Spargelhof erstes Ziel der neuen Gästeführung „Auch das ist Landwirtschaft“

Am liebsten weiß und bereits geschält

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Klaus-Dieter Ulrich (l.) vermittelte im Rahmen des Gästeführer-Angebots „Auch das ist Landwirtschaft“ Wissenswertes rund um das Thema Spargel.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Es herrscht Hochbetrieb in der Spargelscheune auf dem Hof Ulrich in Dötlingen. Eine ganze Reihe an Einwohnern und Touristen holen sich eine Portion des edlen Gemüses – am liebsten bereits geschält. „Das möchten mittlerweile 60 bis 70 Prozent unserer Kunden“, berichtet Klaus-Dieter Ulrich.

Im Rahmen des neuen Angebots „Auch das ist Landwirtschaft“ der Dötlinger Gästeführer hatten Interessierte heute Nachmittag die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Spargelhofes zu werfen. Groß war die Resonanz angesichts des Muttertages und der Konfirmationen allerdings nicht. Marianne Mennen machte sich mit nur einem Teilnehmer auf den Weg. Dieser nutzte aber die Gelegenheit, um reichlich Fragen zu stellen. Unter anderem wollte er wissen, ob es aufwendig ist, im eigenen Garten Spargel anzubauen. Sehr zu seiner Zufriedenheit konnte Ulrich dies verneinen. Anhand einer jungen, grünen Spargelpflanze erläuterte er, wie sie eingesetzt wird. „Pro Jahr bildet sie zehn bis 20 Knospen, und nach drei Jahren kann der erste Spargel gestochen werden“, informierte er. Für den professionellen Anbau müsse natürlich noch einiges mehr beachtet werden.

Ulrich selbst hat seine Spargelproduktion von 35 auf 22 Hektar zurückgeschraubt. Sieben Sorten finden sich auf den Feldern – hauptsächlich weißer und etwas grüner Spargel. „Auf fünf Metern baue ich noch violetten an“, verriet er. Die ersten Stangen seien am 2. April gestochen worden, die letzten holen die Erntehelfer am 24. Juni ein. „Länger geht nicht, sonst würde sich die Pflanze bis zur nächsten Saison nicht mehr erholen“, sagte Ulrich. Denn der Spargel benötige nach Stech-Ende noch 90 Sonnentage.

Während der Saison beschäftigt er knapp 60 Mitarbeiter, die nicht nur auf den Feldern stehen, sondern auch bei der Vorwäsche, der Sortierung, der Schälstation und im Verkauf. Dort läuft der schon geschälte Spargel mittlerweile am besten. „Vor 20 Jahren wurden wir noch belächelt. Da hieß es, man könne die Stangen ja wohl selber schälen“, erinnerte sich Ulrich. Weißer Spargel sei zudem beliebter als grüner. „Dabei ist er reichhaltiger an Vitaminen“, berichtete der Dötlinger. Die weißen Stangen hätten schließlich nicht viel Sonnenlicht gesehen.

Mit der aktuellen Saison ist Ulrich noch nicht wirklich zufrieden. Derzeit bezeichnet er sie als „durchwachsen“. „Es war einfach zu kühl. Der erste grüne Spargel ist uns fast komplett erfroren“, bedauerte er. „Und der nächste guckt jetzt erst nach und nach raus.“ Neben vielen Informationen gab es auch eine Besichtigung. Ulrich führte das Duo aufs Feld und erläuterte die Gerätschaften sowie Abläufe in der Halle.

Die nächste „Auch das ist Landwirtschaft“-Führung ist für Sonnabend, 6. Juni, geplant. Dann geht es mit dem Fahrrad zur Bio-Edelpilzfarm in Neerstedt sowie zum Damwildgehege nach Rhade. Start ist um 14 Uhr auf dem Parkplatz „Zur Loh“ in Dötlingen. Anmeldungen sind nicht erforderlich.

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