Ronny Becker landet Radiohit

Ein Song von der Dötlinger Waterkant

Ein Paar steht im Friesennerz vor seinem Gartenteich
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Vor dem Koi-Teich im Friesennerz: Ronny und Biana Beckers plattdeutscher Song „Anne Waterkant born“ besingt die nordische Heimatliebe.

Dötlingen – Wenn man Pech hat, wird aus einer halben Zeile des neuen Hits von Ronny Becker ein Ganztagsohrwurm – „mit Rum und Grog und Korn“ bleibt im Gedächtnis. Das Lied „Anne Waterkant born“ feiert die norddeutsche Heimat, ohne schnulzig zu werden, bedient sich des Plattdeutschen, ohne anbiedernd zu sein, macht gute Laune, ohne die aktuelle Lage zu verkennen.

  • Schlagersänger Ronny Becker aus Dötlingen hat mit seiner Partnerin Biana Becker einen neuen Song veröffentlicht.
  • Das Paar covert einen Internethit auf Plattdeutsch.
  • In dem Lied mit dem Titel „Anne Waterkant born“ geht es um die norddeutsche Heimatliebe.

Inzwischen läuft der Song, der in einem Wohnzimmer in der Gemeinde Dötlingen entstanden ist, bei Antenne Niedersachsen und NDR 1. Wie ist es dazu gekommen?

Ronny Becker, das ist ihm wichtig, ist jetzt nicht mehr nur der Mann, dessen Karriere 1999 mit „Lo, Lo, Lothar“ auf dem Münchener Oktoberfest begann und zeitweise auch endete. Hinter dem Künstlernamen Ronny Becker stehen jetzt Ronny und Biana Becker, die nordische Partyschlager auf Plattdeutsch machen.

Vor zwei Jahren beschloss er, mit seiner Partnerin ein Musikprojekt unter seinem Shownamen zu starten. Das Konzept Clubsounds plus Mundart geht offenbar auf, auch wenn plattdeutsche Lieder von vielen zunächst kritisch als zu kleine Nische beäugt wurden, erzählt der 51-Jährige. Auch die Kooperation mit seiner 20 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Biana laufe super. „Sie ist die kleine Rampensau.“ Und damit das klar ist: „Das darf man so sagen in der Szene.“

Ronny und Biana Becker entdeckten „Wellerman“ auf dem Sofa

Doch nach den ersten Auftritten landeten die beiden wegen des Corona-Lockdowns schnell auf dem Sofa. Auf dem L-förmigen Teil mit direktem Blick auf einen riesigen Flachbildschirm, im Nacken flauschig-rosafarbene und runde graue Zierkissen, sahen Ronny und Biana Becker auch das Video des Schotten Nathan Evans.

Er ist wahrscheinlich der meistgeklickte Postbote der Insel, rund 11,6 Millionen Aufrufe hat seine Interpretation des Shantys „Wellerman“, in dem Seemannsleute auf den Walfängern im 19. Jahrhundert sehnsüchtig auf Nachschub von Rum, Zucker und Tee warten. Schnell sei ihnen klar gewesen: „Das werden zig Leute covern“, erinnert sich der 51-Jährige. Warum also nicht auch sie? Denn: „Was passt besser zur Seefahrt, als dass wir hier von der Küste kommen?“

Vier Wochen ist das her. „Dans op de Deel un Trecker fahrn, Schietwetter un Klabautermann“ – so geht die plattdeutsche Version los. Als der Song fertig war, schickten die beiden ihn an mehrere Radiosender. „Nach 20 Minuten machte es ,Bing‘ und Antenne Niedersachsen war dran“, erzählt Ronny Becker. Seitdem läuft es, und zwar im Radio wie bei der Dötlinger Miniband. Die beiden schlafen nicht mehr so viel, geben Interviews, nehmen Anrufe von Presse, Freunden und Bekannten entgegen. „Wahnsinn“, findet Biana Becker. Sie strahlt.

Neben dem Sofa stehen zwei Mikros, auf einem Notenständer liegt ein Zettel mit ein paar von Hand notierten Textzeilen, eine große Stehlampe beleuchtet das Ganze. Der Kaffee, der jetzt nötiger geworden ist, wird in Tassen serviert, die in jeder WG-Küche stehen. Hier ist nichts prätentiös, das ist Ikea. Becker erklärt das so: „Wir sind einfach gestrickt. Und wir sind immer gut drauf.“

Anne-Waterkant-Video: Der Friesennerz ist mehr als ein Klischee

Sturm Klaus kündigte sich gerade an, als Ronny und Biana Becker das Video zu ihrem Lied drehten. Aber wen stört schon ein bisschen Hagel?

Inzwischen gibt es auch ein Video zu dem Lied, bei dem zwei Antenne-Niedersachsen-Moderatoren mitmachen. Seit einer Woche ist es online und hat schon gut 15 000 Klicks. Mit Friesennerz, Seemannsmütze und Strandkorb erfüllen Beckers zwar eine Menge Klischees, aber es geht schließlich um die Liebe zur Heimat. Und wer aus Ostfriesland kommt wie Biana, oder eben von der Dötlinger Waterkant wie Ronny, weiß, dass wetterfestes Zeug und Möwen mehr sind als ein Klischee.

Dass sie es geschafft haben, laut eigener Aussage „16- bis 60-Jährige“, Frankfurter DJs und Radiohörer aus dem Saarland zu begeistern, ist für Ronny und Biana Becker sowieso der Hit schlechthin.

Drei Fragen an...

Rum, Grog oder Korn?

Ronny Becker: Korn.

Biana Becker: Korn.

Friesennerz oder Seemannspulli?

R. Becker: Friesennerz.

B. Becker: Friesennerz.

Liebstes plattdeutsches Schimpfwort?

R. Becker: Spacken, Dickschnut

B. Becker: Döspaddel

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