Von 11 bis 18 Uhr

Fünf Privatgärten öffnen zur Gartenkultour am 23. Juni ihre Pforten

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Fünf Privatgärtner sind beim Sommeraktionstag dabei. Interessierte können unter anderem die „Stauden-Oase“ (Foto) erkunden.

Dötlingen - „Hi, wie geht‘s dir? Was gibt‘s Neues bei euch?“, lauten die typischen Fragen, wenn sich Bekannte begegnen. Bei leidenschaftlichen Hobbygärtnern ist das anders. Kommen sie zusammen, steht die Niederschlagsmenge im Fokus. „Wie viel Regen ist bei euch gefallen? Bei uns war es wieder zu wenig“, ist derzeit ständig zu hören. Es gibt aber auch Gärten, die mit wenig Wasser von oben gut über die Runden kommen. Ein Beispiel hierfür ist die „Stauden-Oase“ von Christa und Werner Tönjes in Bergedorf (Zur Feldhorst 11), die am Sonntag, 23. Juni, von 11 bis 18 Uhr im Rahmen der Dötlinger Gartenkultour (Gaku) ihre Pforten öffnet. Insgesamt sind fünf Privatgärten bei diesem Aktionstag dabei.

Die „Stauden-Oase“ wächst auf Lehmboden. „Dieser hält die Feuchtigkeit. Das Wasser läuft nicht so durch wie bei Sand“, erklärt Werner Tönjes. Bei längerer Trockenheit sei dies ein großer Vorteil. „Wir müssen eigentlich nie wässern“, sagt der Bergedorfer und erntet etwas neidische Blicke der Gartenkultour-Kollegen. Während eines Rundgangs durch das Refugium der Familie Tönjes staunen sie angesichts des satten Grüns und der Blütenpracht. Rittersporn, Fingerhut sowie ungefüllte Rosen ziehen die Blicke auf sich. „Ein Paradies für Insekten und Menschen“, kommentiert der Gaku-Vorsitzende Olaf Schachtschneider.

Vor 16 Jahren war das Areal noch eine Wiese, auf der Kälber grasten. Dann machten sich Tönjes’ ans Werk. Stück für Stück bepflanzten sie das Areal – nicht ohne Hindernisse. Unter einem Viertel des Gartens liegen drei Gasleitungen, über denen keine Bäume und Sträucher über 2,50 Meter wachsen dürfen. Zudem war beim Verlegen der Leitungen nicht auf die Bodenverhältnisse geachtet worden. Die untere Schicht geriet nach oben, es entstand Staunässe. Also ließen die Bergedorfer erst einmal zehn Lkw-Ladungen Laub auftragen. Mittlerweile hat sich eine kleine Humusschicht gebildet. „Wir haben den Garten in unterschiedliche Bereiche geteilt und diese durch Hecken getrennt“, berichtet Werner Tönjes. Zudem hat das Paar dafür gesorgt, dass es das ganze Jahr über blüht.

Die Besucher am 23. Juni können in Ruhe die verschiedenen Gartenräume mit teils seltenen Bäumen und Sträuchern entdecken. Lauschige Sitzecken laden dazu ein, zu verweilen und den Blick schweifen zu lassen – über die Stauden-Raritäten, die Tönjes’ von Gartenreisen durch halb Europa mitgebracht haben, die aufgestellten Figuren oder installierten Wasserspiele. Wer zwischen 13 und 15 Uhr kommt, kann zudem der Musik von Markus Häger (Keyboard) und Thomas Schlegel (Gitarre) lauschen. Das Duo stimmt Songs bekannter Liedermacher an.

Neben der „Stauden-Oase“ öffnet auch der Hofgarten der Familie Suhrkamp in Sandhatten (Haferkampstraße 14). „Und bei uns ist der Ortsname Programm“, sagt Martina Suhrkamp angesichts des sandigen Bodens. Trotz der Trockenheit habe sich der Garten gut entwickelt. „Ich weiß nicht warum, aber er ist wahnsinnig gewachsen“, sagt sie. Besonders schön blühten momentan die Rosen.

Mit vielen Details sowie einer Farbenpracht lockt der Stein- und Wassergarten der Familie Krüger in Simmerhausen (Am Kürk 10). Neben den Hortensien stehen die mehr als 30 Ramblerrosen in voller Blüte. Das 8 000 Quadratmeter große Areal ist geprägt von Teichen, Nistkästen und lauschigen Ecken. Direkt angrenzend entsteht derzeit auf 3 000 Quadratmetern ein weiterer Gartentraum. Damit die dort gepflanzten Bäume und Blumen auch gut gedeihen, haben Krügers die Pfingsttage genutzt und Lehmboden aufgefahren.

Auf 5 000 Quadratmetern erstreckt sich der Hofgarten Melle an der Rittrumer Straße 5 in Ostrittrum. Von der Terrasse aus können die Besucher die Aussicht hin zu den Rittrumer Bergen an der Hunte genießen. Bei einem Rundgang lassen sich unter anderem ein Bachlauf und ausgefallene Gehölze wie die Flügelnuss entdecken. „Der Rosengarten ist auch sagenhaft“, schwärmt Schachtschneider.

Etwas wilder grünt und blüht es derzeit im Bauerngarten am See im Herzen Dötlingens (Karkbäk 3). Wegen ihrer Knie-OP war Jutta Meyer nicht ganz so aktiv wie in den Vorjahren, hat der Natur an der einen oder anderen Stelle freien Lauf gelassen. Der Garten unterhalb der St.-Firminus-Kirche beeindruckt unter anderem mit der riesigen Seenlandschaft und altem Baumbestand. „Und trotz der Trockenheit hat die Bienenweide aus dem letzten Jahr überlebt und blüht momentan“, berichtet Meyer.

Jahresbutton

Die Besichtigung der sechs Privatgärten kostet Eintritt. Interessierte zahlen einmalig fünf Euro und erhalten dafür einen Button. Dieser ist auch noch beim Herbstaktionstag am 3. Oktober gültig. Wer bereits am 1. Mai einen Button erworben hat, bringt diesen einfach mit. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass der „Bäume-Garten“ in Hockensberg, der „Garten für alle Sinne“ in Barel, die „Gestaltete Landschaft“ rund um die Fachklinik in Neerstedt sowie der Hof Schwarz in Dötlingen am 23. Juni geschlossen bleiben.

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