Memory im Garten

Tontafeln als Inspirationsquelle

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Marita Tzschoppe (r.) vom Lopshof-Verein freute sich über den Besuch aus den gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg: Antje Jacobs, Rita Boltes, Ingeborg Schlieps, Rainer Fiegen, Ingeborg Spiekler und Jana Reiners (v.l.) brachten neue Tontafeln für das Memory im Lopshof-Garten mit.

Das zuletzt recht ausgedünnte Tontafel-Memory im Garten des Dötlinger Lopshofes ist wieder aufgefüllt – dank eines Projektes der Seniorentagesstätte der gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg mit der Jugendforensik der Karl-Jaspers-Klinik.

VON TANJA SCHNEIDER

Dötlingen – „Es ist doch schön, wenn man nicht nur in seiner eigenen Suppe kocht“, findet Jana Reiners. Und deshalb reifte bei der Gruppenleiterin der Seniorentagesstätte der gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg über Jahre eine Idee. Inspirationsquelle war das Tontafel-Memory, das Reiners im 2012 eröffneten Sinnes- und Erlebnisgarten hinter dem Dötlinger Lopshof entdeckt hatte. Zusammen mit einer Freundin, die in der Karls-Jaspers-Klinik arbeitet, überlegte sie, ob man nicht alte und junge Erwachsene zusammenbringen könnte – für eine Projektarbeit wie den Bau eines Tontafel-Memorys. In beiden Einrichtungen redete man nicht lange um den Gedanken herum, sondern schritt zur Tat.

Seit rund einem Jahr werkeln die Senioren nun mit den heranwachsenden Patienten, die vom Gericht aus in der Karl-Jaspers-Klinik untergebracht sind. Im Rahmen ihrer Resozialisierung sollen sie ehrenamtlich tätig werden, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben, erläutert Reiners. Etwa vier Senioren und ebenso viele junge Menschen – die Gesichter wechseln – arbeiten regelmäßig gemeinsam in den Werkstätten. „Und das klappt sehr gut“, sagt Reiners. Die älteren Teilnehmer und ihre Betreuer hätten den Jugendlichen zwar erst einen gewissen Ghetto-Slang abgewöhnen müssen, seitdem herrsche aber ein höflicher Umgangston. „Und die Jugend bringt auch tolle Ideen ein“, lobt Reiners.

Für die Produktion der Tontafeln hat der Lopshof-Verein dem Projekt einige Muster seines Memorys überlassen, das damals die Lopshof-Maler angefertigt hatten. Anhand der Beispiele formten Senioren und Heranwachsende den Ton, brannten ihn und machten sich anschließend an die Bemalung. Neben Sonnen, Schmetterlingen und Blumen finden sich auch Spinnen und Monster auf den Tafeln. „Das Thema lautete Natur. Das hat nicht immer funktioniert“, sagt Reiners mit einem Schmunzeln. „Die Tontafeln müssen wir noch glasieren. Das Holzgestell wird gerade in der Karl-Jaspers-Klinik gebaut.“ Das fertige Memory soll einem Kindergarten zugutekommen. Welchem, wollte Reiners noch nicht verraten. Sie betonte aber, dass die Kooperation damit nicht beendet sei.

Als Dank für die Ausleihe der Muster haben die Projektteilnehmer zudem 15 weitere Tontafeln gestaltet, die sie am Donnerstag an den Lopshof-Verein überreichten. Deren Sprecherin Marita Tzschoppe freute sich riesig: „Von unseren Tafeln sind mittlerweile einige verschwunden oder zerbrochen. Wir hatten schon überlegt, Ersatz anzufertigen. Da kam der Anruf von Jana Reiners.“ Der Sinnes- und Erlebnisgarten ist übrigens öffentlich zugänglich. Er liegt am Huntepadd und kann von Interessierten erkundet werden.

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