Rallye mit 13 Teilnehmern 

Trecker tuckern aus Jux durch die Gemeinde Dötlingen

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Nils Kröger und Tochter Lillemor sind mit einem „Allgaier A22“ unterwegs.

Dötlingen - Von Janin Decker. „Wir haben vom letzten Jahr noch etwas gut zu machen“, sagt Nils Kröger mit einem Augenzwinkern. Er ist am Sonnabend einer von 13 Teilnehmern der zweiten „Dötlinger Juxrallye für Oldtimer-Trecker“ der Motorsportgemeinschaft (MSG) Hunte-Delme.

Im vergangenen Jahr war es ein technischer Defekt, der den Trecker-Fan aus Döhlen (Großenkneten) zur Aufgabe zwang. Dieses Jahr soll das anders werden.

„Wer eine Karte lesen kann, ist bei dieser Rallye ganz klar im Vorteil“, verrät MSG-Sportleiter Klaus Jokiel, der die Veranstaltung mit sechs weiteren Helfern auf die Beine gestellt hat. Damit das Navigieren nicht so schwerfällt, erklärt er vorab noch einmal allen Teilnehmern, wie der Spaß funktioniert: „Es geht darum, immer die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten auf der Karte zu fahren. Dabei dürfen die einzelnen Straßen nie zwei Mal befahren werden.“ Unterwegs gebe es Schilder mit roten Zahlen auf weißem Grund. Die sollen die Teilnehmer in entsprechender Reihenfolge notieren. Als Kontrolle, ob sie den richtigen Weg gefunden haben. „Außerdem gibt es unterwegs sechs Aufgaben zu bewältigen, mit denen ihr Punkte sammeln könnt“, erklärt Jokiel. Bevor sich die Teilnehmer auf ihre Fahrzeuge setzen, hat er noch einen wichtigen Hinweis: „Es geht nicht um Geschwindigkeit. Lasst euch also ruhig Zeit.“

„Wie verrückt durch die Gemeinde gerast“

Für Nils Kröger ein guter Rat. „Das wusste ich im vergangenen Jahr nicht. Deswegen sind wir wie verrückt durch die Gemeinde gerast“, erinnert er sich – insofern sich bei den doch recht beschaulichen Höchstgeschwindigkeiten der Oldtimer-Trecker von Rasen sprechen lässt. In diesem Jahr soll es für Kröger und seine neunjährige Tochter Lillemor auf jeden Fall beschaulicher werden. Wie schon 2016 kommt sie als Beifahrerin mit. Zunächst nimmt das Mädchen allerdings Reißaus, als Papa seinen „Allgaier A22“ anwirft. „Das ist mir viel zu laut“, meint die Neunjährige. Für ihren Vater ist das Starten mit ein wenig Arbeit verbunden. „Ich muss noch ankurbeln“, erklärt er. Sein A22 von 1950 ist das älteste Fahrzeug bei der Rallye. „Und das einzige mit Verdampfungskühlung“, sagt Kröger mit ein wenig Stolz in der Stimme. Ein Familienerbstück sei der Allgaier. „Und er ist jahrzehntelang in Scheunen und Hühnerställen verrottet, bevor Erich Rowold ihn für unsere Familie restauriert hat.“

Mit Karten und Bordbüchern „bewaffnet“ machen sich inzwischen die ersten Teilnehmer auf den Weg zur 20 Kilometer langen Rundtour durch die Gemeinde. Einige haben einen Beifahrer dabei und so etwas Hilfe beim Lesen der Karte. Andere möchten die Rallye alleine meistern. Georg Ostendorf wird von seiner Tochter Gesa begleitet. Auf dem Soziussitz des Traktors hat sie sich so zurechtgesetzt, dass sie alles im Blick hat. Auch wenn diese Position von außen etwas unbequem aussehen mag – die beiden sind bester Laune.

Sonderprüfung: Schießen

Nach einigen Minuten Fahrt ist auch die erste Sonderprüfung erreicht: Am Schießstand warten Carmen und Frank Leutloff vom Schützenverein Dötlingen und stellen die ruhige Hand der Fahrer auf die Probe. „Gar nicht so einfach nach der Fahrt auf dem wackeligen Trecker“, stellt Simon Schröder aus Dötlingen fest. Obwohl er ebenfalls Mitglied im Schützenverein ist, erfordern die je drei Schüsse auf die Glücks- und die Ringscheibe seine volle Konzentration.

Ein paar Kilometer weiter sind für den Fahrer des 18 PS starken Deutz sowie die anderen Teilnehmer ein ruhiger Fuß und Gefühl für das Fahrzeug gefragt. Bei der Gleichmäßigkeitsprüfung geht es darum, eine Strecke von einem guten Kilometer durchgehend mit 15 Kilometern pro Stunde zu befahren.

An weiteren Punkten im Lauf der Veranstaltung gibt es Dosenwerfen sowie ein Boccia-Spiel. Außerdem müssen die Teilnehmer die Breite ihrer Fahrzeuge richtig einschätzen und mit den Gefährten möglichst dicht an ein Gatter heranfahren.

„Die Ergebnisse aller Sonderprüfungen gehen am Ende in die Wertung ein“, erklärt MSG-Vorsitzender Pierre Henning. „Wer sich also nicht verfährt und einigermaßen geschickt anstellt, hat gute Karten“, sagt er.

Am Ende macht Uwe Bahrs aus Hölingen das Rennen und landet auf dem ersten Platz. Der zweite Platz geht an Stefan Castens aus Dötlingen, Dritter wird Simon Schröder. Auch Nils und Lillemor Kröger kommen dieses Mal ins Ziel und landen mit ihrem Allgaier auf dem zehnten Platz.

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