Mit Struktur, Fantasie und Leidenschaft

Vernissage lockt Besucher in die Kate 

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Die Künstler Silke Wenzel, Julia Kloess (v.r.) und Jürgen Lauenstein (l.) kamen am Sonntag rasch mit den Besuchern der Vernissage in der Dötlinger Müller-vom-Siel-Kate ins Gespräch.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Nein, viele Worte wollten Silke Wenzel, Julia Kloess und Jürgen Lauenstein während der Eröffnung ihrer Ausstellung in der Dötlinger Müller-vom-Siel-Kate nicht verlieren. Das Trio, das seit rund elf Jahren gemeinsam im Atelier der Brettorferin Kloess arbeitet und der Gruppe „Drei-Art“ angehört, ließ lieber seine Werke wirken, forderte die Besucher aber zum Dialog auf. „Fragen beantworten wir gerne“, kündigte Lauenstein an. Und kaum hatte er den Satz beendet, suchte der erste Kunstinteressierte schon nach Antworten.

Während der Wardenburger, der in Acryl vorzugsweise Landschaften und Pferde malt, über seine Liebe zu den ästhetischen Tieren sprach, erklärte Wenzel auf Nachfrage, wie sie Strukturen schafft. Die Wildeshauserin zeigt abstrahierte Malerei und lässt sich bei ihrem künstlerischen Schaffen vor allem von Farben und den unterschiedlichsten Formen leiten. Mittels einer Mischtechnik bringt die Autodidaktin Linien, Kreise, Flächen und einiges mehr auf die Leinwand. Oft in eher dezenten Farben, manchmal kräftig, nie zu aufdringlich. Meist hat sie bereits eine Idee im Kopf, ehe sie zu Pinsel und Spachtel greift. Mit Letzterem schafft sie Struktur, schichtet und kratzt wieder ab. Für Wenzel bildet das spontane Experimentieren den Reiz an der Malerei.

Die Wildeshauserin bevorzugt Großformate, die seit Jahren im Atelier von Kloess entstehen. Die Brettorferin wiederum hat sich auf die Darstellung von Mensch und Tier fokussiert. Ihre Skulpturen sind realistisch, spiegeln aber – besonders bei Farbe und Material – die Fantasie und Kreativität von Kloess wider. In der Kate zeigt sie ausschließlich Tiere – Eule, Geier, Pony und Affe. Gefertigt sind sie aus Ton, Styropor oder anderen modernen Baumaterialien.

Ein harmonisches Zusammenspiel

Das Zusammenspiel der Werke der drei Künstler sei spannend, aber harmonisch. „Wir freuen uns über eine gelungene Ausstellung“, begrüßte Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung die Vernissage-Besucher. „Nach dem September, als es in der Kate von den Fabelwesen des Malers Wladimir Barantschikov nur so wimmelte, geht es nun im Oktober etwas ruhiger zu“, meinte sie. Dennoch bescherte ihr ein Werk bereits eine unruhige Nacht – das zweiteilige Bild „Neptuns Pferde“ von Lauenstein. Dieses erinnert sie an das Gedicht „Nis Randers“ von Otto Ernst. „Und die eine Zeile wollte mir partout nicht einfallen“, verriet sie. In dem Gedicht heißt es: „Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer die menschenfressenden Rosse daher; sie schnauben und schäumen. Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt! Eins auf den Nacken des anderen springt. Mit stampfenden Hufen!“ Essing war überzeugt, dass das Bild bei jedem andere Emotionen oder Erinnerungen auslöst.

Wer nicht zur Eröffnung kommen konnte, kann die Ausstellung in der Kate noch bis zum 29. Oktober besuchen. Sie ist immer sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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