Verein hat keine Reithalle mehr zur Verfügung/Finanziell wieder im „grünen Bereich“

Waldreitschule Dötlingen steht vor der nächsten Herausforderung

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Der Vorstand der Waldreitschule mit den Geehrten: Kassenwartin Erika Ziegler, die stellvertretende Vorsitzende Andrea Kratzmann, die ausgeschiedene Sportwartin Vera Schröder, Wolfgang Ziegler, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender, die Vorsitzende Christa Verhaeg, die Geehrten Albert Siemer und Tanja Schultz sowie Schriftführerin Ute Hinrichs (v.l.).

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Aus finanzieller Sicht hat sich die Waldreitschule Dötlingen zu Aschenbeck erstaunlich schnell berappelt. Seit der Ernennung eines neuen Vorstandes Ende 2013 konnten nicht nur die aufgelaufenen Schulden beglichen werden, der Verein schreibt mittlerweile sogar wieder schwarze Zahlen. Diese Leistung brachte dem Vorstand am Donnerstagabend während der Jahreshauptversammlung in „Aschenbeck‘s Kate“ kräftigen Applaus von den Mitgliedern ein.

Allerdings wartet auf die Waldreitschule, die seit 1974 auf dem Hof Aschenbeck ansässig ist, nun die nächste Herausforderung. Denn der Nutzungsvertrag für die Reithalle wurde zum 30. September gekündigt. Und da die zweite Halle dem Verein schon seit gut einem Jahr nicht mehr zur Verfügung steht, können die Mitglieder dann nicht mehr auf dem Hof reiten. Lediglich für die wenigen Mitglieder, die dort auch ein Pferd eingestallt haben, ändert sich nichts.

„Die Nachricht von der Kündigung, die wir im Mai erhalten haben, hat uns erst einmal schon den Mut genommen“, sagte die Vorsitzende Christa Verhaeg. Sie berichtete den Mitgliedern von den anschließenden Bemühungen des Vorstandes, eine Lösung zum Wohle des Vereines zu finden. In diesem Rahmen seien auch mit der Familie Aschenbeck und dem neuen Pächter der Halle viele Gespräche geführt worden. Das Ergebnis ist ein Vertrag, den Verhaeg als Minimallösung bezeichnete. „Aber er ist eine Grundlage, um weiter das Gespräch zu suchen und irgendwann vielleicht wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen“, so Verhaeg. Damit war der Kurs des Vorstandes klar. Er setzt auf Diplomatie und bat seine Mitglieder, mitzuziehen, um die Situation gemeinsam zu meistern.

Nach einer lebhaften Diskussion stimmten sie für den Vertrag, der dem Verein unter anderem noch die Nutzung des Jugendhauses auf dem Hof einräumt. Vereinsname und -standort bleiben erhalten. Da die reiterlichen Anlagen nicht mehr genutzt werden können, fallen hierfür auch keine Kosten mehr an. Sie beliefen sich zuletzt auf 300 Euro im Monat – nachdem die Familie Aschenbeck wegen der damaligen finanziellen Misere dem Verein entgegengekommen war und sie um 500 Euro reduziert hatte.

Angesichts der aktuellen Lage fragte sich das eine oder andere Mitglied schon, was der Verein denn nun noch zu bieten hat. Verhaeg erläuterte, dass nach wie vor die Teilnahme an Turnieren geplant sei. Ferner sollen weiterhin Lehrgänge organisiert werden, und auch gesellige Veranstaltungen wie die Kohltour oder das Grillfest im Sommer werde es geben.

Auf den Umstand, dass nun kein Reitbetrieb und -unterricht mehr möglich sind, reagierte der Vorstand mit dem Vorschlag, die Mitgliedsbeiträge zu senken. Dem folgte die Versammlung. Ab 2016 wird nicht mehr zwischen aktiven und passiven Mitgliedern unterschieden. Alle Erwachsenen ab 18 Jahren zahlen dann 35 Euro im Jahr, Kinder und Jugendliche 30 Euro. Bei Sepa-Lastschrift gibt es einen Rabatt von fünf Euro. Bislang lag der Beitrag für aktive Mitglieder bei 89 Euro, für passive und Jugendliche bei 50 Euro und für Kinder bei 35 Euro. Derzeit hat die Waldreitschule rund 90 Mitglieder.

Wie Kassenwartin Erika Ziegler erläuterte, hat sich die finanzielle Situation des Vereins stabilisiert. „Wir haben das Jahr 2015 schuldenfrei begonnen,“, informierte sie. Der Kassenbericht für 2014 weist sogar ein Plus von 2500 Euro auf, die letzten Verbindlichkeiten wurden bezahlt. Sportwartin Vera Schröder verwies auf die sportlichen Veranstaltungen wie das Musikreiten und die Erfolge. So manches Mitglied konnte bei den Turnieren – sowohl im Springen als auch in der Dressur – gute Platzierungen erzielen. „Zudem gab es Erfolge in der Vielseitigkeit und im Jagdreiten“, berichtete sie.

Die Vorsitzende bedauerte, dass Schröder als Sportwartin künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Bereits im Mai hatten die stellvertretende Vorsitzende Renate Hocke und Schriftführerin Berit Meints ihre Ämter niedergelegt. Die Versammlung wählte Wolfgang Ziegler zum neuen Stellvertreter. Ebenfalls bekleidet Andrea Kratzmann gleichberechtigt diesen Posten. Sie wurde ebenso im Amt bestätigt wie Verhaeg und die Kassenwartin Ziegler. Zur neuen Schriftführerin wurde Ute Hinrichs ernannt. Die Aufgaben des Sportwartes teilt sich der Vorstand künftig.

Für 50-jährige Mitgliedschaft in der Waldreitschule Dötlingen wurde Erika Schröder geehrt. Seit 40 Jahren ist Rosemarie Just dabei, und seit 30 Jahren reitet Frauke Reuter im Verein. Eine Urkunde erhielten auch Tanja Schultz, Albert Siemer, Jürgen Schmitz und Bernd Schnakenberg, die dem Verein seit zwei Jahrzehnten angehören.

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