Strohlager geht in Flammen auf

Etwa 90 Feuerwehrleute waren bei dem Brand in Hockensberg im Einsatz. Foto: NSN

Hockensberg – Mit einem Großaufgebot ist die Feuerwehr am Samstag zu einem landwirtschaftlichen Anwesen an der Straße „Am Bach“ in Hockensberg ausgerückt. Dort war ein Strohlager in Flammen aufgegangen. Die Rauchwolke war schon von Weitem aus zu sehen. Die um 10.42 Uhr mit dem Stichwort „Gebäudebrand groß“ alarmierten Ortsfeuerwehren Brettorf, Dötlingen und Neerstedt samt der Drehleiter der Wildeshauser Wehr forderten deshalb umgehend weitere Fahrzeuge und Kräfte aus der Kreisstadt an.

„Vor Ort stellte sich die Lage anders dar, als zunächst angenommen“, berichtet Jannis Wilgen, Pressewart der Dötlinger Feuerwehren. Statt in einer Halle brannte unter dem Schleppdach eines Rinderstalls ein rund 50 Raummeter umfassendes Strohlager – in unmittelbarer Nähe zu weiteren Stallungen sowie einer Biogasanlage. Der Eigentümer hatte bereits damit begonnen, das Brandgut mithilfe eines Radladers unter dem Dach hervorzuziehen und auf einem vor dem Stall gelegenen Platz auszubreiten. Die Einsatzkräfte leiteten sofort einen Löschangriff unter Atemschutz ein. „Durch das geistesgegenwärtige Handeln des Mannes und den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden“, so Wilgen.

Die Wasserversorgung gestaltete sich allerdings etwas aufwendiger. Die Feuerwehrleute verlegten unter anderem mit dem Neerstedter Schlauchwagen eine rund 500 Meter lange Leitung vom Altonaer Mühlbach zum Brandort. Um einen ausreichenden Wasserstand zu erreichen, mussten die Einsatzkräfte den Bach provisorisch aufstauen. Zudem galt es, mit Wärmebildkameras den betroffenen Rinderstall im Innen- und Außenbereich auf Glutnester zu kontrollieren. Da eine leichte Verrauchung vorlag, stellten die Brandschützer drei Überdruckbelüfter auf, um die rund 100 direkt betroffenen Tiere mit Frischluft zu versorgen. Eine Evakuierung der Stallungen war nicht notwendig, sämtliche Tiere blieben unversehrt.

Rettungsdienstlich betreut werden musste im Verlauf des Einsatzes ein Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Wildeshausen. Er hatte während der Nachlöscharbeiten bei sommerlichen Temperaturen mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, konnte aber nach einer kurzen Behandlung vor Ort mit den weiteren Wildeshauser Einsatzkräften selbstständig den Heimweg antreten. Insgesamt waren rund 90 Feuerwehrleute mit 18 Fahrzeugen im Einsatz. Zusätzlich waren der Rettungsdienst, die Polizei sowie der Energieversorger vor Ort. Um 13.42 Uhr konnten die letzten Kräfte abrücken. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Zu einem nennenswerten Schaden am Gebäude ist es laut den Beamten nicht gekommen.

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