Schweinebauer ist nun „Kuchenbauer“

Iris und Uwe Abel kämpfen offenbar ums Überleben ihres Betriebes

Viele Torten im Angebot: Uwe und Iris Abel in ihrem Café „Uwes Lütje Deel“.
+
Viele Torten im Angebot: Uwe und Iris Abel in ihrem Café „Uwes Lütje Deel“.

Grad – Was die Corona-Pandemie für Landwirte bedeuten kann, bleibt vielen Menschen weitgehend verborgen. Auf den ersten Blick lässt sich oft nicht erkennen, wo die Probleme liegen. Doch ein Dötlinger Bauernehepaar verdeutlicht derzeit vielen Bürgern, dass das Virus auch für Landwirte und deren Betrieb existenzbedrohend ist – selbst, wenn es kaum bis zum abgelegenen Hof vordringt.

Iris und Uwe Abel, bekannt aus der RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ und in Grad beheimatet, sind aktuell mal wieder Thema in Boulevardmedien. Doch es geht weder um einen Sieg in einer Realityshow, Magenoperationen bei Iris oder das neue Gebiss von Uwe, sondern darum, dass der landwirtschaftliche Betrieb sowie das Café „Uwes Lütje Deel“ möglicherweise vor dem Ende stehen. Zwei Gründe sind es, die dem Paar schwer zu schaffen machen sollen: die afrikanische Schweinepest und die Corona-Pandemie.

Tier und Stall sind verpachtet

Uwe Abel betreibt eine eigene Schweinezucht. Aufgrund der nun auch in Deutschland ausgebrochenen Tierseuche konnte der 50-jährige Bauer jedoch nicht mehr wie gewöhnlich arbeiten. Bei „bild.de“ wird er so zitiert: „Kein Schlachtbetrieb will mehr Schweine haben. Die Tiere werden immer größer. Es kostet viel Geld und von artgerechter Haltung kann man nicht mehr sprechen.“ Laut Medienberichten hat Uwe Abel nun seine Schweine und den Stall verpachtet. Nur die kleinen Ferkel blieben bei dem Paar.

„Uwe ist jetzt Rentner“, wird seine Frau zitiert. Sie selbst habe wieder einen Bürojob angenommen. „Wir kommen über die Runden. Aber ein zweiter Lockdown würde uns wahrscheinlich das Genick brechen.“

Aufgeben ist für Iris und Uwe keine Option

Schwierig ist auch die Situation im Hofcafé. Aus der Not heraus hatte das Paar während des Lockdowns im Frühling den selbst gebackenen Kuchen über einen Drive-in-Schalter verkaufen müssen. Mit den Lockerungen kamen wieder die Gäste. Doch im Café durften aufgrund der Beschränkungen nur wenige Kunden bewirtet werden. Jetzt ist die Saison weitgehend vorbei, und Uwe Abel kümmert sich vorrangig um das Café. „Er backt die Kuchen. Ich bin wahnsinnig stolz“, wird Iris Abel zitiert. „Mein Schweinebauer ist nun Kuchenbauer.“

Aufgeben ist für die Dötlinger Promilandwirte auf jeden Fall erst mal keine Option – auch, wenn die Zeiten auf absehbare Zeit wohl nicht besser werden. „Wir kämpfen wacker ums Überleben“, heißt es von Iris Abel. „Auch bei Einbußen von 40 Prozent.“ Abels waren für ein Gespräch telefonisch nicht zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Meistgelesene Artikel

Anwohner rätseln: Suche nach seltsamem Ton „Vor Bargloy“

Anwohner rätseln: Suche nach seltsamem Ton „Vor Bargloy“

Anwohner rätseln: Suche nach seltsamem Ton „Vor Bargloy“
Üben „Geister-Tamboure“ oder muht „heisere Kuh“?

Üben „Geister-Tamboure“ oder muht „heisere Kuh“?

Üben „Geister-Tamboure“ oder muht „heisere Kuh“?
Ippener Feuerwehr leistet „Tragehilfe“

Ippener Feuerwehr leistet „Tragehilfe“

Ippener Feuerwehr leistet „Tragehilfe“
Keine neue Corona-Infektion in Wildeshausen

Keine neue Corona-Infektion in Wildeshausen

Keine neue Corona-Infektion in Wildeshausen

Kommentare