Von Airbrush-Kunst zur Acrylmalerei

Künstler Wolfgang Rohenkohl gestaltete einst Lastwagen, nun malt er den geliebten Enkel

Wolfgang Rohenkohl  in seiner Staffelei.
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Wolfgang Rohenkohl arbeitet heutzutage lieber in seiner Staffelei.

Erst gestaltete er große, bunte Lastwagen und gefährlich aussehende Motorräder, nun malt er den geliebten Enkel mit Acrylfarben auf Leinwand. Wolfgang Rohenkohl, Künstler aus Dötlingen, hat in den 70er und 80er Jahren eine Airbrush-Lackiererei betrieben. Nun malt er seit einigen Jahren Auftragsbilder, meist von geliebten Personen und verschiedenen Haustieren.

Dötlingen/Vossberg – „Das kam nach und nach auf mich zu. Nachdem ich einige wenige Bilder gemalt habe und die dann auf der Wildeshauser Kunstmeile ausstellen konnte, ging es erst los.“ Seitdem kommen Menschen auf ihn zu, meist durch Weiterempfehlungen, erzählt der Künstler. „Meisten zeigen die Menschen mir ein Foto und fragen mich, ob ich das porträtieren könnte.“ Angefangen zu malen hat der gebürtige Wildeshauser bereits in seiner Kindheit. Seine Begeisterung war so groß, dass er ursprünglich Grafik studieren wollte. „Nach dem Tod meines Vaters hat sich die Idee jedoch schnell zerschlagen. Ich habe dann eine handwerkliche Richtung eingeschlagen und bin Maler geworden.“ Später hat er in Bremen seinen eigenen Betrieb gegründet. „Mit 26 Jahren habe ich meinen Meister gemacht. Mein Bruder war mein erster Lehrling“, erzählt der 71-Jährige. Es blieb nur wenig Zeit für die Kunst, was sich jedoch änderte, als er sein Unternehmen nach und nach in eine Lackiererei umwandelte.

„In den 70er und 80er Jahren haben wir Autos, Motorräder und sogar Laster samt Auflieger künstlerisch bearbeitet.“ Ihre Spezialität war dabei die sogenannte Airbrush-Technik, bei der die Lackfarbe aus einer kleinen Spritzpistole kommt. Dank des feinen Farbstrahls können besonders detailreiche Motive entstehen. „Wir haben alles Mögliche gestaltet und verschönert. Einmal sollten wir ein Plattencover detailgetreu auf ein Motorradtank bringen. Das muss auch erst einmal umgesetzt werden.“ 20 Jahre seien sie damit die „Platzhirsche“ in Bremen gewesen, erzählt Rohenkohl stolz. Sie hätten die Airbrush-Szene in der Hansestadt mit aufgebaut und sogar eigene Ausstellungen bei Messe „Autovision“ gehabt. Viele Kunden hätten aber erst überredet werden müssen, ihre Wagen auszustellen. „Die bunten Fahrzeuge von früher waren noch künstlerische Handarbeit“, erzählt Rohenkohl weiter. „Heute wird alles nur bedruckt. Die Individualität geht komplett verloren.“

Früher hat Wolfgang Rohenkohl mit seinen Kollegen ganze Lastwagen designt.

Airbrush begleitet ihn bis heute

Das noch immer existierende Unternehmen gehört mittlerweile seinem Bruder. Die Kunst von damals begleitet ihn aber bis heute. Vor Kurzem habe er ein Bild aus der Schweiz zugeschickt bekommen. Darauf zu sehen: ein lackiertes Motorrad aus den 80er-Jahren. „Da habe ich meine Kunst noch unterschrieben. Der Mann, der mir das Foto geschickt hat, hat dieses Motorrad gekauft und dann geschaut, wer das wohl designt hat“, so der Künstler.

Mittlerweile ist der Rentner von Lack und Motorhauben auf Acrylfarben und Leinwand umgestiegen. So sind in den vergangenen zehn Jahren schon zwischen 70 und 80 Auftragsbilder entstanden, schätzt Rohenkohl. „Je nach Lust und Laune brauche ich dann mal länger und mal kürzer um ein Bild fertigzustellen. In der Regel sind es aber drei Wochen“, so der Maler. Ihm gefällt die Arbeit in seinem Atelier. „Ich kann mir nun das künstlerische Schaffen einteilen, wie ich will“, erklärt er. Das Lackieren habe viel Spaß gemacht, sei aber ein Job gewesen, „den man machen muss“. „Wenn da ein Zwang hinter steckt, dann muss man sich manchmal überwinden. Nun habe ich mehr Freiraum.“ Bis zu drei Stunden pro Tag könne er malen, danach sei er ausgelaugt. „Man steigert sich in die Details rein. Das ist richtig anstrengend. Den ganzen Tag kann ich das also nicht machen.“

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