FDP diskutiert kritisch

Steht in Dötlingen bald ein Kulturpavillon?

Der Vorsitzende von Ortsverband sowie Fraktion, Claus Plate (r.), und der Kreisvorsitzende Niels-Christian Heins gratulierten den langjährigen FDP-Mitgliedern Heinz Kunst, Allert Mennen und Annett Bode (v.l.). - Foto: Nosthoff
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Der Vorsitzende von Ortsverband sowie Fraktion, Claus Plate (r.), und der Kreisvorsitzende Niels-Christian Heins gratulierten den langjährigen FDP-Mitgliedern Heinz Kunst, Allert Mennen und Annett Bode (v.l.).

Dötlingen - Von Anja Nosthoff. Diskussionsbedarf gab es während der Jahreshauptversammlung des FDP-Ortsverbandes am Montagabend im Dötlinger Hof zu mehreren Themen, mit denen sich der Gemeinderat aktuell befasst oder in Kürze beschäftigen wird.

Im Fokus standen das geplante interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet in Hockensberg, das in Neerstedt vorgesehene Mehrgenerationenhaus und der von der Dötlingen Stiftung angeregte Kulturpavillon.

Letzterer war bislang noch nicht Gegenstand öffentlicher Beratungen und Diskussionen. Der Kreistagsabgeordnete Dierk Garms fragte deshalb nach Informationen zu dem Vorhaben, das möglicherweise auf dem Ausweichparkplatz in Dötlingen realisiert werden soll. Ratsherr und Mitglied des Stiftungs-beirates, Eckehard Hautau, berichtete, dass die Stiftung ein an ein solches Projekt gebundenes Spenden-Angebot in Höhe von 1,5 Millionen Euro erhalten habe. Dies sehe einen Kulturpavillon vor, in dem unter anderem Konzerte stattfinden könnten. Er soll Platz für mehr als hundert Personen bieten. Eine Besichtigung der Fläche, die der Gemeinde gehört, habe bereits stattgefunden.

„Wir haben natürlich einige kritische Fragen dazu“, betonte der Vorsitzende von Ortsverband und Fraktion, Claus Plate. Für Anfang April sei eine Sitzung geplant, bei der die Ratsmitglieder ihre Fragen mit Vertretern der Dötlingen Stiftung erörtern werden. Kritik an dem Vorhaben kam aber auch schon aus der Versammlung: Befürchtetet wurden hohe Folgekosten für die Gemeinde. Daneben gibt es Bedenken seitens der ehrenamtlichen Besetzung. Diese könnte zum Problem werden. „Außerdem würde ein solcher Kulturpavillon in Konkurrenz zu unseren Gastwirtschaften stehen“, meinte Marianne Mennen.

Sie übertrug die Frage, ob ausreichend Ehrenamtliche gefunden werden, auch auf das geplante Mehrgenerationenhaus in Neerstedt. Solch eine Einrichtung sei schließlich auf Freiwillige angewiesen. „Ohne sie könnte es schwer werden, so ein Mehrgenerationenhaus auch mit Leben zu füllen“, sagte Mennen. Plate informierte, dass im Haushalt der Gemeinde erst einmal nur Mittel für die weitere Planung enthalten sind (wir berichteten). So ein Projekt dürfe nicht überstürzt realisiert werden. „Wir brauchen eine langfristige Planung für eine gute Lösung“, so Plate.

In Bezug auf das geplante interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet betonte der Vorsitzende, dass die FDP immer noch gegen die Realisierung in Hockensberg sei. Dötlingen solle sich lieber mit der Stadt Wildeshausen und der Samtgemeinde Harpstedt zusammensetzen, um zu überlegen, wo ein Industrie- und Gewerbegebiet wirklich Sinn mache.

Laut Plate fordern die Liberalen von der Kommune, sich nicht nur auf die Gewerbesteuereinnahmen zu konzentrieren, die durch große Unternehmen an die Gemeinde fließen, sondern sich in Zukunft auch stärker um kleinere Unternehmen zu kümmern.

Aktuelle Themen seien im Gemeinderat zudem die Kinderbetreuung, der Breitbandausbau, Wegebau sowie die Wohnbebauung. Die nächste FDP-Sitzung, bei der es vor Ort um die Dorferneuerung in Ostrittrum gehen soll, steht für den 12. April auf dem Plan. „Wir wollen dabei immer gerne die ganze Partei mitnehmen“, lud Plate die Mitglieder ein.

Aus dem Kreistag berichteten Garms und Niels-Christian Heins, das über den Länderfinanzausgleich 1,5 Millionen Euro an den Landkreis Oldenburg fließen werden. Heins erklärte, dass in Überlegung sei, daraus einen Fonds für gemeindebezogene Projekte einzurichten. Als mögliche Beispiele nannte er den Breitbandausbau, die Schulhofgestaltung oder den Straßenbau. Ernst-August Bode betonte, dass sich Dötlingen als ländliche Gemeinde verstärkt um den Breitbandausbau kümmern müsse. Nur 160 000 Euro dafür bereitzuhalten sei zu wenig.

Für 25-jährige Mitgliedschaft in der FDP wurden Allert Mennen und Annett Bode geehrt. Letztere erhielt für besonderes Engagement außerdem die Theodor-Heuss-Medaille. Für 40-jährige Mitgliedschaft zeichneten die Liberalen Heinz Kunst aus.

Im Anschluss an die Versammlung gab es noch einen Vortrag. Jan Juister aus Hude referierte vor einigen Zuhörern zum Thema „Landwirtschaft im Wandel aus Sicht eines hiesigen Pflanzenbauberaters“.

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