Uhu-Besuch im Jugendhaus

Juno und Uhu Fritz verstehen sich – nach anfänglicher Schüchternheit – ziemlich gut. Falkner Uwe Tietz erklärt ihr, wie sie mit dem Tier umgehen soll.
+
Juno und Uhu Fritz verstehen sich – nach anfänglicher Schüchternheit – ziemlich gut. Falkner Uwe Tietz erklärt ihr, wie sie mit dem Tier umgehen soll.
  • Katia Backhaus
    vonKatia Backhaus
    schließen

„Noah und seine Tiere“ stehen im Mittelpunkt der Themenwoche der evangelischen Jugend, die seit Montag im Dötlinger Jugendhaus läuft. Coronabedingt ist das Angebot reduziert worden – doch den Besuch eines Uhus behielt Jugenddiakon Jochen Wecker im Programm.

Dötlingen – Neun statt 18 Kinder, eine statt zwei Wochen: Das Programm der Themenwochen der evangelischen Jugend ist in diesem Jahr coronabedingt deutlich verkürzt. Dabei steht mit „Noah und seine Tiere“ ein umfangreiches Thema im Fokus. Mit Unterstützung der ehrenamtlichen Teamer hat Jugenddiakon Jochen Wecker ein Programm für eine Woche entworfen, das seit vergangenem Montag läuft und ab dem 27. Juli noch einmal für eine zweite Gruppe wiederholt wird.

Die Kinder haben vielfältige Möglichkeiten, sich der biblischen und der realen Tierwelt zu nähern: Es gibt Ausmalblätter mit verschiedenen Arten. „Auch Tiere, die man nicht so kennt“, erläutert Teamerin Sara, die bereits zum vierten Mal bei der Organisation hilft. Wecker hat für die Mädchen und Jungen auch Geschichten vorbereitet, die er ihnen vorliest. Außerdem können die Kinder eine Arche aus Pappe basteln, es wird gemalt, musiziert und gespielt. Ein Ausflug gehört zu der Themenwoche ebenfalls dazu.

Doch neben all diesen mehr oder weniger indirekten Begegnungen mit der Tierwelt sticht der Besuch von Falkner Uwe Tietz besonders hervor. Denn der Wildeshauser ist nicht allein nach Dötlingen gekommen, sondern hat „Fritz“, einen sibirischen Uhu, mitgebracht. Der gold- und beigefarbene Greifvogel lebt normalerweise in Wüsten oder Steppen, Tietz’ Begleiter ist hingegen in Deutschland zur Welt gekommen und bei seiner Partnerin Regine Liebtrau und ihm aufgewachsen. „22 Gramm war er am Anfang schwer, wisst ihr, wie viel das ist?“, fragt Tietz die drei Kinder, die vor ihm auf einer Bank sitzen und den Uhu aufmerksam beobachten.

Der Greifvogel kann sehr gut hören

Mit einem Jahr und zwei Monaten gelte der Vogel nun als ausgewachsen, erzählt der Falkner. Gut zwei Kilo wiegt er inzwischen – das bekommt auch die neunjährige Juno zu spüren, als Fritz auf ihren Arm klettert. Aber einfach so nimmt man keinen Uhu hoch, macht Tietz deutlich. Wichtig sei vor allem, ruhig zu bleiben und keine Angst zu zeigen. „Wer Angst hat, ist Beute“, erklärt er. Doch erst einmal will der Greifvogel sowieso nicht von seiner Sitzstange auf den dicken Lederhandschuh klettern. Juno muss sich vorsichtig neben ihn knien, damit er den Schritt wagt. „Das war schön, aber auch schwer“, erzählt die Neunjährige später. „Erst hatte ich ein bisschen Angst, aber als der Uhu mich nicht mehr direkt angeguckt hat, nicht mehr.“

Tatsächlich ist der Greifvogel an den Kindern weniger interessiert als die an ihm. Wo er ein Geräusch hört, dreht er den Kopf hin. Das habe auch mit seinem Seh- und Hörvermögen zu tun, erklärt Tietz. Denn um etwa eine Entfernung richtig abzuschätzen, muss der Uhu erst mit dem einen, dann mit dem anderen Auge schauen. Deshalb wippe er häufig mit dem Kopf. Vor allem aber könne der Vogel außergewöhnlich gut hören, berichtet der Falkner – trotz der Tatsache, dass er keine Ohrmuschel, sondern nur je ein Loch an jeder Kopfseite hat.

„Wer Angst hat, ist Beute“

Der Falkner nutzt die gemeinsame halbe Stunde auch, um den Kindern ein paar Tipps für den Umgang mit Hunden zu geben. Denn auch für die gelte: „Wer Angst hat, ist Beute“, sagt der Wildeshauser. Wegzurennen sei ebenso wenig hilfreich wie sich dem Tier ungefragt zu nähern oder es unabsichtlich zum Spielen aufzufordern.

Am Ende darf auch Hannes Fritz auf seinen behandschuhten Arm locken. Weil Uhus laut Tietz Frauen gegenüber eher aufgeschlossen sind, muss der Junge besonders freundlich und unaufgeregt mit dem Greifvogel umgehen – was ohne Probleme klappt. „Ihr seid super mutig“, lobt Wecker die Kinder. Auch für ihn war es ein besonderer Besuch.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Mit neuen Gesichtern und neuen Trikots: Trainings-Start bei Werder

Mit neuen Gesichtern und neuen Trikots: Trainings-Start bei Werder

Überraschend: Diese fünf Berufe machen krank

Überraschend: Diese fünf Berufe machen krank

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Kreidesee lockt Taucher aus der ganzen Welt an

Kreidesee lockt Taucher aus der ganzen Welt an

Meistgelesene Artikel

Buntes und kostenloses Ferienprogramm

Buntes und kostenloses Ferienprogramm

Luft nach oben, Hunger nach mehr

Luft nach oben, Hunger nach mehr

Mehr Aufgaben – aber nicht mehr Personal

Mehr Aufgaben – aber nicht mehr Personal

Kommentare