Schülerinnen überreichen 336 Unterschriften / Positives Signal aus Ausschuss

Skatepark Neerstedt: Knackpunkt ist der Standort

Kommen Skater bald auch in Neerstedt auf ihre Kosten?

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Ein offenes Ohr hatte der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss am Dienstagabend für das Anliegen zweier Schülerinnen. Lea-Marie Kurz und Anastasia Cieniuch wünschen sich einen Skatepark in Neerstedt. Die Gründe erläuterten sie dem Gremium ebenso wie mögliche Ausstattungsvarianten, Kosten und Standorte. Zudem überreichten sie 336 gesammelte Unterschriften für das Projekt an Bürgermeister Ralf Spille. Der Ausschuss zeigte sich von der guten Vorbereitung überrascht und sendete spontan ein positives Signal an die Mädchen. Einstimmig empfahl er, dass die Verwaltung das Thema aufarbeiten soll.

Ute Ziemann (SPD) lobte den Mut der beiden Schülerinnen, die nach einem Urlaub auf die Idee kamen, dass ein Skatepark für Neerstedt eine Bereicherung wäre. „Dort könnten wir skaten und uns mit Freunden treffen. In Neerstedt gibt es für unsere Altersgruppe ansonsten nur das Jugendhaus, und das hat nicht jeden Tag geöffnet“, erklärte Kurz. Schon im vergangenen Jahr hatten sich die Mädchen deshalb mit einem Brief an den Bürgermeister gewandt. Er gab ihnen ein paar Tipps, wie sie die Sache angehen könnten und verwies sie auch an Jugenddiakon Jochen Wecker. Dieser initiierte mit ihnen die Unterschriften-Aktion. Gemeinsam ging es zudem zu den Skateparks in Sandkrug, Ganderkesee und Hude, wo sich die Mädchen nicht nur ein Bild von der Ausstattung machten, sondern auch mit den Verantwortlichen über die Vor- und Nachteile der Standorte, über die Kosten, Fördermöglichkeiten und Unterhaltung der Anlage sprachen. Die Ergebnisse präsentierten sie dem sichtlich beeindrucktem Ausschuss.

Kurz und Cieniuch wünschen sich mehrere Hindernisse aus Beton. „Denn Holz ist zu laut“, sagten sie. Wichtig seien glatte Oberflächen, dies minimiere die Unfallgefahr. Zudem wären eine Bank und Mülleimer schön. Sie berichteten, dass man beispielsweise die Bahn in Hude auseinandernehmen kann, „falls sie nicht mehr erwünscht ist“. Als mögliche Standorte in Neerstedt nannten sie den Moorweg, das Gewerbegebiet „Neerstedt-Süd“ sowie den Bereich Schule/Sportplatz. Letzterer liege zentral, die Anlage könnte allerdings die Nachbarn stören. Dies wäre bei den anderen nicht unbedingt der Fall. „Aber sie sind eher abgelegen“, sagten die Mädchen.

Gemeinsam mit Wecker schätzten sie die Kosten auf rund 50.000 Euro plus Arbeitsaufwand und Unterhaltung. Ein Großteil der Summe würde auf die Vorbereitung der Fläche, zum Beispiel die Bodeneinebnung entfallen. Die Parks in Sandkrug und Hude hätten aber nicht unerhebliche Zuschüsse aus dem Leader-Programm erhalten. Diese Info ließ die Ausschuss-Mitglieder aufhorchen. „Ich muss zugeben, dass ich dem Anliegen nach eurem Vortrag positiver gegenüber stehe“, gestand Willi Niehoff (CDU). Der Wunsch sei nicht aus der Luft gegriffen. Als Voraussetzungen sah er eine Kostenminimierung für die Gemeinde und einen geeigneten Standort. Dieser ist auch für Gerrit Meyer (SPD) der Knackpunkt. „Für mich persönlich gehört so ein Park zum Sportplatz. Die Nachbarn werden dies anderes sehen“, sagte er. Niehoffs Vorschlag, den Skatepark in einer anderen Ortschaft der Gemeinde zu errichten, stieß bei den Mädchen nicht auf Begeisterung. Auch Eckehard Hautau (SPD) sah Neerstedt als den zentralen Punkt. „Wir sollten die Möglichkeiten sondieren“, meinte er.

Die Verwaltung wird sich nun an die Arbeit machen, unter anderem Folgekosten und Fördermöglichkeiten ausloten. „Und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch weitere Standort-Varianten“, so der Bürgermeister.

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