Waldwoche regt Fantasie der Neerstedter Kita-Kinder an

Von Ast-Raumschiffen und einem Krokodil im Fluss

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Einen riesigen Ast platzierten die Kinder vorm Eingang ihrer Höhle. Er diente während der Waldwoche als Sofa.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. „Guck mal, ich habe ein Waldmotorrad gefunden“, ruft Jonas und nimmt auf dem ähnlich geformten großen Ast Platz. „Brumm“ mache es aber nicht. „Denn es ist auch ein Raumschiff“, sagt der Junge. Flach auf den Boden gelegt, macht das Geäst tatsächlich den Anschein. Jutta Leutloff-Jokiel vom Neerstedter Kindergarten „Unterm Regenbogen“ muss grinsen. „Ist doch schön, wie der Wald die Fantasie der Kinder anregt“, meint die Erzieherin.

Am Montag, dem ersten Tag der Waldwoche, die die drei Gruppen „Bienen“, „Mäuse“ und „Käfer“, im Unterholz hinter der Dötlinger Grundschule nahe der Hunte verbringen, sah das noch anderes aus. „Da mussten wir schon Ideen liefern, was man im Wald so alles machen kann. Nun beschäftigen sich die Kinder alleine“, freut sich Leutloff-Jokiel. Während ein paar Jungen Waldritter spielen und einige der Mädchen mit Stöcken Waldsonnen in die Erde malen, damit es wärmer wird, bauen andere „Mäuse“ gerade eine Höhle. Nach und nach schleppen sie immer mehr große Äste heran. „Der riesige hier kann unser Sofa werden“, schlägt Leutloff-Jokiel vor.

Mit der Waldwoche möchte der Kindergarten nicht nur den Respekt vor der Natur fördern, sondern auch die Motorik des Nachwuchses schulen. „Am Anfang sind nicht alle mit dem unebenen Boden zurechtgekommen. Wir hatten viele Stürze“, berichtet die Erzieherin. Mittlerweile hätten die Kinder aber gelernt, dass sie die Füße im Wald richtig anheben und beim Laufen auch mal auf den Boden schauen müssen.

Vor den täglichen Ausflügen in den Wald gab es zudem eine Einweisung von einem Jäger, der den Mädchen und Jungen unter anderem vermittelte, dass man leise sein muss, wenn man Tiere entdecken und beobachten möchte. „Wir haben bislang nur Vögel sowie Hunde, die hier ausgeführt wurden, gesehen“, sagt Leutloff-Jokiel mit einem Schmunzeln. Tim widerspricht: „Und ein Krokodil.“ Dahinter verbirgt sich ein aus dem Wasser herausragender Stein, den die Kinder jeden Tag besuchen möchten. Ob Tim auch weiß, wie der Fluss heißt? „Krokodilsfluss“, meint er.

Neben Spaziergängen steht auch eine kleine Waldkunde auf dem Programm. So haben die Kinder Baumrinden angeschaut und Zapfen gesammelt. „Zudem lernen sie, dass man im Wald auch wieder aufräumen muss und nichts liegen lassen darf“, berichtet Leutloff-Jokiel. Als Anlaufpunkt haben alle drei Gruppen ein Waldnest mit Tipi. Dass der „Mäuse“ stammt noch aus dem vergangenen Jahr und musste nur ein wenig ausgebessert werden.

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