Vorläufige Lösung für fehlende Kiga-Plätze

26 Kindergartenplätze fehlen nach derzeitigem Stand zum neuen Kita-Jahr in der Gemeinde Dötlingen. Foto: dpa

Kaum hat die Gemeinde Dötlingen mit der Einrichtung neuer Gruppen und kostspieliger Anbauten den Bedarf an Krippenplätzen gedeckt, kommt die nächste Hiobsbotschaft. Zum neuen Kita-Jahr fehlen 26 Kindergartenplätze. Eine zunächst angedachte Containerlösung hat die Verwaltung verworfen. Stattdessen sind ein Umzug und ein Provisorium geplant. Auch ein Kita-Neubau ist im Gespräch.

VON TANJA SCHNEIDER

Dötlingen - Die Kinderbetreuung bleibt das Sorgenkind der Gemeinde Dötlingen. Hatte die Kommune in den vergangenen Jahren eher Schwierigkeiten, den Bedarf im Krippenbereich zu decken, überrollt sie nun plötzlich die Nachfrage nach Kindergartenplätzen. Davon fehlen zum neuen Kita-Jahr nach derzeitigem Stand 26. Eine von der Verwaltung vorgeschlagene Übergangslösung hat am Donnerstagabend einstimmig den Jugend-, Sport- und Sozialausschuss passiert. Neben dem Gemeinderat muss vor allem die Landesschulbehörde zustimmen. Eine Prüfung vor Ort steht aber noch aus.

Gibt es grünes Licht, können in der Einrichtung „Dötlinger Strolche“ eine Gruppe für 22 Kinder und in der Neerstedter Kita „Unterm Regenbogen“ eine Kleingruppe für zehn Mädchen und Jungen eingerichtet werden - also insgesamt 32 Plätze. Dafür müssen die Neerstedter aber auch weiterhin „zusammenrücken“. Bekanntlich war in der Kindertagesstätte vor anderthalb Jahren eine zweite Krippengruppe angesiedelt worden, die bis zur Fertigstellung eines Anbaus im umgestalteten Mitarbeiter- und Therapiezimmer betreut wurde. Nun ist die Krippe in die neuen Räume gezogen. Das Provisorium wäre damit wieder „frei“. Die Erzieherinnen müssten allerdings weiter auf einen richtigen Mitarbeiterraum verzichten. „Das sind keine einfachen Bedingungen“, gestand Bürgermeister Ralf Spille.

Die Verwaltung hofft, dass die Landesschulbehörde mitspielt. „Alles, was vorübergehend ist, kann geduldet werden, wenn wir für die Zukunft eine Lösung präsentieren“, sagte Spille. Im Haushalt 2020 hat die Kämmerei deshalb Mittel in Höhe von gut 1,06 Millionen Euro für den Neubau eines zweizügigen Kindergartens vorgesehen, der dann vermutlich in Neerstedt errichtet werden würde. Hinzu kämen Kosten für die Einrichtung sowie die Außenanlage. Ob die Maßnahme realisiert wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Zahlen ab. „Holterdiepolter neu zu bauen, wäre zu schnell geschossen“, meinte Spille. Sollte die hohe Nachfrage allerdings bestehen bleiben, „müssen wir uns über diese Möglichkeit weiter unterhalten“.

Erst einmal gelte es aber, die Situation zum Sommer hin zu entschärfen. Neben dem Provisorium in Neerstedt ist deshalb ein Umzug in Dötlingen angedacht. Die Hortgruppe am Nachmittag, die sich gerade im dortigen Kindergartenanbau eingerichtet hat, soll in einen nicht genutzten Klassenraum der benachbarten Grundschule ziehen. „Dank einer neuen Regelung ist dies nun gesetzlich möglich“, informierte Spille. Eine Rücksprache mit der Schule sowie der Kindergartenleitung sei bereits erfolgt. Im Kita-Anbau würde damit ein 44 Quadratmeter großer Raum für eine 22-köpfige Gruppe frei werden. Für diese Lösung stehen 22 000 Euro im diesjährigen Haushalt (Einrichtung/Möbel). Sie könnte im Gegensatz zu dem provisorischen Gruppenraum in Neerstedt auf Dauer bestehen.

Wie der Bürgermeister berichtete, ist die Verwaltung von der Entwicklung einigermaßen überrascht worden. Bislang seien die Kapazitäten in den Kindergärten ausreichend gewesen, ab Herbst habe sich angedeutet, dass nicht genügend Plätze zur Verfügung stehen könnten. In der Vergangenheit lag das Problem eher im Krippenbereich, weshalb im Sommer 2017 zwei neue Gruppen für unter Dreijährige eingerichtet worden waren. Die Gemeinde ließ seitdem an alle drei Kitas anbauen - ein kostspieliges Unterfangen. In Brettorf und Dötlingen sind die Flächen mittlerweile ausgeschöpft, eine Erweiterung ist kaum mehr möglich. Auf dem Areal in Neerstedt wäre ein Neu- oder Anbau hingegen noch denkbar, erläuterte Bauamtsleiter Uwe Kläner auf Nachfrage. „Da die Anzahl der Gruppen aber begrenzt ist, müsste eine komplett neue Einrichtung entstehen“, ergänzte Anke Wilkens, Leiterin des Sachgebietes „Organisation, Schule, Jugend und Kultur“.

Alle von der Verwaltung durchgespielten Varianten machen eines erforderlich: mehr Personal. „Wir suchen intensiv über alle Kanäle und versuchen, flexibel zu sein“, versicherte der Bürgermeister. Allerdings stünden kaum Kräfte zur Verfügung. Für die neue Gruppe in Dötlingen wären eine Erzieherin mit 28,75 Stunden wöchentlich und eine Sozialassistentin mit 38,75 Stunden pro Woche notwendig. Für die Kleingruppe in Neerstedt müssten eine Erzieherin mit ebenfalls 38,75 Stunden pro Woche eingestellt und die Leitungsstunden um zweieinhalb Stunden pro Woche erhöht werden. Dies bedeutet für die Gemeinde natürlich einen Anstieg der Personalkosten. Sie liegen im Kindergartenbereich gemäß dem Etatentwurf bei 1,3 Millionen Euro. Die Ausgaben für die Kinderbetreuung machen 13 Prozent des Gesamtergebnishaushalts aus.

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