„De Spaaßmaker“ aus Großenkneten begeistern mit „Mien WG bün ik“ im ausverkauften Neerstedter Theater

Nur ein Handtuch im Bad ist verdächtig

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Seiner Mutter Elsa (Helga Turkowski) kann es Ernst (Heiner Reineberg) einfach nicht recht machen.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Ernst Reuter kann es seiner Mutter einfach nicht recht machen. Sein Kaffee erinnert sie an Gülle, sein Wohnzimmer angesichts der vielen Pflanzen an einen Dschungel, und das einsame Handtuch im Badezimmer weise jawohl eindeutig darauf hin, dass ihr „Ernie“ in einer Kommune und nicht in einer WG lebt. Das beides nicht zutrifft, bemerkt sie lange Zeit nicht. Schließlich tut Ernst alles, damit seine Mutter nicht herausfindet, dass er alleine wohnt. „Mien WG bün ik“ lautet sein Motto. Und genauso heißt auch das aktuelle Stück der Großenkneter „Spaaßmaker“, die gestern Nachmittag das Publikum im Theater „Neerstedter Bühne“ begeisterten.

Das Ensemble sorgt in Neerstedt seit Jahren für ein volles Haus – in dieser Saison gleich viermal. Ihrem Ruf wurden die Darsteller auch gestern gerecht. Mehrfach konnten sich die Zuschauer vor Lachen kaum halten. Vor allem Heiner Reineberg als Ernst brillierte. Manchmal reichte ein bloßer Gesichtsausdruck, und ein Kichern erfüllte den Saal. Für Ernst hatten die Besucher durchaus Verständnis – auch wenn der 42-Jährige erst vor Kurzem zu Hause ausgezogen ist und seltsame Gespräche mit seinen vielen Blumen führt. Dass er seiner Mutter erzählt, er würde in einer WG leben, damit sie nicht jeden Tag vorbeischaut, nahm ihm keiner übel. Denn diese Lüge sorgte für jede Menge Chaos und sichtliche Erheiterung.

Für Mutter Elsa steht nämlich fest, dass sie die WG-Bewohner überprüfen muss. Das unabgewaschene Geschirr, nicht vorhandene Kekse und der Mangel an Handtüchern machen sie misstrauisch. „Nicht, dass hier noch jemand Majoran raucht“, verkündet sie. „Du meinst Marihuana“, korrigiert Ernst und macht es damit nicht besser. Elsa lädt sich für Sonntag zum Kaffee ein und verlangt die Anwesenheit der WG-Bewohner. Das bringt Ernst ganz schön in die Bredouille, zumal er seiner Mutter die Mitbewohner schon beschrieben hat: Polizistin Ursula, deren Mann Klaus, ein Jurist, und Ärztin Pia. „Wo krieg‘ ich die denn jetzt her?“

Neben Arbeitskollege Jochen, der den Klaus mimen soll, sich vor dem Kaffeeklatsch aber noch betrinkt, soll dessen Bekannte Moni aushelfen. Diese ist allerdings in anderen Umständen. Als Polizistin Ursula soll sich die schüchterne Claudia ausgeben, in die Ernst sehr verliebt ist. Annäherungsversuche sind bislang kläglich gescheitert, mit Betteln und Flehen kann er sie aber zu dem Schauspiel überreden.

Claudia alias Ursula bringt zu dem Sonntagskaffee jedoch ihre Mama Elvira mit. Schnell bekommen sich die Mütter in die Haare, behauptet Elsa doch steif und fest, dass Claudia Ursula heißt und bei der Polizei ist. „Eine Kommissarin, die ermittelt bei Koffers. Vielleicht sogar beim SEK“, erklärt sie. Elvira zweifelt schon an ihrem Verstand. Das Chaos wird immer größer, und irgendwann bricht Ernst ein. Der Schwindel fliegt auf. Die Mütter sind erst sauer, aber auch schlauer. Schließlich weiß Elvira nun, dass sich hinter dem SEK kein salziger Eier-Kocher verbirgt, und Elsa erfährt, dass Polizisten nicht bei Koffers, sondern undercover ermitteln.

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