Kommune übernimmt 75 Prozent der Kosten

Gemeinde Dötlingen bekommt einen Sozialarbeiter für drei Schulen

Neerstedt/Wildeshausen - Einstimmig haben sich die jeweiligen Schul- und Kulturausschüsse der Gemeinde Dötlingen sowie des Landkreises Oldenburg für die Unterstützung von Schulsozialarbeit ausgesprochen.

Gemeinsam soll eine Stelle in der Kommune finanziert werden. Hintergrund ist ein Antrag der beiden Grundschulen der Gemeinde sowie der Sprachheilschule, die sich in Trägerschaft des Landkreises befindet und als einzige Förderschule ohne sozialpädagogische Versorgung ist. Für die anderen Einrichtungen gewährt der Kreis bereits je eine halbe Stelle für zwei Schulstandorte.

Der Kreisausschuss sparte sich deshalb am Dienstag auch jegliche Diskussionen und plädierte dafür, die Kosten für eine Viertelstelle, etwa 13 500 Euro im Jahr, im Haushalt 2018 einzuplanen. Die Sprachheilschule, die derzeit 55 Kinder in fünf Klassen besuchen, teilt sich mit der Neerstedter Grundschule nicht nur ein Gebäude. Es gibt auch im Schulalltag viele Verzahnungen, weshalb beide Einrichtungen in ihren Anträgen den Wunsch nach einer gemeinsamen sozialpädagogischen Versorgung geäußert hatten.

Dreiviertelstelle bis 2019 befristet

Dies halten auch die Mitglieder des Dötlinger Schul- und Kulturausschusses für sinnvoll. Sie empfahlen für beide Grundschulen die Einrichtung einer Stelle mit einem Umfang von 29,25 Stunden pro Woche, also einer Dreiviertelstelle – befristet bis Ende 2019. Die endgültige Entscheidung fällt im Verwaltungsausschuss. 

Bürgermeister Ralf Spille betonte, dass Schulsozialarbeit eigentlich Aufgabe des Landes Niedersachsen ist. Dieses beabsichtige allerdings erst ab dem Jahr 2019 bis 2021, die Grundschulen mit sozialpädagogischen Fachkräften auszustatten, wobei dann in erster Linie Ganztagsschulen eine Zuweisung erhalten sollen. 

„Wir kommen also nicht so schnell an die Reihe. Dafür geht es uns hier noch zu gut. Andere Schulen sind in ganz anderen ,Problemzonen‘ unterwegs“, meinte der Verwaltungschef. Auch Dirk Orth (Bündnis90/Die Grünen) gestand: „Wir klagen sicherlich auf hohem Niveau. Allerdings ist es nicht verkehrt, Probleme rechtzeitig anzugehen.“

„Defizite im Bereich der Sozialkompetenz“

Die Neerstedter Grundschule besuchen derzeit 115 Kinder, in Dötlingen sind es 101. Beide Einrichtungen berichten, dass sich seit der Einführung der inklusiven Schule im Jahr 2013/2014 zunehmend Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in den Bereichen „Emotional-soziale Entwicklung“, „Sprache“ und „Lernen“ in den Klassen befinden. 

Hinzu kommen Flüchtlingskinder sowie Mädchen und Jungen, die in Pflegefamilien aufwachsen. Aufgrund dieser Lebensbedingungen hätten viele Schüler erhebliche Defizite in Bereichen der Sozialkompetenz. Beide Grundschulen haben zudem eine Liste möglicher Aufgaben und Ziele schulischer Sozialarbeit gestellt. „Nun müssen wir schauen, dass wir eine geeignete Fachkraft finden“, so Spille. ts

Rubriklistenbild: © dpa

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