Toilettenpapier auf Aschenstedts Straßen

Bauamtsleiter Uwe Kläner bespricht mit Anwohnern Lösungsvorschläge

Toilettenpapier, welches an einem Gullyloch hängt.
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Auch Wochen nach dem letzten Starkregenereignis bleiben die Straßen verschmutzt.

Die Anwohner rund um das Hauptpumpwerk in Aschenstedt haben ein Problem: Bei Starkregen läuft die Kanalisation über und schwemmt somit alles nach oben, was eben in einer Kanalisation ist. Dieses Ereignis konnte vor Kurzem auch die CDU-Fraktion Dötlingen erleben, als sie im Wahlkampf mit der neuen Bürgermeisterin Antje Oltmanns die Bewohner des Ortes besuchte. Um Lösungen zu diskutieren, hatten die Christdemokraten deshalb für Donnerstagabend zu einem Ortstermin mit Bauamtsleiter Uwe Kläner und einigen Betroffenen geladen.

Aschenstedt – „Hier klebt das Klopapier auf der Straße“, fasste Anwohner Arne Klawonn das Problem zusammen. Er lebt seit mehr als zehn Jahren in Aschenstedt und erlebt häufig die überschwemmte Straße im Kreuzungsbereich „Zum Sande“/Nelkenweg. „In diesem Jahr ging es im Juni mit einem starken Regen los. Anschließend stand hier das Wasser noch zweimal im August.“ Ein Schachtdeckel sei durch den Druck aus der Kanalisation einmal so stark nach oben gedrückt worden, dass „er im 45-Grad-Winkel nach oben stand“.

Bei großen Regenmengen wird das Wasser aus den Gullys nach oben gedrückt.

Problem seit Jahren bekannt

„Das Problem gibt es nicht seit gestern“, gab Kläner zu. Seit in den 1970er-Jahren das alte Pumpwerk in Aschenstedt errichtet wurde, sei versucht worden, Schwierigkeiten mit den Kanalleitungen zu lösen. „Und wir haben es immer weiter verbessert und auch Lösungen erzielt.“ Das Hauptproblem sei aber ein anderes, so Kläner. „Die Starkregenereignisse nahmen in den vergangenen Jahren extrem zu. Der Regen läuft in die Schächte und dafür ist die Kanalisation nicht ausgelegt.“ Es gebe einen Rückstau, da das Hauptpumpwerk Aschenstedt gleich drei große Leitungen aus der ganzen Gemeinde bediene, in denen mehr als 30 kleine Pumpwerke Abwasser einleiten. Zudem, so erklärte der Bauamtsleiter, fließe auch viel Wasser von den Anwohnergrundstücken auf die Straße. „Mehr als 50 Prozent des Wassers kommt von den Anwohnereinfahrten. Die Bewohner sind mitverantwortlich, dass nicht mehr viel Regenwasser auf den Grundstücken versickert. Die Gemeinde ist eigentlich nur für den geregelten Abfluss auf den Straßen zuständig.“ An den neuen Pumpen, die dieses Jahr erst eingebaut wurden, liege es jedoch nicht. „Das sind die Besten, die man in Deutschland bekommen kann“, sagte er.

Versuchen eine Lösung zu finden: Die Anwohner Mike Janßen (v.l.) und Arne Klawonn sowie Bauamtsleiter Uwe Kläner.

Lösungen schwierig umsetzbar

Um die Wassermassen von den Straßen fernzuhalten, sind Lösungen erforderlich, die mitunter nicht leicht umsetzbar sind. Wie Kläner erklärte, könnte zum Beispiel ein Gebäude mit einem Rückhaltebecken errichtet werden. Dies müsse ein geschlossenes System sein, in dem das verschmutzte Wasser eingelagert werde, um es zu einem späteren Zeitpunkt abzupumpen. Eine weitere Lösung sei eine neue Hochdruckleitung, die direkt in das Klärwerk Wildeshausen führt. „Das kostet allerdings mehr als zwei Millionen Euro und ist somit unrealistisch.“

Die Schachtdeckel einfach dichtzumachen ist keine Option. „Das würde sich nur mehr zurückstauen und woanders hochkommen. Im Zweifel fließt es sogar wieder hier runter, da hier der tiefste Punkt der Siedlung ist“, erklärte Kläner.

Die CDU-Vorsitzende Beate Wilke hatte in der Diskussion eine Idee, die Kläner überraschte: „Warum installieren wir nicht Siebe unter den Gullydeckeln? Dann gibt es zwar noch das Problem mit dem Hochwasser, aber das Klopapier wird nicht auf die Straße gespült.“ Als kurzfristige Lösung soll das angegangen werden, meinte Kläner. Für bis zu zehn Schachtdeckel im Nahbereich solle das nun probiert werden. Um dennoch dem Problem Herr zu werden und weiter mit den Aschenstedtern im Kontakt zu stehen, lud der Bauamtsleiter die Anwohner zu einer Diskussionsrunde ein. Am 12. Oktober wolle er sich mit den Ingenieuren der Leitungsversorger treffen, um in einem Abschlussgespräch über die Pumpenumbauten mit Experten über weitere Lösungen zu beraten.

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