Beissert wendet sich mit Anliegen an Gemeinde und Rat

Traum von einem Museum in Dötlingen

Hans-Werner Beissert in seinem Museum Urgeschichte-Neuzeit in Kleinenkneten. In Dötlingen wünscht er sich ein Bauern- und Künstlermuseum, für das er Exponate stiften würde. - Archivfoto: Dejo

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Seit seiner Jugend hat Hans-Werner Beissert einen Traum: den Aufbau eines Bauern- und Künstlermuseums in Dötlingen. Jahrzehntelang hat er Exponate zusammengetragen. Einen Teil seiner beachtlichen Sammlung würde er für diesen Zweck stiften und als Leihgabe zur Verfügung stellen. Bislang haben seine Bemühungen um ein Museum allerdings keine Früchte getragen. Deshalb wendet er sich nun mit einem Schreiben an Bürgermeister Ralf Spille, die Ratsfraktionen sowie den Ostrittrumer Kreistagsabgeordneten Ernst-August Bode. Seine Bitte: Sie sollen sich mit der Planung befassen und sich für eine Einrichtung einsetzen.

„Ein Bauern- und Künstlermuseum wäre eine Bereicherung und würde nicht nur bei der einheimischen Bevölkerung größte Zustimmung finden“, ist sich Beissert sicher. Schließlich sei Dötlingen seit Jahrzehnten Ausflugsziel und „Wochenendbleibe“ für Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Landschaft, die vor- und frühgeschichtlichen Stätten, die Aktivitäten der Künstler und auch die Sehenswürdigkeiten wie der Tabkenhof machten Dötlingen wahrlich zum Golddorf. „Was fehlt, und das beklage ich, ist ein Museum“, meint der 75-Jährige. „Wo, wenn nicht in Dötlingen mit seiner Geschichte, ist der Aufbau zwingender und gerechtfertigter?“

Laut Beissert hat er schon Anfang der 1980er-Jahre einen ersten Antritt bei der Gemeinde Dötlingen unternommen. Damals sei er auf wenig Interesse gestoßen. Er zog nach Worpswede, wo er das Teufelsmoor- und das Glas-Museum Marienhütte betrieb. 2001 wollte er zurück in die alte Heimat. Da er in Dötlingen nichts Passendes fand, zog er nach Kleinenkneten. Dort eröffnete Beissert 2003 sein Museum Urgeschichte-Neuzeit und die Galerie „Alte Dötlinger und Worpsweder Kunst und Kultur“. Daneben ist er um den Aufbau eines „Urgeschichtlichen Zentrums Wildeshausen“ bemüht.

Der Gedanke an ein Museum in Dötlingen ließ ihn aber nie los. Nun möchte er die Idee vorantreiben. „Schließlich bin ich 75 Jahre alt. Da muss ich langsam mal wissen, ob Dötlingen ein Museum will oder nicht“, sagt Beissert, der ansonsten mit der Überlegung spielt, Teile seiner Sammlung zu veräußern.

Insgeheim hofft Beissert noch auf die Gunst der Dötlingen Stiftung sowie des Bürger- und Heimatvereines (BHV), die aus seiner Sicht sehr rührig sind, die Eigenart des Dorfes weitgehend bewahrt, aber auch neue Anziehungspunkte geschaffen und Dötlingen zu einem Kleinod entwickelt haben. Allerdings hatte er auch dort schon 2012/2013 einen Vorstoß gewagt, der „leider ins Leere gelaufen ist“. Zwar sei Interesse bekundet worden, so Beissert, weiterführende Gespräche habe es aber nicht gegeben. Dennoch hält er die Einbindung der Stiftung, des BHV sowie der Gästeführer nach wie vor für sinnvoll – zumal ihm wegen seines Museums in Kleinenkneten selbst die Zeit fehle, um auch noch eines in Dötlingen zu betreiben. Gleichgesinnte, die sein Vorhaben unterstützen möchten, können sich deshalb gerne bei ihm melden – telefonisch unter 04431/942669 oder per E-Mail an hans-wernerbeissert@ web.de.

„Vorstellbar ist ja auch, dass sich jemand findet, der nicht nur mitwirken, sondern zudem Räume zur Verfügung stellen möchte“, hofft Beissert, der damit das Thema Standort anspricht. „Ein Museum sollte möglichst in der Ortsmitte angesiedelt sein“, meint der 75-Jährige, der in Richtung Tabkenhof schielt. Ideal wären seiner Meinung nach aber auch unterschiedliche Gebäude am Dorfring. Diese Gedanken hatte er damals ebenfalls der Dötlingen Stiftung mitgeteilt, die darauf hinwies, dass eben jene Gebäude nicht zur Verfügung stehen, weil sie bewohnt sind.

Neben der Standortsuche dürfte für den Gemeinderat – wenn er sich denn mit dem Anliegen befasst – der finanzielle Aufwand eine entscheidende Rolle spielen. Dass es ein Museum nicht zum Nulltarif gibt, ist auch Beissert bewusst. „Investiert werden muss immer in irgendeiner Form“, meint er, glaubt aber, dass sich dies auszahlen werde. Über Einnahmequellen hat sich der 75-Jährige ebenfalls schon Gedanken gemacht. So könnte durch den Eintrittspreis sowie den Verkauf von Schriften, Ansichtskarten, Antiquitäten, aber auch Dötlinger Spezialitäten wie Hausmacherwurst, Honig oder Spargel Geld hereinkommen.

Beissert hofft, dass die Gemeinde nun aktiv wird und sich zumindest mit seinem Traum beschäftigt. „Eine Reaktion gab es noch nicht, aber ich habe das Schreiben auch erst Ende vergangener Woche herausgeschickt“, ist er zuversichtlich.

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