Bis zum 7. Oktober können Besucher in Iserloy durch das Getreide irren

Von wegen Kinderspiel: Verloren im Maislabyrinth

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Orientierungslos beim Selbstversuch im Dickicht. 

Iserloy - Von Phillip Petzold. Der Spätsommer ist die Zeit der Maislabyrinthe. Auch in Iserloy lädt eines zum natürlichen Verirrvergnügen ein. Es zu durchschreiten sollte doch ein Klacks sein, schließlich sind Kinder und Familien die Hauptzielgruppe solcher Anlagen. Zeit für einen Selbstversuch.

Die Schatten werden länger, die Gänge dunkler. Wie lange bin ich schon hier drinnen? An der abgeknickten Pflanze bin ich doch schon mal vorbeigekommen. Oder nicht? Die Maispflanze als solche ähnelt ihren Artgenossen leider recht frappierend. Das erleichtert die Orientierung keineswegs. Auch mit dem Schuh in den Erdboden gezogene Markierungen helfen nicht, wenn ich ein drittes Mal über sie hinwegschreite. Wo Baumkronen über den Mais hinausragen, müsste das Feld doch zu Ende sein. Doch der Weg führt wieder von ihnen weg.

Dabei ging ich optimistisch an die Aufgabe heran. Ausgerüstet mit einem Kinder-Quiz und der Ansage, dass eine Runde durch das Labyrinth in etwa 30 bis 45 Minuten zu bewältgien sei, betrat ich das Kolben tragende Dickicht.

Muster ins Areal gemäht

Die Familie Garms hat den Irrgarten bereits im Mai angelegt. Die Maispflanzen standen erst zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch auf dem Feld, als Michael Garms auf dem fahrbaren Rasenmäher das Muster in das Areal mähte. „Wir haben längs und quer gesät, damit der Mais dichter steht“, erzählte Michael Garms, dessen Familie das Labyrinth und die Swingolf-Anlage daneben betreibt. Den Irrgarten entwirft sie jedes Jahr selbst. „Es darf nicht zu schwierig sein, weil Kinder sonst schnell die Lust verlieren“, so Garms weiter.

Aha, also eigentlich ein Kinderspiel. Der Druck wächst. Über mir surren die Windräder und werfen wandernde Schatten auf den feuchten Feldboden. Ich versuche mich an das Luftbild der letztjährigen Anlage zu erinnern. Doch das Feld ist ein anderes, das sogar etwas kleiner ist. Und zudem nicht über einen Notausgang verfügt.

Es gibt auch die Möglichkeit das Labyrinth als GPS-Schatzsuche zu durchwandern. An verschiedenen Stationen sind Fragen zu beantworten. Die sich daraus ergebende Zahlenkombination wird am Ziel in das Schloss eines Koffers eingegeben, wo der Schatz wartet. „Dieses Spiel ist besonders an Kindergeburtstagen beliebt. Aber man kann auch eine Kiste Bier ‘befreien‘“, erzählt Garms schmunzelnd.

Das Labyrinth steht noch bis zum 7. Oktober. Danach wird das Feld abgeerntet und an die etwa 400 Bullen der Familie verfüttert.

So lange kann ich nicht warten. Mein Irrweg endet mit einer drastischen und durchaus fragwürdigen Entscheidung: ich laufe in Richtung Eingang zurück und finde schließlich hinaus.

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