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SPD-Landtagskandidat Thore Güldner diskutiert mit Dötlingern

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Von: Leif Rullhusen

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22 Gäste beteiligten sich an der Diskussionsrunde im „Dötlinger Hof“.
22 Gäste beteiligten sich an der Diskussionsrunde im „Dötlinger Hof“. © rullhusen

Der SPD-Landtagskandidat Thore Güldner diskutiert in mehreren Gemeinden mit Bürgern. In Dötlingen ging es unter anderem um Fachkräfte in Kitas.

Dötlingen – „Auf ein Wort“ nennt Thore Güldner die Diskussionsveranstaltungen, zu denen er in den kommenden sieben Wochen landkreisweit einlädt. Zum Auftakt stellte sich der SPD-Landtagskandidat aus Aschenstedt am Mittwochabend in seiner Heimatgemeinde den Fragen seiner potenziellen Wähler. 22 Gäste – unter ihnen der derzeitige sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Axel Brammer – folgten der Einladung in den Dötlinger Hof.

Etwas mehr als „ein Wort“ wurde in den knapp zwei Stunden dann allerdings doch gewechselt. Zunächst ging Güldner auf die drei aktuellen „Krisenthemen“ Gasknappheit, Klimaerwärmung und Corona ein, bevor er das Wort an seine Gäste weitergab. Die für Herbst und Winter befürchteten Gasengpässe bezeichnete der Politiker als die „schwerste Krise unseres Landes und unseres Kontinents“. Sie dürfe aber nicht zu einer sozialen Krise werden, mahnte er. Positiv sei, dass die Gasspeicher in Deutschland voller als erwartet seien und die Gasumlage nicht so hoch ausfalle, wie sie hätte sein können.

Als größte Herausforderung für alle Menschen sieht der Landtagskandidat den Klimawandel. „Die Folgen sind schon da. Wir spüren sie mit der aktuellen Trockenheit und vermehrtem Stark-regen“, mahnte er. Güldner bezweifelt, dass die Kanalisation im Landkreis auf die Wassermassen ausgerichtet ist. „Wir brauchen dazu die Unterstützung des Landes und des Bundes“, so der Sozialdemokrat. „Ich möchte nicht nur bei diesem Thema der Fürsprecher für diese Region in Hannover sein.“

Bezüglich der Corona-Pandemie verteidigte er die zahlreichen Entlastungspakete. „Sie kosten zwar Geld, aber deshalb dürfen wir jetzt nicht in eine Sparpolitik hineinsteuern“, sagte er. Investitionen bei gleichzeitiger Schuldenaufnahme – das könne funktionieren.

Innenpolitisch sei die Anerkennung und Aufwertung des Ehrenamtes sein „Herzensthema“. Es könne nicht sein, dass DLRG- und DRK-Helfer bei Einsätzen nicht einmal einen Dienstausfallausgleich bekommen würden, kritisierte Güldner.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Mobilität im ländlichen Raum. Das Neun-Euro-Ticket bezeichnete der Politiker als „die größte Revolution“ in diesem Bereich. „Eine Abtrennung Dötlingens vom öffentlichen Personennahverkehr sehe ich nicht“, sagte der Sozialdemokrat. Er nahm damit Bezug zur geplanten Routenänderung des „Huntesprinters“, der den Künstlerort zukünftig nicht mehr ansteuern soll. Die Mobilität der Dötlinger gehe mehr in Richtung Wildeshausen und vielleicht werde sie dorthin durch neue Linien sogar besser. Das Problem dabei: „Uns fehlen die Busfahrer“, erklärte der Landtagskandidat. Nicht nur dort. „Im Bildungsbereich, vor allem in den Kindertagesstätten haben wir zu wenig Personal.“ Hier müsse man pragmatisch und kreativ denken.

Dieses Thema griffen die Gäste in der anschließenden Diskussion mehrfach wieder auf. Eine Besucherin schlug vor, das duale Ausbildungssystem auf Erzieher zu übertragen. „Dann sind sie von Beginn an im Praxiseinsatz“, erklärte sie. Kindergärtner müssten in der Ausbildung richtig bezahlt werden, forderte ein anderer Gast. Eine weitere Idee aus dem Publikum: „Warum können Eltern nicht einspringen?“

Ideen, die bei Güldner ausnahmslos auf offene Ohren stießen. Die duale Ausbildung für Erzieher stehe im Programm der SPD. „Wenn wir einen rechtlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung bekommen, müssen auch Sportvereine und Kirchen eingebunden werden“, so der Sozialdemokrat. Das kritisierte eine Besucherin. „In Kitas wird der Grundstock für die Bildung gelegt. Dort gehört das am besten ausgebildete Personal hin“, forderte sie. „Wenn ich das aber nicht habe, wäre eine Schließung der Einrichtung die Folge“, entgegnete Güldner.

Weitere Diskussionspunkte waren unter anderem soziale Ungerechtigkeit, die Legalisierung von Cannabis, die Zukunft der Landwirtschaft sowie Altersarmut. Bei Letzterem sieht der Landtagskandidat Abhilfe in der Zahlung guter Löhne. „Die führen auch zu einer guten Rente“, so Güldner. Kein Thema der Diskussionsrunde waren hingegen die Belastungen durch die bereits gestiegenen und noch weiter steigenden Energiekosten, insbesondere durch die ab Oktober greifende Gasumlage.

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