Urlaub: Ja oder nein?

Nachgefragt am Supermarkt: Wie die Menschen in Pandemiezeiten reisen

Viele Besucher am Strand von Warnemünde.
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Bei warmen Temperauren zieht es viele Urlauber an den Strand: So auch in Warnemünde.

„Fahren wir dieses Jahr noch in den Urlaub oder doch lieber nicht?“ Gerade mit der aufkommenden Corona-Delta-Variante stellen sich viele Menschen diese Frage. Gleichzeitig sinken die Inzidenzzahlen und es gibt Lockerungen im In- und Ausland. In einer Umfrage unserer Zeitung vor einem Neerstedter Verbrauchermarkt haben wir mit einigen Dötlinger gesprochen, wie sie zu diesem Thema stehen und ob sie Urlaubspläne haben.

Dötlingen – „Bedingt kann man in diesen Zeiten schon Urlaub machen“, findet Elke Rind. „Dennoch würde ich gerade niemals in einen Flieger steigen.“ Sie sei kürzlich erst an der Ostsee in einer Ferienwohnung gewesen. „Dort sind wir auch einmal in ein Restaurant gegangen. Aber alles mit Abstand und Vorsicht.“ Außerdem habe sie in ihrem Urlaub versucht, aktiv alle Menschenansammlungen zu vermeiden. „Ich verstehe einfach nicht, wie sich jetzt gerade die Menschen in ihren Ferien in Bars drängen müssen.“

Ganz spontan will Daniela Tiemann aus Dötlingen in den Urlaub fahren. „Geplant ist nur, dass es nach Norwegen geht. Jetzt zum Ferienbeginn.“ Wegen Corona und der aufkommenden Delta-Variante habe sie aber keine Unterkünfte gebucht. „Planen bringt in dieser Zeit einfach nichts. Das führt nur zu Angst, dass alles wieder geschlossen wird und man gar nicht fährt. Wir buchen unsere Unterkunft dann vor Ort.“

Es sei der erste Urlaub in diesem Jahr, erzählt der Schweizer Dennis Schäfer, der mit seiner Frau und Tochter auf dem Kundenparkplatz des Neerstedter Markts Halt macht. Vier Wochen lang wollen sie es sich in Dänemark gut gehen lassen. Er und seine Frau seien durchgeimpft, und Angst vor der neuen Virusvariante habe er nicht. „Dennoch versuchen wir möglichst, für uns zu bleiben. Abstand halten hat in diesen Zeiten eben eine hohe Priorität“, so der 46-Jährige.

Wer in den Urlaub fahren will, soll das ruhig machen.

Walter Löhlein

„Wer in den Urlaub fahren will, soll das ruhig machen“, meint Walter Löhlein. Der Neerstedter war in diesem Jahr schon eine Woche auf Spiekeroog. „Das war aber coronamäßig top durchorganisiert.“ Ins Ausland, gerade dorthin wo sich Touristen stauen, möchte er jedoch nicht fahren. „Man kann nie wissen, was einem dort passieren kann. Für so eine Reise müssten wir erst einmal mehr Menschen durchimpfen.“

Die Neerstedterin Ute Schäfer fährt dieses Jahr nicht in den Urlaub. „Vielleicht nächstes Jahr“, erzählt sie. Trotzdem finde sie die Coronaöffnungen nicht richtig. „Alle Touristenregionen lockern gerade die Beschränkungen und deswegen fahren alle wieder ins Ausland.“ Sie findet, dass sich genau deshalb viele Leute anstecken und Corona verbreiten würde. „Dann kommen sie aus dem Urlaub oder von der EM wieder und schleppen das Virus wieder rein.“

Zuschauerzahlen in den EM-Stadien ist „sehr beunruhigend“

Gerade die laufende Fußball-Europameisterschaft und die Zuschauerzahlen in den gefüllten Stadien findet der 52-jährige Uwe Kröger „sehr beunruhigend“. „Da soll man sich nicht wundern, wenn die Deltavariante kommt.“ Der Ammerländer ist mit seiner Freundin aus Neerstedt drei Tage am Timmendorfer Strand gewesen. „Insgesamt ist es dort recht übersichtlich gewesen. Es waren nicht allzu viele Urlauber da und coronamäßig hat vieles mit der Luca-App funktioniert.“ Auch ein weiterer Ausflug an die Ostseeküste sei geplant. Das liege vor allem daran, dass „Deutschland diese Pandemie sehr ernst nimmt“. Er fühle sich gut aufgehoben, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht. Nicht überall seien die Touristenregionen so gut organisiert wie in Deutschland. „Ich kann jeden verstehen, der mal wieder raus will, dennoch würde ich gerade nicht im Ausland Urlaub machen.“

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