40 Interessierte bei Auftaktveranstaltung

Unternehmer wollen Austausch forcieren

Die Förderplakette „Partner der Feuerwehr“ nahmen Hans-Hermann Nordbrock (Kfz Nordbrock), Anke Spille (Johann Kuhlmann GmbH), Ralf Otte (Fahrzeugeinrichtung Otte) und Dierk Garms (Baustoffe Garms, vorne v.l.) entgegen. Es gratulierten Bürgermeister Ralf Spille, Neerstedts Ortsbrandmeister Martin Einemann, Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich, Brettorfs Ortsbrandmeister Dirk Wilkens und der Dötlinger Ortsbrandmeister Torsten Fischer (hinten v.l.). Foto: Büttner
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Die Förderplakette „Partner der Feuerwehr“ nahmen Hans-Hermann Nordbrock (Kfz Nordbrock), Anke Spille (Johann Kuhlmann GmbH), Ralf Otte (Fahrzeugeinrichtung Otte) und Dierk Garms (Baustoffe Garms, vorne v.l.) entgegen. Es gratulierten Bürgermeister Ralf Spille, Neerstedts Ortsbrandmeister Martin Einemann, Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich, Brettorfs Ortsbrandmeister Dirk Wilkens und der Dötlinger Ortsbrandmeister Torsten Fischer (hinten v.l.).

Dötlingen - Von Tamino Büttner. Nachdem die Vereinigung „Mittelstand Dötlingen“ Anfang der 2000er-Jahre im Sande verlaufen und ein Wiederauflebungsversuch vor einigen Jahren gescheitert war, folgt nun ein neuer Anlauf, um den Austausch der Unternehmen in der Gemeinde zu fördern. Zur Auftaktveranstaltung kamen am Mittwochabend etwa 40 Interessierte in das Landhotel Dötlingen. Über die Resonanz freute sich vor allem der FDP-Fraktionsvorsitzende Claus Plate. Schließlich waren es die Liberalen gewesen, die den Antrag auf Ausrichtung eines Unternehmertreffens gestellt und damit im Gemeinderat Erfolg hatten.

Der Themenmix bei der ersten Zusammenkunft war vielseitig und reichte von der Finanzkommunikation über den Breitbandausbau bis hin zur Verleihung der Förderplakette „Partner der Feuerwehr“. Mit Letzterer werden Betriebe aus der Kommune ausgezeichnet, die den Brandschützern unterstützend zur Seite standen und stehen. Sie nehmen Ausfälle der Mitarbeiter durch Einsätze hin und stellen beispielsweise landwirtschaftliche Geräte oder Teleskoplader mit Arbeitsbühnen zur Verfügung. 

„Der heutige Rahmen passt wunderbar“, kündigte Bürgermeister Ralf Spille die Verleihung an. Sechs Firmen erhielten die Förderplakette. Darunter der Fahrzeugeinrichtungsbetrieb Ralf Otte aus Neerstedt, das Lohnunternehmen Kuhlmann, ebenfalls aus Neerstedt, der Kfz-Betrieb Nordbrock aus Brettorf sowie Garms Baustoffe aus Aschenstedt. „Entschuldigt haben sich vorab die beiden weiteren geehrten Unternehmen Grotelüschen und Tonne aus Neerstedt“, teilte Spille mit.

Der Bürgermeister hatte zu Beginn der Veranstaltung die Notwendigkeit des A1-Gewerbe- und Industrieparks Wildeshausen-Nord hervorgehoben. „Wir müssen das Gebiet Hockensberg entwickeln, um die gewerblichen Anfragen zufriedenzustellen. Dadurch können wir die Wirtschaftskraft halten.“ Er verdeutlichte seine Einschätzung anhand der Haushaltszahlen. Von den 11,5 Millionen Euro auf der Einnahmeseite seien 7,5 Millionen Euro durch die Gewerbe- und Einkommensteuer finanziert. „Auch wenn bei der Gewerbesteuer von einem Euro nur 15 Cent für uns übrig bleiben, ist die Entwicklung des Gebietes zusammen mit der Stadt Wildeshausen und der Gemeinde Prinzhöfte wichtig“, so der Verwaltungschef.

