Brandschützer zählen 72 Einsätze / Jakub Giec ist neuer Kinderfeuerwehrwart

Schwere Unfälle und brennende Müllberge

Zu den größeren Einsätzen der Ortswehren gehörten der Brand eines Strohlagers im Juni in Hockensberg sowie der Verkehrsunfall Ende Oktober auf der L 872 bei Aschenstedt, bei dem ein 20-Jähriger schwerste Verletzungen erlitten hatte. Archivfotos. nsn

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Der schwere Unfall auf der Neerstedter Hauptstraße mit zwei Toten, der Flächenbrand, bei dem zwei Feuerwehrleute verletzt wurden, sowie langwierige Löscharbeiten auf dem Gelände der Müllumschlagstation – die Brandschützer in der Gemeinde Dötlingen hatten es 2019 mit einer Reihe belastender Einsätze zu tun. 72 Mal rückten die drei Ortswehren aus Brettorf, Dötlingen und Neerstedt im Laufe des Jahres aus. „Davon allein 28 Mal am 28. August“, erinnert sich Gemeindepressewart Jannis Wilgen. An dem Abend tobte ein Unwetter über der Kommune – Keller liefen voll, Bäume stürzten um. Die Brandschützer arbeiteten im Akkord.

Besonders in Erinnerung dürfte den Feuerwehrleuten der Flächenbrand am 28. Juli an der Dorfstraße in Neerstedt geblieben sein, bei dem zum einen zwei der Ehrenamtlichen verletzt wurden – sie erlitten leichte Verbrennungen – und zum anderen das erst ein Jahr alte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Neerstedter Wehr beschädigt wurde. Letzteres befindet sich momentan noch in Reparatur und soll den Einsatzkräften bald wieder zur Verfügung stehen.

Das Feuer an der Dorfstraße gehörte zu den 23 Alarmierungen zu Bränden, darunter fünf Fehlalarme. Sehr zeitintensiv gestalteten sich die Löscharbeiten auf dem Gelände der Müllumschlagstation in Neerstedt-Wehe. Dort brannte sowohl am 30. April als auch am 11. November Sperrmüll – und das nahezu an derselben Stelle. Insgesamt 14 Stunden waren die Feuerwehrleute dort im Einsatz. Ein Großbrand erwartete die Aktiven zudem am ersten Weihnachtstag – allerdings nicht in der Gemeinde. Die drei Ortswehren unterstützten ihre Kollegen in Wildeshausen bei der Bekämpfung der Flammen, die aus einem Wohnhaus am Forstweg schlugen.

Dramatische Szenen spielten sich am 1. September auf der Hauptstraße in Höhe des Neerstedter Ortseingangs ab, wo vier junge Menschen im Alter von 18 bis 23 Jahren bei einem Verkehrsunfall verunglückten. Zwei von ihnen erlitten schwere Verletzungen, für die anderen beiden kamen jegliche Reanimationsversuche zu spät. Um Ersthelfer und an der Unfallstelle eintreffende Angehörige zu versorgen, wurde das Kriseninterventionsteam des Landkreises angefordert. Ordentlich zu knapsen hatten die Feuerwehrleute auch an dem Unfall, der sich am 24. Oktober auf der L 872 ereignete. Ein 20-Jähriger war von der Straße abgekommen. Beim Aufprall gegen einen Baum riss sein Audi in mehrere Teile, der junge Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Insgesamt zählten die drei Ortswehren acht Hilfeleistungseinsätze nach Verkehrsunfällen.

Um für Brände und Co. gewappnet zu sein, gab es auch 2019 wieder viele Übungsdienste und Fortbildungen. Sowohl materiell als auch personell sind die Feuerwehren gut aufgestellt. Die Mitgliederzahlen sind stabil. 153 Aktive gibt es derzeit, davon 47 in Brettorf, 50 in Dötlingen und 56 in Neerstedt – insgesamt zwei mehr als Ende des Jahres 2018. Hinzu kommen 45 Mitglieder in der Altersabteilung und die 15-köpfige Feuerwehrkapelle. Um noch mehr Einwohner für den Brandschutz zu gewinnen, planen die Ortswehren wieder eine Werbeaktion. „Dabei werden wir neue Wege gehen und nicht nur über die üblichen Kanäle auf uns aufmerksam machen“, beschreibt Wilgen die Idee.

Nachwuchs könnte ebenfalls aus den Reihen der Jugendfeuerwehr nachrücken, in der Zehn- bis 18-Jährige an das Thema „Brandschutz“ herangeführt werden. Wie der Jahresbericht zeigt, waren die Jugendlichen 2019 wieder sehr aktiv. Zu 23 Übungsdiensten kamen Teilnahmen an Wettbewerben, Festivitäten und dem Zeltlager. Auch beim Orientierungsmarsch in Kirchhatten und dem Weihnachtsmarkt in Neerstedt waren die Mitglieder am Start.

Gemeinsame Aktivitäten gab es auch mit der Kinderfeuerwehr der Gemeinde, die mit einem neuen Team ins Jahr 2020 gestartet ist. Die langjährige Kinderfeuerwehrwartin Silke Bleckwehl wurde wie auch Betreuer Herbert Aschenbeck während des Treffens im Dezember von den Kindern und anderen Helfern verabschiedet. Zudem stehen zwei weitere Betreuerinnen nicht mehr zur Verfügung. Ersatz ist aber gefunden, sodass auch künftig ein ausreichend großes Team für die Gestaltung und Begleitung der monatlichen Zusammenkünfte sorgt. Als neuen Kinderfeuerwehrwart hat das Gemeindekommando Jakub Giec von der Brettorfer Ortswehr gewählt. Er war auch vorher schon als Betreuer tätig und tritt nun Bleckwehls Nachfolge an.

Die Kinderfeuerwehr bietet 20 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren ganz unterschiedliche Aktionen an – vom Basteln über sportliche Aktivitäten bis hin zum Brandschutz. Im September gab es zudem erstmals einen Kinderfeuerwehrtag in Dötlingen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Auto fährt in Nordhessen in Karnevalsumzug - 30 Verletzte

Auto fährt in Nordhessen in Karnevalsumzug - 30 Verletzte

Schock, Ratlosigkeit und Wut in Volkmarsen: Fahrer rast in Rosenmontagszug und verletzt 30 Menschen

Schock, Ratlosigkeit und Wut in Volkmarsen: Fahrer rast in Rosenmontagszug und verletzt 30 Menschen

Drama in Volkmarsen - Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Menschenmenge

Drama in Volkmarsen - Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Menschenmenge

„Spielt so wie wir saufen!“ - die Netzreaktionen zu #SVWBVB

„Spielt so wie wir saufen!“ - die Netzreaktionen zu #SVWBVB

Meistgelesene Artikel

Windböe drückt Lastzug in Planke

Windböe drückt Lastzug in Planke

Erste Bäume vor der Klinik entfernt

Erste Bäume vor der Klinik entfernt

SPD fordert Pflege- und Wohnstrategie

SPD fordert Pflege- und Wohnstrategie

Gründer des Einkaufsverbandes „KüchenTreff“ sagt „Danke“

Gründer des Einkaufsverbandes „KüchenTreff“ sagt „Danke“

Kommentare