Fremdenverkehr ist Dauerthema

Tourismuskonzept: Erste Punkte realisiert

Die Beschilderung in der Gemeinde Dötlingen wird im Laufe des Jahres aktualisiert. Fotos: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Der Fremdenverkehr und seine Entwicklung sind in Dötlingen ein Dauerthema. Die Gemeinde hatte deshalb ein Tourismuskonzept mit Handlungsempfehlungen in Auftrag gegeben. Im Mai 2017 wurde es präsentiert. Es folgten eine Prioritätenliste und erste Maßnahme. Auf Wunsch der Grünen-Fraktion im Rat informierte der Bürgermeister nun über den aktuellen Stand.

Etwa 15 der im Rahmen des Tourismuskonzeptes empfohlenen Maßnahmen in der Gemeinde Dötlingen haben Priorität eins erhalten. Einige von ihnen hat die Verwaltung bereits abgearbeitet, andere befinden sich in der Umsetzung. „Die finanziellen Auswirkungen hierfür belaufen sich derzeit auf insgesamt 38 865 Euro“, berichtete Bürgermeister Ralf Spille. Wie von der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, informierte er am Dienstagabend während der öffentlichen Sitzung des Schul- und Kulturausschusses im Neerstedter Rathaus über den aktuellen Bearbeitungsstand und beantwortete Fragen, beispielsweise zur Kooperation mit Nachbarkommunen.

„Ein ganz wichtiger Punkt war die Aktualisierung unserer Homepage“, betonte der Bürgermeister. Im August ist sie online gegangen, ganz vollständig sei sie allerdings noch nicht. In einigen Bereichen müssten noch Infos und Bilder ergänzt werden. Für die Anfertigung von Fotos hatte die Verwaltung über einen öffentlichen Aufruf Einwohner gesucht und gefunden. „Kurioserweise mussten wir mit ihnen Modelverträge abschließen“, verriet Spille.

In den Onlineauftritt integriert wurden unter anderem Hinweise zur autofreien Anreise sowie ein neuer Veranstaltungskalender. Das angedachte Reservierungs- und Buchungssystem befinde sich momentan in Prüfung. „Dieser Punkt gestaltet sich etwas schwierig“, ergänzte der Verwaltungschef. Im Zuge des Tourismuskonzeptes war zudem der Wunsch nach einer besseren Abstimmung der Öffnungszeiten der Freizeit- und Gastronomieeinrichtungen laut und mit Priorität eins versehen worden. Hintergrund ist, dass Besucher montags und dienstags kaum eine geöffnete Tür finden. „Als Gemeinde können wir die vorhandenen Daten nur berücksichtigen, aber nicht die Öffnungszeiten vorschreiben“, betonte Spille.

Die Kosten für die neue Homepage inklusive der beiden Grundschul-Webseiten, die in diesem Quartal fertig sein sollen, liegen bei knapp 16 800 Euro. Die Fotoserie schlägt mit 6 600 Euro zu Buche. 2 500 Euro plant die Gemeinde für die Neuauflage des Tourjournals ein, das in diesem Jahr erscheinen soll. „Das Gastgeberverzeichnis wird aus praktischen Gründen erstmals gesondert erstellt“, erläuterte Spille. Ferner sollen die Infotafeln mit neuen Ortsplänen bestückt und die Wegweiser „Rote Hütchen“ im Dorf Dötlingen aktualisiert werden. Ein Bestandskataster ist laut Verwaltung aufgestellt, notwendige Änderungen sind erfasst. Die Hütchen sind eher Dächer, unter denen Hinweisschilder gebündelt sind oder die sich auf Infotafeln vor Sehenswürdigkeiten wie dem Tabkenhof befinden.

Einen großen Raum nehmen die Rad- und Wanderwege ein. Bekanntlich überarbeitet der Naturpark Wildeshauser Geest derzeit in Kooperation mit den angehörigen Kommunen das bestehende Netz. Die Erstellung des Radwegeleitsystems inklusive einer Tagesroute rund um Dötlingen sei weit gediehen, meinte Spille. Die Beschilderung solle in diesem Jahr erfolgen. Abgerundet werde das Vorhaben durch Kartenmaterial.

Eine Frischekur erhält auch das Wanderwegenetz. Hierfür konnten die im Naturpark befindlichen Gemeinden zwei Wanderwege melden. „Das ursprüngliche Ziel, Qualitätswege auszuweisen, konnte nicht erreicht werden. Hierfür sind die Kriterien einfach zu streng“, erläuterte der Bürgermeister. Dötlingen hat den Huntepadd eingereicht und eine Route rund um Ostrittrum, die Rittrumer Berge und das Poggenpohlsmoor ausgearbeitet. „Da sich einige Passagen auf privaten Wegen befinden, sind wir mit der Strecke noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen“, berichtete Spille.

Neben der Kooperation mit dem Naturpark, der derzeit selbst an einem Masterplan zur touristischen Entwicklung aufstellt, setzt die Gemeinde auf eine Vernetzung mit den Nachbarkommunen. „Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass die Region von einem Urgeschichtlichen Zentrum in Wildeshausen profitieren wird“, sagte der Bürgermeister.

Während der Schul- und Kulturausschuss die Fortschritte wohlwollend zur Kenntnis nahm, kamen während der Einwohnerfragestunde Anregungen. Olaf Schachtschneider vom Verein Dötlinger Gartenkultour plädierte für ein Parkleitsystem. Künstlerin und Gästeführerin Anne Hollmann bat darum, die Kultur zu berücksichtigen. „Die wird bislang in dem Konzept vergessen“, sagte sie.

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