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Unbekannte zerstören Efeu in Dötlingen

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Von: Gero Franitza

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Übergabe der Infotafel am Huntepadd: Marianne Bernhardt-Beeskow, Wolfgang Pohl, Uwe Kläner, Carlo Beeskow und Eckehard Hautau (v.l.).
Übergabe der Infotafel am Huntepadd: Marianne Bernhardt-Beeskow, Wolfgang Pohl, Uwe Kläner, Carlo Beeskow und Eckehard Hautau (v.l.). © Franitza

Dötlingen – Waren es Naturfrevler, Efeu-Hasser oder tragischerweise etwa doch Menschen, die Bäumen und der lokalen Natur eigentlich nur etwas Gutes tun wollten? Das wird sich vielleicht nicht klären lassen. Fest steht nur, dass Unbekannte in Dötlingen, etwa am Parkplatz „Zur Loh“, an rund 20 Bäumen im Ort Efeuranken zersägt und damit die betroffenen Kletterpflanzen zerstört haben.

Die massiven Beschädigungen bemerkt und Alarm geschlagen hatte die Naturschutzbund-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen (Nabu). Bei einem Ortstermin am Lopshof haben die beiden Dötlinger Marianne Bernhardt-Beeskow und Carlo Beeskow sowie der Wildeshauser Wolfgang Pohl auf die Taten aufmerksam gemacht. Zu dem Termin eingeladen waren ebenfalls der Bauamtsleiter der Gemeinde, Uwe Kläner, sowie der Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins, Eckehard Hautau.

Letzterer hatte eingangs darauf hingewiesen, dass der Bewuchs mit Efeu landläufig als durchaus kritisch betrachtet werde. Dieser Ansicht widersprachen die Naturschützer vehement. Sie unterstrichen, dass Efeu den Bäumen in aller Regel nicht schade: Weder „erdrossele“ die Pflanze die Gehölze, noch entziehe sie ihnen lebensnotwendige Nahrung. Nur wenn sich die Pflanze sehr stark auf Äste eines Baumes ausgebreitet habe, könne sich die Last auf diese erhöhen, sodass sie abbrächen. Vielmehr stelle der Bewuchs eine Nahrungsquelle unter anderem für Insekten oder gar Unterschlupf für kleine Vögel oder Fledermäuse dar, so Bernhardt-Beeskow.

Gezielt zerstört: Unbekannte haben Stücke aus dem Ranken des Efeus an einem Baum herausgesägt.
Gezielt zerstört: Unbekannte haben Stücke aus dem Ranken des Efeus an einem Baum herausgesägt. © Franitza

„Die Frage kommt immer wieder vor“, bestätigte Kläner die Diskussion. Doch in der Tat könne Efeu einen Baum nur gefährden, wenn er sich in der Krone ausbreite. Erst dann müsse man tätig werden. Die Gemeinde und der Bauhof hätten sich etwa im vergangenen Jahr dahingehend von Experten beraten lassen, berichtete er. Er gehe erst einmal nicht davon aus, dass die Taten mit einem bösen Hintersinn erfolgt seien. Gleichwohl seien Beschädigungen zur Anzeige gebracht worden. Nun gehe es jedoch darum, die Bürger zu sensibilisieren und mitzunehmen. Wer dahingehend Fragen hätte, könne sich gerne an die Gemeinde wenden.

An einem Baum am Huntepadd konnte die Gruppe deutlich erkennen, wie gezielt die Efeu-Gegner vorgegangen sind. An einem dortigen Baum ist an zwei Stellen jeweils ein mehrere Zentimeter breites Stück herausgesägt worden. An der Rinde sind noch einige Sägespäne zu erkennen. Der Schaden, den die Täter angerichtet haben, wird in den kommenden Tagen und Wochen noch deutlich sichtbar werden, da die Ranken – der Verbindung zu ihren Wurzeln beraubt – absterben werden. Die Reste des Efeus werden allerdings erst einmal an den Bäumen belassen, sagte Kläner.

Pohl übergab ihm ein wetterfestes Schild, das Interessierten Informationen über Efeu liefert. Dieses und ähnliche Exemplare hatte die Ortsgruppe zusammen mit der Stadt Wildeshausen am Walderlebnispfad aufgestellt. Gerne könne der Nabu auch noch ein zweites Exemplar zur Verfügung stellen, so Pohl. Kläner nahm die Schilder dankend an. Der Vorstand des Heimatvereins könne geeignete Standorte dafür aussuchen, regte er an.  

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