1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Dötlingen

Taxifahrten sollen teurer werden

Erstellt:

Von: Dierk Rohdenburg

Kommentare

Taxifahren im Landkreis Oldenburg soll teurer werden: Damit sollen Mehrkosten wie der höhere Mindestlohn und steigende Treibstoffpreise aufgefangen werden.
Taxifahren im Landkreis Oldenburg soll teurer werden: Damit sollen Mehrkosten wie der höhere Mindestlohn und steigende Treibstoffpreise aufgefangen werden. © Dpa

Neerstedt/Wildeshausen – Ein steigender Mindestlohn, Ausfälle durch die Corona-Pandemie sowie erhöhte Energie- und Benzinpreise: Aufgrund einiger Faktoren sollen die Tarife für das Taxifahren im Landkreis Oldenburg angehoben werden. Die Verordnung soll schon zum 1. September in Kraft treten. Allerdings müssen der Fachausschuss des Landkreises die Regelungen beraten und der Kreistag das Werk beschließen.

Laut geplanter Verordnung soll von montags bis samstags zwischen 6 bis 22 Uhr (Tarif I) der Grundbetrag von fünf auf sechs Euro erhöht werden. Dieser enthält eine Wartezeit von 180 Sekunden oder eine Wegstrecke von 750 Metern. Werktags von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen (Tarif II) gelten künftig 7,20 Euro als Grundbetrag, inbegriffen ist eine Wartezeit von 204 Sekunden oder eine Wegstrecke von 850 Metern. Zuvor lag der Betrag bei 6,50 Euro. Für Großraumtaxis wird der Grundbetrag im Tarif I von zehn auf elf Euro angehoben und im Tarif II von 11,50 auf 12,30 Euro.

Fahrten bis zehn Kilometer sollen künftig 2,40 Euro pro Kilometer (EUR/km) kosten, darüber liegt der Preis bei zwei Euro pro Kilometer. Großraumtaxis kosten bei einer Fahrtstrecke bis fünf Kilometer demnächst 2,70 EUR/km, zwischen fünf und bis zehn Kilometer werden 2,50 EUR/km fällig und danach noch zwei EUR/km. Bei Wartezeiten werden zehn Cent pro zehn Sekunden berechnet, dies entspricht einem Entgelt von 36 Euro pro Stunde. Zuschläge für Gepäck und Kleintiere werden nicht erhoben. Die Entscheidung, ob Tiere befördert werden, obliege dem Fahrer. Für den Transport von Fahrrädern wird ein Zuschlag von 1,50 Euro erhoben, heißt es.

Gesamtverband hat einen Antrag eingereicht

Hintergrund der Erhöhung ist ein Antrag des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Dieser begründet den Schritt damit, dass sich der Mindestlohn bis zum 1. Oktober auf zwölf Euro pro Stunde erhöhen wird, was eine Steigerung seit der letzten Änderung der Taxentarife von umgerechnet 28,34 Prozent bedeute. Weiter führt der Gesamtverband noch die Steigerung der variablen Kosten durch die Einführung der CO2-Steuer, die Inflationsrate sowie die coronabedingten Ausfälle bei Veranstaltungen an.

„Die Unternehmer haben sich ihre Entscheidung, eine Entgeltanhebung zu beantragen, nicht leicht gemacht“, teilt der Verband in seinem Antrag mit. Dennoch sei eine Anpassung unumgänglich. Das sieht auch Andreas Scherner so. Er ist Geschäftsführer von Taxi Scherner in Neerstedt, Wildeshausen, Harpstedt und Großenkneten: „Damit sind wir auf einem guten Weg“, findet er.

Allerdings findet es Scherner bedauerlich, dass der Zuschlag für die Beförderung von Rollstuhlfahrern wohl erneut abgelehnt wird. Der Landkreis Oldenburg ist der Ansicht, dass dieses gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes verstößt. Scherner hingegen führt den deutlichen Mehraufwand ins Feld. „Wir haben deutlich höhere Kosten. Zudem benötigen wir oft mehr Zeit. Es ist ja nicht damit getan, den Rollstuhlfahrer bis zum Parkplatz der Arztpraxis zu bringen.“

Was die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro betrifft, möchte der GVN zunächst die weitere Entwicklung abwarten. Die Lohnkosten würden rund 60 bis 65 Prozent ausmachen. Vielleicht hilft die Erhöhung aber auch, neue Fahrer zu finden. „Das ist extrem schwierig“, betont Scherner, der 15 Fahrzeuge hat. Gerade am Wochenende fehlten ihm die Aushilfen.  

Auch interessant

Kommentare