Teilnehmer der Biker-Union-Sternfahrt machen Halt in Dötlingen

„Wir wollen einfach eine bessere Lobby haben“

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Die Biker legten gestern noch einen kurzen Tankstopp in Wildeshausen ein, bevor die Fahrt nach Hamm weiterging.

Dötlingen - Knatternde Motoren und dunkle Westen mit allerlei Aufnähern sowie Steckern – die meisten verbinden mit dem Anblick von Bikern nicht gerade viel Positives. Dabei sind viele nur Motorradbegeisterte, die auch ein Recht darauf haben, auf der Straße unterwegs zu sein. Aus diesem Grund organisiert die Biker-Union alljährlich eine Sternfahrt, bei der sie auch in Dötlingen Halt macht.

Die Teilnehmer, die auf der Nordwestroute von Kiel aus starteten, machten am Dienstagabend einen Zwischenstopp auf dem Gelände von Heinrich Hennig. Dieser und sieben weitere Dötlinger nehmen an der Tour teil. Mit seinen 69 Jahren – er hatte zudem am Starttag Geburtstag – ist Klaus Wilhelm Krohn wohl der älteste und erfahrenste Motorradfahrer in der Runde. „Ich werde allerdings nicht zelten, sondern mich jeweils in ein Hotel einquartieren“, schmunzelte er.

Seit etlichen Jahren setzt sich die Biker-Union dafür ein, dass die Zweiradfahrer auf den Straßen nicht vergessen werden. „Wir wollen einfach eine bessere Lobby haben und deshalb unternehmen wir in jedem Jahr solch eine Ausfahrt, an der sich unterwegs immer mehr Zweiradfahrer anschließen“, sagte Thomas Hülsen. Er ist Leiter des Nordwest-Konvois, der die Fahrer zum ersten Zwischen- und Übernachtungsstopp zum befreundeten Motorrad-Club „Drunken Raiders“ führte. Von Dötlingen aus ging es dann gleich am nächsten Morgen weiter. Die Teilnehmer der vier Routen durch Deutschland treffen sich dann am Freitag auf der A2 bei Helmstedt, um gemeinsam bis nach Berlin weiterzufahren.

Zudem wollen die Biker die bestehenden Vorurteile ausräumen. „Nicht jeder von uns trägt eine Weste“, erklärte Hülsen. „Es gibt fünf Millionen Biker in Deutschland, davon ist schätzungsweise unter einem Prozent kriminell oder rast über die Straße“, gab er zu bedenken. Die Biker-Union engagiere sich besonders bei Präventionsmaßnahmen und sammle Spenden für verschiedene Organisationen wie die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

Polizeihauptkommissar Sascha Heindrichs konnte nur bestätigen, dass die Biker sich vorbildlich verhalten. Er und seine Kollegen von der Polizeidirektion Osnabrück begleiteten den Konvoi bis zur Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen. Dann übernahmen seine Kollegen in Hamm, wo gestern auch das Etappenziel der Sternfahrt war. Die Hauptaufgabe der Polizei bestand darin, die Sicherheit der Kolonne zu gewährleisten. Dazu gehörte auch, dafür zu sorgen, dass die Biker geschlossen über Kreuzungen fahren konnten. „Alle Autofahrer zeigten bis jetzt Verständnis, wenn wir kurzzeitig den Verkehr angehalten haben“, meinte Heindrichs. Die Polizei werde auch weiterhin dafür sorgen, dass die Biker wohlbehalten in Berlin ankommen.

jb/fio

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