AUS DEM GERICHT 55-Jähriger muss wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen Geldstrafe zahlen

Verbotene Lagerung von Autowracks

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Dötlingen – Weil er unerlaubt schrottreife Fahrzeuge, in denen sich zum Teil noch umweltschädliche Betriebsstoffe befanden, gelagert statt ordnungsgemäß entsorgt hat, ist ein 55-jähriger Mann aus der Gemeinde Dötlingen am Freitagvormittag vom Wildeshauser Amtsgericht zu einer Geldstrafe mit 60 Tagessätzen verurteilt worden. Der Angeklagte, der ohne Verteidiger gekommen war, bewertete die Lage durchaus anders als Richterin und Staatsanwaltschaft und will sich überlegen, ob er gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt.

Laut Anklage hat der Mann sechs Fahrzeugwracks auf von ihm gepachteten Arealen abgestellt. Da diese noch Betriebsstoffe wie Motoröl und Frostschutzmittel enthielten, soll er billigend eine Verunreinigung der Umwelt in Kauf genommen haben. „Die Fahrzeuge standen zwar auf festem Untergrund. Weil der Boden aber nicht rund herum versiegelt ist, hätten die Stoffe bei Regen ins Erdreich gespült werden und das Grundwasser verunreinigen können“, erläuterte der Staatsanwalt.

Der Angeklagte stritt alles ab. Die Fahrzeuge gehörten, bis auf eine Ausnahme, nicht ihm, sondern Bekannten, gab er an. Eines wollte er gar nicht zuordnen können. Aber warum befanden sie sich dann auf seinem Grundstück? Nach Angaben des 55-Jährigen gab es dafür unterschiedliche Gründe. Einer der Bekannten wollte an seinem Wagen herumschrauben, ein anderer hätte seine Fahrzeuge aufgrund eines Umzugs dort abgestellt, und sein eigenes Gefährt sei kein Wrack, sondern erhaltenswert. Er habe es zu Restaurationszwecken gekauft. Warum es jahrelang auf dem Areal stand, ohne dass was passierte, erschloss sich der Richterin allerdings nicht. „Zumal sie ja die Zeit gehabt hätten“, stellte sie fest. In dem bei einer Durchsuchung gefundenem Kaufvertrag wurde das Gefährt zudem als „Bastelfahrzeug, defekt, zum Ausschlachten“ bezeichnet.

Der Staatsanwalt ergänzte, dass es in dem Verfahren auch nicht auf die Eigentumsverhältnisse ankomme. „Der Vorwurf lautet lagern“, sagte er. Der 55-Jährige sei für das Areal verantwortlich und hätte dafür sorgen müssen, dass die Autos entfernt werden. Die Aussagen des Angeklagten, wie lange sie auf seinem Grundstück standen, deckten sich zudem nicht mit den Angaben in den bei der Durchsuchung gefundenen Unterlagen. Einige Fahrzeuge sollen demnach schon vor rund 15 Jahren stillgelegt worden sein. Ihr Zustand war von den ermittelnden Beamten als schrottreif eingestuft worden. Der 55-Jährige widersprach. Zum einen handele es sich bei den Fahrzeugen auf der Liste um ganz andere, zum anderen hätten hier nicht kompetente Sachverständige geurteilt. „Die meisten Fahrzeuge sind erhaltenswert, im Prinzip Oldtimer“, meinte er.

Sowohl Richterin als auch Staatsanwalt bezeichneten seine Ausführungen als unglaubwürdig – vor allem auch mit Blick auf das Vorstrafenregister. Aus diesem geht nämlich hervor, dass der 55-Jährige wegen ähnlicher Delikte schon öfter verurteilt wurde. „Ihnen war die Problematik also bekannt. Sie wussten, wie mit solchen Autos umzugehen ist“, so die Richterin. In ihrer Urteilsbegründung ließ sie keinen Zweifel daran, dass sie von der Richtigkeit der Anklage überzeugt ist. „Die Fahrzeuge waren zum Ausschlachten da“, betonte sie. Sie hätten dort nicht lagern, sondern entsorgt werden müssen.

Von Tanja Schneider

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