Seelsorgerin Beatrix Konukiewitz schildert rund 150 Landfrauen bei Weihnachtsfeier die Probleme von Schwerhörigen

Hören oder Nichthören, das ist hier die Frage

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Die beiden Vorsitzenden der Landfrauen Wildeshausen-Dötlingen, Marlis Hollmann (l.) und Birte Eilers (r.), begrüßten gestern die Schwerhörigenseelsorgerin Beatrix Konukiewitz zur Weihnachtsfeier auf Gut Altona.

Altona - Den rätselhaften Titel „Wie bitte? Was wäre, wenn die Hirten auf dem Feld in Bethlehem die Engel nicht verstanden hätten?“ hatte Schwerhörigenseelsorgerin Pastorin Beatrix Konukiewitz mit Bedacht gewählt. Sie referierte gestern auf Gut Altona bei der Weihnachtsfeier der Landfrauen aus Dötlingen und Wildeshausen über das Hören und Nichthören. „Mein Ziel ist es, die Menschen für die Probleme von Schwerhörigen zu sensibilisieren“, erklärte Konukiewitz.

Die rund 150 Gäste lernten zuerst – zum besseren Verstehen – wie das Ohr aufgebaut ist und durch welche Weise es geschädigt werden kann. Die Pastorin schilderte, welche Schwierigkeiten Schwerhörige im Alltag zu bewältigen haben. Anschauliche Beispiele hatte Konukiewitz mitgebracht: Mittels Audio-Dateien, die mit einem Rauschen oder ähnlichen Störgeräuschen unterlegt waren, machte sie deutlich, was die Geschädigten noch wahrnehmen können. „Das Problem ist, dass viele gesunden Menschen sich nicht vorstellen können, kaum mehr zu hören“, so die Seelsorgerin. Es gebe aber viele Gefahren für die Ohren, denen wir uns nicht bewusst sind, beispielsweise zu laute Musik beim Autofahren. „Der Hörverlust kommt dann schleichend“, erläuterte sie. „Ich ertappe mich auch selbst dabei, wie ich öfters nachfragen muss, weil ich etwas akustisch nicht verstanden habe.“

Konukiewitz ging es auch darum, den Landfrauen kleine Hinweise zu geben, wie sie mit Schwerhörigen umgehen können. Vor allem brauche es Geduld, referierte sie. Für einen Menschen, dessen Gehör geschädigt ist, braucht es viel Mut, um immer wieder zu fragen, wenn er etwas nicht verstanden hat. Häufig führe der Hörverlust zu einem Gefühl der Isolation: „Dadurch kann sich die ganze Persönlichkeit verändern. Die Betroffenen werden introvertierter.“

Auch die Kirche könne ihren Teil zur Inklusion von Schwerhörigen beitragen. „Jeder Gottesdienst sollte so gestaltet sein, dass jeder ihm folgen kann“, fordert Konukiewitz. Sie selbst ging gestern mit gutem Beispiel voran. Ihr Vortrag wurde von einer Präsentation begleitet, die per Laptop und Beamer an die große Leinwand projiziert wurde, damit auch die Frauen, die nicht so gut hören konnten, alles mitbekamen.

Zur Eröffnung der Weihnachtsfeier bedankten sich die beiden Vorsitzenden Marlis Hollmann und Birte Eilers bei Maria Etzold. Die Landfrau hatte vor einiger Zeit bei ihrem Verein nachgefragt, ob er sich bei der Essensausgabe für Flüchtlinge engagieren wolle (wir berichteten). „28 Landfrauen haben vier Wochen lang mitgeholfen. Ihr habt ganz, ganz viel geleistet“, erklärte Eilers. Sie überbrachte auch die Danksagungen vom Landrat und dem Wildeshauser Bürgermeister.

Bei Kaffee und Kuchen genossen die Frauen die weihnachtliche Atmosphäre, die vor allem durch die selbst gestaltete Dekoration der Vertrauensfrauen aus Düngstrup und Lüerte geschaffen wurden. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Landfrauenchor unter Leitung von Margrat Kossen.

fio

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