AUS DEM GERICHT 56-jähriger Dötlinger soll sich an Tochter der Ex-Partnerin vergangen haben / Klares Dementi

Sexueller Missbrauch an einer Achtjährigen?

Schwierige Wahrheitsfindung am Amtsgericht in Wildeshausen.
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Schwierige Wahrheitsfindung am Amtsgericht in Wildeshausen.

Dötlingen – Ein 56-jähriger Dötlinger muss sich seit Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in vier Fällen vor dem Jugendschöffengericht in Wildeshausen verantworten. Die Beweisaufnahme ist noch nicht abgeschlossen. Am ersten Verhandlungstag wurde jedoch deutlich, dass der Mann im Vorfeld des Prozesses von seiner Ex-Partnerin sowie weiteren Personen sowohl bei seinem Arbeitgeber als auch bei Institutionen, in denen er aktiv ist, öffentlich angeprangert worden war.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann in der Zeit von September 2015 bis Februar 2016 viermal die Hand auf den bekleideten Intimbereich der achtjährigen Tochter seiner damaligen Partnerin gelegt haben – einmal auf dem Bettrand sitzend, weiter im Wintergarten nach dem Baden, bei den Hausaufgaben am Tisch sowie auf dem Sofa. „Diese Vorwürfe sind nicht richtig“, erklärte der 56-Jährige. Er habe ein Jahr mit der Frau und ihren drei Kindern zusammengelebt. Im September 2015 sei das gemeinsame Kind geboren worden und im Februar 2016 habe man sich ohne große Konflikte getrennt. Zu den Tatvorwürfen konnte der Mann nichts sagen, weil es sie seinen Angaben zufolge nicht gab. Er habe mal auf dem Bettrand des Mädchens gesessen, ihr bei den Hausaufgaben geholfen, ihr nach dem Baden ein Handtuch gereicht oder neben ihr auf dem Sofa gesessen, aber es sei dabei nicht zu Berührungen gekommen, erklärte er.

Öffentliche Beschuldigungen nach der Trennung

Seine Ex-Partnerin habe ihn nach der Trennung mit familienrechtlichen Verfahren überzogen, um einen Kontakt zu seiner Tochter zu unterbinden. Es habe öffentliche Beschuldigungen gegeben. Einmal sei sie mit drei Rockern aufgetaucht, um ihn einzuschüchtern. Vom letztgeschilderten Vorgang legte der Verteidiger sogar ein Foto vor. Der 56-Jährige hatte seinerseits Anzeigen wegen übler Nachrede und Verleumdung erstattet. In diesem Zusammenhang hätten weitere Personen eine Rolle gespielt, die als selbst ernannte Verteidiger seiner Ex-Partnerin aufgetreten seien, erklärte er.

Die Mutter seines Kindes schilderte das Zusammenleben in Dötlingen als distanziert. Sie habe schon vor der Geburt ausziehen wollen. Die Geburt und die Zeit danach seien gesundheitlich problematisch gewesen. „Nach meinem Krankenhausaufenthalt ist etwas zerbrochen“, schilderte sie. Ihre Tochter sei wie erstarrt gewesen und habe sich eingenässt. Dazu seien Magenkrämpfe und Schlafstörungen gekommen. Erst deutlich später – nach der Trennung – habe ihre Tochter berichtet, dass ihr Ex-Partner sie „da unten angefasst“ habe.

„Ich wollte die Kinder schützen“

In der Folge hatte die Frau allen Vätern den Umgang mit ihren Kindern verwehrt – auch gegen gerichtliche Anordnungen. „Ich wollte die Kinder schützen“, so die Frau, die sich vor Gericht von einer damaligen Mitstreiterin distanzierte, die sehr aufdringlich gewesen sei – sowie eigenmächtig Schreiben aufgesetzt habe. Im Verfahren soll noch eine Gutachterin zu Wort kommen. Fortsetzung ist am 17. November.  dr

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