Kulturvermittler Loic Pointeaux 

Ein Stück Frankreich in der Neerstedter Schule

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Loic Pointeaux (l.) fuhr am Donnerstag mit seinem France-Mobil in Neerstedt vor und gab spaßigen Französischunterricht. 

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Seinen Renault Kangoo hat Loic Pointeaux vor der Aula der Neerstedter Grundschule geparkt. Mit einem kleinen Koffer betritt er das Gebäude, packt eine französische Flagge, einen Würfel sowie einen plüschigen Frosch aus. Letzterer ist doch sehr klischeehaft. Das muss auch der Lektor des Programms France-Mobil zugeben. Den Dritt- und Viertklässlern fällt es indes nicht auf. Vielmehr sind sie neugierig – auf den echten Franzosen.

Pointeaux ist im September nach Bremen gekommen. Er gehört zu den bundesweit zwölf Lektoren, die deutsche Schüler spielerisch für die französische Sprache und Kultur begeistern möchten. Im Rahmen einer Unterrichtsstunde versucht der Kulturvermittler vom Institut Français in Bremen, ein freundliches und modernes Bild seines Heimatlandes zu vermitteln. „Ich habe über das deutsch-französische Jugendwerk von dem Programm gehört und mich gemeldet, weil ich gerne Erfahrungen in Deutschland sammeln möchte“, so Pointeaux. Er hofft, dass auch deutsche Jugendliche Frankreich kennenlernen wollen und informiert deshalb vor allem ältere Schüler über internationale Austauschprogramme.

In Neerstedt geht es hingegen darum, das Interesse an dem Land zu wecken, das unter anderem für den Eiffelturm, schöne Küsten, Baguettes und Wein bekannt ist. „Wie groß ist es?“, möchten die Mädchen und Jungen der 3a wissen. Pointeaux berichtet, dass die Fläche zwar etwas größer als Deutschland ist, Frankreich aber weniger Einwohner hat.

Mit kleinen Animationen und Spielen bringt er den Kindern anschließend die Sprache näher. Der Lektor schreibt verschiedene Sätze an die Tafel: Je m’appelle... (Ich heiße), J‘habite... (Ich wohne), J‘ai...ans (Ich bin... Jahre alt), J‘aime (Ich mag). Dann stellt er Musik an und schickt einen Schaumstoffwürfel in die Runde. Wer diesen in den Händen hält, wenn die Musik stoppt, muss eine Frage beantworten. „Je m’appelle Joey“, sagt der Drittklässler recht souverän. Pointeaux lobt und startet die Musik. Nach und nach werden die Schüler sicherer, verlieren die Scheu vor der fremden Sprache. Ein weiteres Spiel, bei dem es um Farben geht, trägt seinen Teil dazu bei. Ob bleu, rouge oder noir – Farben auf Französisch zu benennen, ist für die Grundschüler anschließend überhaupt kein Problem.

Zudem haben die Dritt- und Viertklässler sichtlich Spaß und bescheinigen dies auch Pointeaux. „Wie fandet ihr es?“, möchte der Lektor am Ende wissen. Die Kommentare sind allesamt positiv: „Es war cool und interessant.“ „Es hat mir gut gefallen, auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe.“ „Es war anders als Englisch, aber trotzdem gut.“ Pointeaux ist zufrieden. Täglich besucht er Schulen. Wirklich schlechte Kritik musste er nach eigener Aussage noch nicht einstecken. Die Schüler seien oft überrascht und stolz, wie schnell sie ein paar Vokabeln lernen. „Und dass das auch noch Spaß macht“, sagt er.

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