Steuerung von Tierhaltungsanlagen und Poggenpohlsmoor Thema/Grüne erwägen Unterstützung der Nabu-Klage

Übermäßiger Maststallbau unerwünscht

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Sarah Orth, Frank Poppe, Gabriele Roggenthien und Evelyn Schürmann (v.l.) von den Dötlinger Grünen begrüßten zur öffentlichen Mitgliederversammlung rund zehn Gäste.

Altona - „Wir haben uns das Thema Transparenz auf die Fahnen geschrieben – daher ist es uns wichtig, die Öffentlichkeit einzubinden und eine Diskussionsplattform zu bieten“, erklärte Gabriele Roggenthien, Fraktionsvorsitzende der Dötlinger Grünen, am Montagabend während der Versammlung im Hotel „Gut Altona“. Zwei Themen standen dort zur Diskussion: die Steuerung von Tiermastanlagen in der Gemeinde sowie die Position der Dötlinger Grünen zu der geplanten Klage des Naturschutzbunds Nabu gegen eine Hähnchenmastanlage in Amelhausen (Gemeinde Großenkneten). Denn durch diese werden unter anderem auch negative Auswirkungen auf das nahe gelegene, geschützte Poggenpohlsmoor in der Gemeinde Dötlingen (wir berichteten) befürchtet.

„Wir sollten uns positionieren, da das Poggenpohlsmoor in unseren Bereich fällt“, so Roggenthien. Außerdem könne ein erstrittenes Grundsatzurteil in diesem Einzelfall später noch landkreisweit oder sogar deutschlandweit Relevanz haben. Details erläuterten die eingeladenen Mitglieder vom Bündnis „MUT“ aus Großenkneten, das den Widerstandmaßgeblich organisiert und die Klage auf den Weg bringen will.

Laut Uwe Behrens besteht für die Anwohner eine akute Gesundheitsgefährdung durch antibiotikaresistente Keime, Stäube und Pilze. Auch das Poggenpohlsmoor mit seinen auf eine nährstoffarme Umgebung angewiesenen seltenen Tier- und Pflanzenarten sei durch die Stickstoffemissionen akut betroffen. „Hier liegt eine widersprüchliche Gesetzeslage vor“, so Behrens. „Obwohl das Moor als schützenswert angesehen wird, gilt für jeden Maststall im näheren Umkreis eine Irrelevanzschwelle der Emissionen.“ Nicht berücksichtigt werde, dass die tatsächlichen Emissionen, die das Moor erreichen, durch die Anzahl der Mastställe viel höher sei. Für Roggenthien stand nach den Ausführungen fest: „Ich persönlich möchte mich dafür engagieren, dass unser Ortsverband die Klage unterstützt.“

Auch zu der in der Gemeinde Dötlingen vom Rat geplanten Steuerung von Tiermastanlagen hielt Behrens Informationen in Form eines Vergleichs mit der Gemeinde Großenkneten bereit. Auch diese wolle laut Behrens eine entsprechende Bauleitplanung auf den Weg bringen, die für den kompletten Außenbereich der Kommune festgelegen soll, wo theoretisch noch Mastställe gebaut werden können. „Wenn diese Baufenster jedoch einmal an die Landwirte verteilt sind, dann bedeuten sie bares Geld. Wer keinen Verlust machen möchte, wird dann tatsächlich bauen, verpachten oder verkaufen“, vermutete Behrens.

Die Gefahr, dass gewerbliche Massenställe entstünden, sei viel größer als ohne Bauleitplanung. „Denn zurzeit besitzen Landwirte zwar das Privileg, unter bestimmten Voraussetzungen im Außenbereich Mastställe zu bauen – aber eine der Voraussetzungen ist die Flächenbindung, die wegfallen würde, wenn die Gemeinde nun festlegt, wo noch gebaut werden darf und wo nicht.“ Derzeit müssten Landwirte zum Beispiel auf eigenen Flächen mindestens 50 Prozent des für die Mast erforderlichen Futters anbauen können. Zudem meinte Behrens, dass durch die Bauleitplanung auch keine Gerechtigkeit unter den Landwirten entstehen könnte.

Roggenthien sowie ihre Fraktionskolleginnen Sarah Orth und Evelyn Schürmann betonten mit Blick auf diese Infos, dass der Rat genau hinschauen müsse, damit die geplante Steuerung von Tiermastanlagen in der Gemeinde nicht ins Gegenteil ausschlage. „Erklärtes Ziel sollte es ja sein, zu verhindern, dass große Tiermastanlagen überhandnehmen“, so Orth. „Gleichzeitig kann und darf die Gemeinde natürlich den Landwirten nicht jedes Entwicklungspotenzial und damit ihre Existenzgrundlage nehmen.“ Mit der Überplanung wolle der Rat neue Ställe möglichst hofnah ansiedeln.

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