Kommunen besiegeln Zusammenarbeit

Vertrag zur Entwicklung des A1-Gewerbe- und Industrieparks unterzeichnet

Gute Laune bei der Vertragsunterzeichnung: Die Bürgermeister Hans-Hermann Lehmkuhl (Prinzhöfte), Ralf Spille (Dötlingen) und Jens Kuraschinski (Wildeshausen, vorne v.l.) besiegelten ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebietes. Als beratende Mitglieder sind die Samtgemeinde Harpstedt, der Landkreis Oldenburg und die WLO an Bord, hier vertreten durch Bürgermeister Herwig Wöbse, Kreisrat Christian Wolf und Geschäftsführer Hans-Werner Aschoff (hinten v.l.). - Foto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Er ist unterzeichnet – der Vertrag zur Entwicklung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes in Hockensberg. Im Neerstedter Rathaus unterschrieben am Mittwoch die Bürgermeister der drei beteiligten Kommunen Dötlingen, Wildeshausen und Prinzhöfte sowie die beratenden Mitglieder das Werk und demonstrierten große Einigkeit. Heißen soll das Vorhaben künftig A1-Gewerbe- und Industriepark Wildeshausen-Nord.

Hans-Werner Aschoff, Geschäftsführer der WLO, sprach von einem guten Tag für die Wirtschaftsförderung. Schon lange habe er für interkommunale Gewerbegebiete geworben, nun könnte in der Gemeinde Dötlingen das erste im Landkreis Oldenburg entstehen. Die WLO (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) ist ebenso wie der Landkreis Oldenburg und die Samtgemeinde Harpstedt als beratendes Mitglied an Bord und soll vermitteln, falls die drei Partner sich einmal nicht einig sind. Denn laut Vertrag bilden sie einen Lenkungsausschuss, der wichtige Entscheidungen wie die Grundstücksverkäufe einstimmig fassen muss. „Ich bin aber davon überzeugt, dass ich nicht großartig vermitteln muss“, meinte Aschoff mit Blick auf das „wachsende Vertrauen“.

Von einer guten Atmosphäre untereinander sprachen die Vertragspartner. Auch die Räte hatten das Regelwerk mit großer Mehrheit abgesegnet (wir berichteten). „Wir stehen alle dahinter. Und ich denke, dass wir gute Lösungen finden werden“, sagte Wildeshausens Verwaltungschef Jens Kuraschinski. Der Vertrag sei „schlank gehalten, mit diesen Spielregeln sollte es reibungslos funktionieren“.

Prinzhöftes Bürgermeister Hans-Hermann Lehmkuhl freute sich, dass seine Gemeinde mit von der Partie ist. „Da unser Gewerbegebiet voll ist, können wir nur profitieren“, sagte er und lobte, dass es in diesem Fall kein Kirchturmdenken gab. Prinzhöfte übernimmt 15 Prozent der Kosten, die bei der Entwicklung des Gebietes entstehen. Auf Dötlingen entfallen 45 Prozent und auf Wildeshausen 40 Prozent. Genauso sieht später auch die Verteilung der Einnahmen aus. Auf einen genauen Investitionsbetrag wollten sich die Beteiligten noch nicht festnageln lassen. Laut Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille sind die Voruntersuchungen, unter anderem zur verkehrlichen Anbindung, der Abwasserbeseitigung und Ausgleichsmaßnahmen, noch nicht abgeschlossen. „Da ist es nicht gut, jetzt mit Zahlen zu jonglieren, die später anders aussehen könnten“, sagte Spille.

Von dem rund 30 Hektar großen Areal sollen etwa 20 bis 22 Hektar nutzbar sein. Derzeit gehören der Gemeinde sechs Hektar. Die Kommune muss deshalb nun die Grundstücksverhandlungen vorantreiben und Grunderwerb tätigen. Daneben ist Dötlingen „als Trägerin der kommunalen Planungshoheit“ – wie es im Vertrag heißt – für die Bauleitplanung verantwortlich. Den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes hat der Rat bereits gefasst. Mit einem Abschluss des Verfahrens sei gegen Ende 2018 zu rechnen.

Spille berichtete von einer sinnvollen Verteilung der Aufgaben. So wird die Stadt Wildeshausen, die anders als Dötlingen und Prinzhöfte über eine Wirtschaftsförderung verfügt, Ansprechpartnerin bei der Vermarktung der Grundstücke sein. Über den Flächenverkauf befindet allerdings der Lenkungsausschuss. Im Falle Dötlingens geht wegen der Hauptsatzung der Kommune noch ein Beschluss des Rates beziehungsweise des Verwaltungsauschusses voraus.

Die Bürgermeister sind sich einig, dass es Sinn macht, das interkommunale Vorhaben, das bekanntlich schon seit einer gefühlten Ewigkeit im Gespräch ist, jetzt anzupacken. „Es wäre töricht, die derzeitige Wirtschaftskraft abwandern zu lassen“, sagte Spille. Dabei sei es unerheblich, ob ein Gebiet links oder rechts der B 213 oder auf dem Grund der Stadt Wildeshausen entwickelt wird – „wichtig ist, dass wir die Region stärken“, so der Dötlinger Verwaltungschef.

Dem stimmt der Erste Kreisrat Christian Wolf zu. „Dies ist ein guter, ein richtiger Weg, hoffentlich mit Vorbildcharakter“, sagte er. Es gäbe viele vernünftige Gründe, die für eine interkommunale Zusammenarbeit sprechen. Wolf wünschte sich eine „zügige Entwicklung und einen schnellen Erfolg“. Auch Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse zeigte sich zuversichtlich: „Damals war die Zeit noch nicht reif für dieses interkommunale Vorhaben. Nun bin ich optimistisch, dass etwas Gutes dabei rauskommt.“

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