Um junge Menschen aus der Kommune bei der Berufsfindung und -bildung zu unterstützen, hat sich Dötlingen der Plattform „Starte durch“ angeschlossen. Damit vergrößert sich das Projekt aus Hatten in die Breite des Landkreises Oldenburg. „Unternehmen können sich kostenlos registrieren und Stellen eintragen“, erklärte Harald Wolf von der „maxxummedia“ aus Oldenburg, der die Plattform vorstellte. Sie bereinige die Angebote selbstständig, um eine gute Qualität für die Interessierten zu schaffen. In den Schulen werde das Angebot vorgestellt, sobald die Einträge für den Landkreis Oldenburg umfassender seien. „Wer Unterstützung braucht, kann sich gerne bei uns in der Gemeindeverwaltung melden“, offerierte Spille den Ausbildungsbetrieben.

In dem zweiten Vortrag des Abends informierte Frank Firneisen von der Creditreform aus Oldenburg über die „Finanzkommunikation im Mittelstand“. „Jedes Unternehmen sendet bewusst oder unbewusst Signale zu seiner wirtschaftlichen und finanziellen Situation“, sensibilisierte er die Zuhörer. Eine Zahl in seinem Beitrag ließ die Anwesenden besonders aufhorchen: „54 Prozent der Privatpersonen sind sich bei einer Bestellung von Waren darüber bewusst, dass sie diese nicht bezahlen können.“ Bei den gewerblichen Bestellern seien es 18 Prozent.

Firneisen empfahl den Unternehmern, mit drei Partnern regelmäßig im Kontakt zu stehen. Dies seien der Steuerberater, die Hausbank und Creditreform, die kostenlose Beratungen vor Ort biete. Laut Firneisen ist es wichtig, dass die Geschäftsleute den Jahresabschluss vollständig zur Verfügung stellen, Jahresgespräche zur Bilanzoptimierung führen, Skontoerträge ausweisen, Negativmerkmale löschen lassen, das eigene Zahlungsverhalten im Auge haben sowie über neue Gesellschafter, Krisen und deren Bewältigung berichten.

Eine hitzige Debatte gab es im Laufe des Abends über die Breitbandversorgung. „Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis funktioniert gut. Alles, was danach kommt, läuft nicht so, wie wir uns das wünschen“, fasste der Bürgermeister die Lage zusammen. Seine Stellvertreterin Anke Spille unterstrich die Dringlichkeit: „Wenn wir die Breitbandversorgung zum nächsten Thema machen, dann können wir die Tischreihen hier längs aufstellen.“ 

Dass sie sich wieder treffen möchten, stand für die Teilnehmer außer Frage. Unternehmer und FDP-Kreistagsabgeordneter Dierk Garms verdeutlichte, wie wichtig der Austausch ist: „Denn die Gemeinde und die WLO (Wirtschaftsförderung des Landkreises Oldenburg) pflegen zu wenig Kontakt zu den Unternehmen.“ Jürgen Hasselberg aus Brettorf findet die Ausrichtung der Veranstaltungsreihe durch die Gemeindeverwaltung notwendig, um die Politikvertreter mit ins Boot zu holen. „Bei den Terminen des Mittelstandes Dötlingen war die Politik kaum vertreten“, mahnte Hasselberg an.

Margret Müller von der Geest-Apotheke in Neerstedt sprach sich für künftige Treffen in einem möglichen Rhythmus von zwei- bis dreimal im Jahr aus. Bürgermeister Spille betonte in seinem Fazit, dass er auf jeden Fall am Ball bleiben möchte und nahm sich eine Wiederholung dieser Veranstaltung im Jahresverlauf vor.

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