Grabungsteam dokumentiert Funde

Überreste eines Großsteingrabs in Hockensberg entdeckt

Eine Grabungsteam an einer Grabungsstätte
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Haben noch einiges an Arbeit vor sich: Grabungsleiter Eik Abbentheren und sein Team, das derzeit mehrere Funde dokumentiert.

Hockensberg – Die Archäologen, die das Areal für das geplante Gewerbegebiet in Hockensberg untersuchen, haben Überreste eines Großsteingrabs entdeckt. Ein Findling sowie mehrere dunkle Stellen im Boden der Prospektionsgräben hatten das Team der Vechtaer Firma Denkmal 3D aufmerksam gemacht.

Vor anderthalb Wochen hatte es deshalb damit begonnen, im nordwestlichen Teil des Gebiets eine größere Fläche zu öffnen, um diese genauer auf Funde untersuchen zu können.

Es handele sich allerdings nur um Reste eines ehemaligen Großsteingrabs, keine vollständig erhaltene Stätte, erläutert Archäologe Falk Näth, einer der beiden Inhaber von Denkmal 3D. Es stamme offenbar aus der Trichterbecherkultur um 3 200 vor Christus, also aus der Steinzeit. Ein solcher Fund sei keine große Überraschung, schließlich sei die Gegend für diese Stätten bekannt, sagt Näth.

Eik Abbentheren, der die Grabung in Hockensberg leitet, kann ebenfalls kein vollständig erhaltenes Großsteingrab erkennen. Die großen, runden Flecken im Boden deuteten die ehemaligen Standorte der Steine an, erklärt er. Einige Findlinge, die auf der freigelegten Fläche zu sehen sind, gehörten wohl dazu, befänden sich aber vermutlich nicht mehr an ihrer Originalposition.

Eindeutig eine von Menschen errichtete Stätte

Eindeutig sei jedoch, dass sich an dieser Stelle eine von Menschen hergestellte Stätte befunden habe, sagt Abbentheren. Sein Team und er sind nun dabei, die Fundstellen per Hand zu glätten und besser sichtbar zu machen. Anschließend werden sie durch Fotos dokumentiert. Auch eine Luftbildaufnahme sei bereits gemacht worden, berichtet der Grabungsleiter.

An mehreren Stellen soll außerdem in die Tiefe gegraben werden – auch das aus Sorgfaltsgründen per Hand –, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Insgesamt seien auf der nun geöffneten Fläche etwa 70 Fundstellen markiert, schätzt Abbentheren.

Neben den großen sind auch zahlreiche kleine dunkle Kreise auf dem Feld mit pinkfarbenen Fähnchen markiert. Diese zeigten wahrscheinlich die Standorte ehemaliger Pfähle an, erklärt Abbentheren. Den Umriss eines Gebäudes könne er jedoch nicht erkennen. Keramikreste hätten er und sein Team nicht entdeckt. Die Funktion der Flecken beziehungsweise der Pfähle sei also noch unklar.

Ein Stein aus einem ehemaligen Großsteingrab? Möglicherweise ja.

Dort, wo die Funde nun voraussichtlich bis Ende kommender Woche dokumentiert werden, soll laut Bebauungsplan künftig ein Regenrückhaltebecken entstehen. Bauamtsleiter Uwe Kläner will sich am Donnerstagmorgen vor Ort über den aktuellen Stand informieren.

Wie es nach der Dokumentation weitergehe, liege erst einmal in der Hand des Landesamts für Denkmalpflege. „Es kann auch dazu führen, dass man sagt, man birgt das Material“, erklärt Kläner.

Der Bürger- und Heimatverein Dötlingen habe bereits sein Interesse an möglichen Ausgrabungsstücken angemeldet. Archäologisch interessante Steine könnten zum Beispiel auch am Rande des Gebiets, versehen mit einer Informationstafel, aufgestellt werden, so Kläner.

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