Viel Hilfsbereitschaft für Rumänien

Ehrenamtliche sammeln Kleidung, Tornister, Schaukelpferd und Co. in Brettorfer Diele

Hilfsgüter abgeben und annehmen: Melanie Hohnhorst, Bärbel Kuhlmann, Karin Bode und Hans-Hermann Schütte (von links).
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Hilfsgüter abgeben und annehmen: Melanie Hohnhorst, Bärbel Kuhlmann, Karin Bode und Hans-Hermann Schütte (von links).

Brettorf – Es ist noch nicht einmal 15 Uhr, aber das grüne Tor zur großen Diele des Hofs Schütte in Brettorf steht schon offen. Ein Mann aus Ganderkesee hat bereits Kartons mit Herrenjacken sowie Damenschuhen und -kleidung bei den Helfern abgegeben, die am Dienstagnachmittag Güter für einen Hilfstransport nach Rumänien gesammelt haben.

„Einige haben vorher angerufen und heute sowie die Tage vorher schon etwas vorbeigebracht“, berichtet Karin Bode von der Rumänienhilfe Oldenburg-Rastede und zeigt auf einen Karton, der mit Tellern und Tassen gefüllt ist. „Geschirr ist gut. Das Problem ist nur, dass es nicht sicher verpackt wurde. Wie soll das heile da ankommen?“, fragt sie sich und lacht. „Da“ ist in diesem Fall Satu Mare, eine Stadt in Rumänien. Was vor allem benötigt wird, seien Kleidung, aber auch Rollatoren und Gehhilfen, sagt sie.

Bode: „Vergangenes Jahr war die ganze Diele voll“

Zum zweiten Mal stellt sie ihren elterlichen Hof als Zwischenlager zur Verfügung. Unterstützt wird sie von ihrem Bruder Hans-Hermann Schütte. Aber auch Wilm Denker nimmt in seinem gleichnamigen Schuhhaus in Ganderkesee noch bis Freitag von 9 bis 18 Uhr Spenden entgegen. „Er bringt die Güter zwischendurch mit einem Anhänger hierher“, so Bode, die vor etwa zehn Jahren selbst etwas gespendet hatte. Damals sammelte der Verein die Güter noch in Wardenburg ein. Als sie erfuhr, dass der Standort künftig nicht mehr zur Verfügung steht, bot sie die elterliche Diele als Zwischenlager an. Ein Lastwagen bringe die gesammelten Spenden dann zur Caritas nach Satu Mare. Dort werden sie an bedürftige Familien sowie an Kindergärten, Altenheime, Straßenkinder-Zentren und an weitere soziale Einrichtungen verteilt. „Der 40-Tonner kommt wahrscheinlich schon am Freitagabend und kann dann auf dem Hof stehen. Am Samstag ab 9 Uhr fangen wir mit dem Packen an“, schildert Bode.

40-Tonner fährt Samstag nach Rumänien

Knapp zehn Minuten später kommt eine Frau durch die Tür: „Ich will etwas vorbeibringen“, sagt Bärbel Kuhlmann aus Neerstedt und holt eine Kiste nach der anderen aus dem Auto. „Vergangenes Jahr war die ganze Diele voll“, erinnert sich Bode, als eine weitere Frau unter anderem mit einem großen, schwarzen Koffer, gefüllt mit Kindersachen, durch die Tür kommt. „Das sind die Sachen einer Freundin von mir“, teilt Ilona Schnier aus Brettorf mit. Innerhalb einer Viertelstunde kommen vier Personen, um volle Müllsäcke oder Kartons abzugeben. Melanie Hohnhorst aus Brettorf spendet Kinderklamotten Schuhe, Taschen und Spielzeug. „Wir haben gestern den Dachboden ausgeräumt. Ich habe die Kinder mit eingebunden und wir haben geschaut, was wir abgeben können“, erzählt sie.

Neben jeder Menge Kleidung – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder – kommen Schuhe, Taschen, Blumentöpfe, Tornister, Rucksäcke, Stoffreste, Spielzeug und weitere nützliche Dinge zusammen, die in Rumänien noch immer dringend notwendig seien, erklärt Inge Reckow, die die Rumänienhilfe Oldenburg-Rastede im Jahr 1992 zusammen mit ihrem bereits verstorbenen Ehemann Dieter ins Leben gerufen hat. „Das Land ist komplett ausgeblutet. Viele wandern aus. Junge Menschen machen ihr Abi und gehen weg“, sagt die Oldenburgerin. „Durch die Wirtschaftskrise wird es immer schlimmer.“ Staatliche Hilfen gebe es dort nicht. Die Spendenbereitschaft sei sehr groß, sagt Reckow, während eine Frau ein Schaukelpferd für Kinder vorbeibringt.

Donnerstag und Freitag noch spenden

„Moin, kann ich ein paar Sachen bei ihnen loswerden?“, fragt eine weitere Frau um 15.30 Uhr und trägt kurzerhand Säcke voller Kleidung in die Diele. Zwischendurch kommen immer wieder Einwohner, die weitere Spenden bringen, darunter eine Frau aus Wildeshausen, die Winterjacken abgibt. „Es ist saukalt da. Teilweise werden es 20 Grad minus. Es gibt in Satu Mare viele Obdachlose, die können sich die Häuser nicht leisten“, sagt Reckow. Nach einer halben Stunde liegen um die 15 Säcke auf dem Boden der Diele.

Noch am morgigen Donnerstag von 15 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 16 bis 19 Uhr können Spenden auf dem Hof Schütte in Brettorf, Neddenhüsen 2, abgegeben werden.  

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