Ein Bulli frisst kein Brot

Torsten Denker sammelt und restauriert VW-Transporter

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Torsten Denker in seinem ältesten Stück: Ein Fahrzeug der Modellreihe T2.

Dötlingen - Von Phillip Petzold. Torsten Denker kann nicht nein sagen. Kommt ihm ein günstiger VW-Bulli in gutem Zustand unter, greift er zu. 24 Exemplare stehen schon auf dem Gelände des Aschenstedters. Manche dienen nur noch als rollendes Ersatzteillager, an anderen wird noch geschraubt und geschweißt.

Eine Glaubensfrage teilt die Bullifreunde: Geht es auch vorne? Bis einschließlich zum Modell T3 saß der Motor über der Hinterachse, dann wanderte er nach vorne. „Das heckgetriebene Grundkonzept basiert noch auf dem ersten Käfer, von vor dem Krieg“, erläutert Denker und ergänzt: „Der Bullimotor gehört nach hinten.“ Mit dem Frontmotor sei der Bus bloß ein normales Auto. „Auf den Treffen verstehen sich aber alle. Ob sie ‘nen T1 oder T6 fahren.“

„Bulli ist gut geeignet zum Selbermachen“

Für Denker liegt der Vorteil des hinten liegenden Motors auf der Hand: Er kann einfacher ausgebaut, repariert und getauscht werden. So arbeitet in einem von Denkers Bullis der Motor eines Audi 100 anstelle des Originals. „Der Bulli ist gut geeignet zum Selbermachen. Da ist wenig Technik drin“, so Denker. Seit rund zehn Jahren sind die Transporter sein Hobby, und auch seine Frau macht mit. 

In der Werkstatt steht derzeit ein Modell, das er aus einer Laune heraus um eine Achse verlängert hat. „Ein wenig Bier war dabei auch im Spiel“, gesteht er. Doch das Projekt liegt vorerst auf Eis. Eine neue Aufgabe ist dazwischengekommen. Das passiert häufiger: „Wenn der Preis stimmt, wird gekauft und gesammelt. Ein Auto frisst ja kein Brot.“ So arbeitet er momentan an einem besonderen T3. Mit großen Seitenfenstern erinnert das Exemplar an Vans amerikanischer Hersteller. „Die sind extrem selten“, berichtet Denker. „Davon gibt es nur rund 200 Stück. Den hier muss ich kernsanieren“, berichtet er und zeigt auf die zahlreichen rostigen Stellen an der Karosserie. „Das ist eher ein Bananendampfer als ein Auto.“ 

Neues Exemplar bedarf monatelanger Kernsanierung

Doch der Werkstattinhaber freut sich auf die Arbeit. Ein paar Monate wird es wohl dauern. „Das macht Spaß, und es lohnt sich, darin zu investieren.“ Die Fahrzeuge seien als Anlage interessant. „Die sind wertstabil mit Tendenz nach oben.“

Sein Ziel ist aber nicht der Gewinn, sondern das perfekte Fahrzeug: „Ich will ein makelloses Auto, das meinen Vorstellungen entspricht, sodass ich sagen kann: ,Das Ding hab' ich gebaut!‘“. Dabei ginge es in der Bullifangemeinde weniger um das perfekte Aussehen. „Bei den Bullifreunden steht der menschliche Kontakt im Vordergrund“, berichtet der Schrauber. „Die Besucher können auch mit einer Rostlaube zu den Treffen kommen. Im Vordergrund stehen das Miteinander und das Hobby.“ Aus einer Geburtstagsfeier entstanden, veranstalten Denker und seine Frau einmal im Jahr selbst ein Treffen. Dann kommen Ende Juli rund 100 Bulli-Enthusiasten nach Aschenstedt. „Das ist ein bisschen aus dem Ruder gelaufen.“ Der Bulli bringe die Menschen halt zusammen.

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