FSJlerinnen berichten von ihren Erfahrungen

Treckerfahrten und Gebärdensprache

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Auch bei der Kunsttherapie waren die FSJlerinnen Jasmin Rahim (l.) und Marina Korte dabei.

Neerstedt - Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren, liegt weiterhin im Trend. Auch die Diakonie kann sich über einen Mangel an Bewerbern nicht beklagen. Zum September bietet sie im Oldenburger Land wieder 200 Plätze an, von denen nur noch 20 zu vergeben sind.

Dass der Freiwilligendienst durchaus neue Impulse liefern kann, bestätigten am Donnerstag Marina Korte und Jasmin Rahim, die ein FSJ in der Fachklinik in Neerstedt absolviert haben. „Und ich habe wirklich viel gelernt“, sagt die 19-jährige Korte, die heute ihren letzten Arbeitstag in der Suchtklinik hat. Die Aschenstedterin Rahim bleibt noch einen Monat. Anschließend möchte sie „Soziale Arbeit“ studieren. „Das FSJ hat mich in diesem Wunsch noch bestärkt“, erzählt die 20-Jährige. Im vergangenen Jahr meisterte sie ihr Abitur und bewarb sich anschließend bei der Diakonie. „Meine Schwester hatte es mir geraten, weil sie selbst gute Erfahrungen mit dem FSJ gemacht hat“, sagt Rahim. Den Ratschlag kann sie inzwischen weitergeben.

In der Neerstedter Fachklinik, die sich mittlerweile auf Süchtige mit Beeinträchtigungen spezialisiert hat, ist die Arbeitstherapie ein wichtiger Baustein. Rahim war in der Gärtnerei eingeteilt. Ihre prägendste Erfahrung dort? „Ich bin zum ersten Mal Trecker gefahren“, berichtet die zierliche junge Frau. Die Großenkneterin Korte arbeitete vormittags in der Küche, bereitete zusammen mit den Patienten Salate und Desserts zu. Beide FSJler schnupperten zudem in die Verwaltungsarbeit, durften bei Psychotherapiestunden dabei sein und die „aktive Freizeitgestaltung am Mittwoch“ organisieren. „Dann sind wir mit den Patienten zum Kegeln, Minigolfen, Schwimmen oder in den Tierpark gefahren. Gestern gab es eine Grillveranstaltung“, erzählt Korte. 

Vielfältige Freizeitgestaltung

Ziel sei es, den Patienten zu zeigen, was sie mit ihrer Freizeit alles anfangen können und ihnen zu vermitteln, dass sie auch ohne Alkohol Spaß haben und Kontakte knüpfen können. „Wir haben wiederum gelernt, uns zu organisieren und uns auch mal durchzusetzen“, sagt Korte. „Ich bin viel selbstbewusster geworden.“ Rahim stimmt zu. Auf fremde Menschen zuzugehen, habe nie zu ihren Stärken gehört. „Ich musste mich überwinden“, gesteht sie. „Durch das FSJ habe ich gemerkt, dass mehr Potenzial in mir steckt als gedacht.“

Beide FSJler schätzen nicht nur den Kontakt zu den Patienten, sondern auch die familiäre Atmosphäre unter den Mitarbeitern. „Und natürlich die vielen Möglichkeiten. Wir konnten sogar Gebärdensprache lernen“, sagt Korte, die nun eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau beginnt. 

ts

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