Solar-Check-Aktion: Besichtigung der Freiland-Anlage am 23. Mai möglich

Spaziergang zwischen 10.800 Photovoltaik-Modulen

Hans-Hermann Meyer, Betreiber der Freiland-Photovoltaikanlage, Energieberaterin Sandra Stolle, Klimaschutzmanager Lars Gremlowski und Bürgermeister Ralf Spille (v.l.) laden zur Besichtigung ein und rufen zur Teilnahme an der Solar-Check-Aktion auf. - Foto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Mit 10.800 Modulen ist die Photovoltaik-Anlage von Hans-Hermann Meyer definitiv die größte in der Gemeinde Dötlingen. 2010 ging sie ans Netz. Nun lädt der Brettorfer im Rahmen der landkreisweiten Solar-Check-Aktion zur Besichtigung ein. Am Montag, 23. Mai, ab 18 Uhr sind Interessierte ohne Anmeldung bei der Anlage „Birkenbusch Freilandsolar“ am Brettorfer Kirchweg 10 (beim Bahnübergang) willkommen.

„Die Besichtigung ist eine von zwei Begleitveranstaltungen“, informierte Dötlingens Klimaschutzmanager Lars Gremlowski vor Ort. Die Anlage erstreckt sich auf einer 5,7 Hektar großen Fläche und bringt eine maximale Leistung von 1.900 Kilowatt. „An Tagen wie heute kommen wir an diesen Spitzenwert auch heran“, sagte Meyer am Freitag. Ohnehin ließen sich im April und Mai bei Sonne und sauberer Luft die besten Erträge erzielen. Mit diesen ist der Brettorfer, der direkt ins Mittelspannungsnetz einspeist, ganz zufrieden. „Denn wir haben in einer Zeit gebaut, in der es noch eine gute Vergütung gab“, erzählte er. Für 20 Jahre hat er eine Festpreisgarantie. 400 bis 420 Haushalte könnten jährlich mit dem erzeugten Strom versorgt werden.

Rund 20 bis 25 Jahre Lebensdauer haben die Module, mit denen er bislang keine Schwierigkeiten hatte. „Zehn bis zwölf sind kaputt gegangen, davon allerdings die Hälfte beim Rasenmähen“, meinte er. Bevor die siebenjährige Garantie abläuft, sollen die Module im Herbst aber aus der Luft gecheckt werden – per Drohne mit Infrarotkamera.

Egal, ob Freiland- oder private Anlage auf dem Dach – Überwachung ist das A und O, so Meyer. Sie müsse laufen, damit sie sich rentiert. Aber ist dies im privaten Bereich überhaupt noch der Fall? „Ja, wenn die Energie selbst genutzt wird, lohnt es sich noch“, sagte Sandra Stolle. Sie gehört zu den unabhängigen Experten, die die im Rahmen der Solar-Check-Aktion angebotenen Energieberatungen durchführen. Ferner steht aus der Gemeinde Dötlingen Jens Bakenhus zur Verfügung.

Die Aktion befindet sich derzeit in der zweiten Runde. Bereits im Herbst hatten der Landkreis Oldenburg und die angehörigen Kommunen in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Niedersachsen Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern die kostenlose Beratung angeboten. 194 Haushalte nutzten dies. „Diesmal hoffen wir landkreisweit auf um die 100 Teilnehmer“, sagte Gremlowski, bei dem sich Interessierte aus der Gemeinde Dötlingen unter Telefon 04432/950131 oder per E-Mail an lars.gremlowski@doetlingen.de anmelden können. Die Aktion läuft noch bis zum 17. Juni.

Im Zuge einer Beratung gibt es einen Hausbesuch, bei dem grundsätzliche Fragen geklärt werden können. „Zum einen schauen wir, ob Photovoltaik oder Solarthermie überhaupt möglich wären“, erklärte Stolle. Dafür würden beispielsweise Ausrichtung und Neigung des Daches unter die Lupe genommen. „Zum anderen geht es um den individuellen Strom- und Wärmeverbrauch“, so Stolle. Photovoltaik lohne sich bei Eigennutzung, also für Haushalte, die auch tagsüber Energie verbrauchen. Ansonsten müsste noch über eine Speicherung nachgedacht werden. Die Berater informieren auch über Fördermittel.

Die zweite Begleitveranstaltung ist für den 19. Mai ab 19 Uhr im Kirchhatter Rathaus geplant. Dort referieren Hartmut Beckmann über Photovoltaik und Solarthermie sowie Bezirksschornsteinfeger Ludger Richter.

www.wir-fuer-gutes-klima.de

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