Gewerbe- und Industriegebiet

Planungen für Hockensberg präsentiert

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Die Anwohner sind gegen ein Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg. 

Hockensberg - Von Tanja Schneider. Für die Realisierung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiets in Hockensberg ist ein weiterer Schritt getan: Der Dötlinger Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss empfahl während seiner Sitzung am Donnerstagabend, den Flächennutzungsplan der Gemeinde zu ändern. Eine Gegenstimme gab es von Helge Vosteen (FDP).

Die Abstimmung über den notwendigen Bebauungsplan wurde wegen des Beratungsbedarfs in den Fraktionen und eventueller Anregungen von Anliegern einmütig auf die Sitzung im April verschoben. Zudem sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, ein Fachbüro einzuladen, das Ideen für eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes aufzeigen soll.

Die Entwürfe für den F- sowie den B-Plan hatte zuvor Thomas Aufleger vom Büro „NWP“ vorgestellt. Er war bereits am Dienstag im Neerstedter Rathaus gewesen, um den Dötlinger Ratsmitgliedern sowie den betroffenen Einwohnern in einer nichtöffentlichen Infoveranstaltung die Pläne näherzubringen. Dies wussten die Hockensberger, die sich klar gegen ein Gewerbegebiet vor ihrer Tür aussprechen, zu schätzen, wie sich während der Einwohnerfragestunde zeigte.

Laut Aufleger hatte sich im Zuge der Voruntersuchungen gezeigt, dass eine Änderung des F-Planes, der die Fläche schon seit den 1990er-Jahren als Gewerbegebiet ausweist, notwendig ist. So erscheine beispielsweise die damals angedachte Verlegung der Kreisstraße 237 nicht mehr sinnvoll. Das Areal, um das es geht, liegt genau zwischen der K 237, der B 213 sowie der Straße „Brakland“ und ist wegen eines für die Natur wertvollen Streifens zweigeteilt. Im Zuge der Vorplanung sind Fachgutachten erstellt worden. Im Mittelpunkt stand während der Sitzung die verkehrstechnische Planung, für die 2017 die Verkehrszahlen ermittelt wurden. Demnach gibt es auf der Bundesstraße täglich 10 000 Bewegungen, auf der Kreisstraße aus Aschenstedt kommend bis zur Einmündung „Brakland“ sind es 2 100 und auf dem übrigen Abschnitt bis zur B 213 nur noch 1 500. Die Straße „Brakland wird also mit Vorliebe als Abkürzung genutzt. Rechnet man den Anliegerverkehr hinzu, kommt man auf 700 Bewegungen pro Tag. 

Eine Zunahme ist prognostiziert. Zudem ist die Erschließung des Gewerbegebietes über das „Brakland“ mit jeweils einer Stichstraße im Norden und Süden geplant. „Da der Gemeindeweg eigentlich keine Durchgangsfunktion hat, ist eine mittige Sperrung denkbar“, so Aufleger. Politik und Verwaltung wollen noch die Meinung der Anlieger einholen. Überprüft wurden auch die Knotenpunkte. Die Einmündung „Brakland“ an die B 213 muss umgebaut werden, um die Sichtachse zu verbessern. Erforderlich ist zudem der Ausbau der K 237 samt Radweg. Um schwächeren Verkehrsteilnehmern eine sichere Querung zu ermöglichen, muss die Einmündung an die B 213 mit einer Ampelanlage ausgestattet werden.

Aus faunistischer Sicht sind lediglich Fledermäuse in einer Baumreihe relevant. Die Oberflächenentwässerung soll durch zwei Regenrückhaltebecken erfolgen und die Abwasserbeseitigung über die Kläranlage Wildeshausen. Dies bietet sich laut Aufleger wegen der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Stadt an. Da vor Jahrzehnten ein B-Plan für ein Hockensberger Gewerbegebiet wegen der Abwasserbeseitigung gescheitert und vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg für unwirksam erklärt worden war, sei dieser Punkt sehr genau geprüft worden.

Gespräch mit „Zero Emission“

Vor allem durch das Lärmgutachten wird deutlich, welche Nutzung auf der Fläche möglich ist. In Richtung Wohnbebauung ist es eingeschränktes Gewerbe, zur B 213 hin auch eingeschränkte Industrie. Versiegelung, Gebäudehöhe et cetera sind über den B-Plan zu regeln.

Die nachhaltige Entwicklung des Gebietes hatten die Grünen angeregt und die Beauftragung eines Fachbüros beantragt. Ein erstes Gespräch mit der Zero Emission GmbH aus Wuppertal soll es laut Bürgermeister Ralf Spille bereits kommende Woche geben. Einige Ausschussmitglieder sehen Auflagen für Firmen skeptisch, andere hoffen auf interessante Anregungen.

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