. Der daraus entstehende Eindruck, die Landwirtschaft sei per se nicht bereit für Veränderungen, täuscht“, resümierte der Bundestagskandidat.

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