Schon 35 private Maßnahmen realisiert/Fördergelder stehen zur Verfügung

Wenn die Dorferneuerung Früchte trägt...

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Jan Aschenbeck (Zweiter v.l.) zeigt Bürgermeister Ralf Spille, Ulrike Hollmann vom Bauamt sowie Dana Neumann vom Amt für Landentwicklung (v.r.), wie das Gelände vor den Dorferneuerungs-Maßnahmen ausgesehen hat. Im Hintergrund steht der Spieker, der in Ostrittrum wieder neu aufgebaut wurde.

Ostrittrum - Von Tanja Schneider. Freigelegte Giebelinschriften, neue Dächer, sanierte Außenfassaden und Scheunen, die eine neue Nutzung erfahren haben – die seit 2013 laufende Dorferneuerung in Ostrittrum, Grad, Geveshausen, Wehe und Rhade hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. „Vor allem in Ostrittrum hat sich das Ortsbild zum Positiven verändert“, schwärmt Dana Neumann vom Amt für Landentwicklung. Gestern kam sie mit einer guten Nachricht in die Gemeinde. Denn für private Maßnahmen stehen nun wieder Fördergelder zur Verfügung.

Seit dem Start des Programmes, das noch bis 2019 läuft, sind bereits 35 Anträge von Einwohnern bedacht worden. „Das ist im Vergleich zu anderen Dorferneuerungs-Verfahren extrem viel. Wir hatten teilweise sogar Schwierigkeiten mit der Gegenfinanzierung“, verriet Neumann. Private erhalten einen Zuschuss von 30 Prozent. Insgesamt wurden bis dato Zuwendungen in Höhe von rund 300000 Euro gewährt, was einer Investitionssumme von knapp einer Million Euro entspricht. „Die Dorferneuerung hat in der Gemeinde schon immer gut gefruchtet“, kommentierte Bürgermeister Ralf Spille die große Resonanz in den ersten beiden Jahren. Laut Ulrike Hollmann vom Bauamt sei der Hype zwar mittlerweile vorbei, dennoch gingen immer wieder neue Anträge ein.

Die nun freigegebenen Mittel stehen für dieses Jahr zur Verfügung. „Wer sie nutzen möchte, muss sein Projekt aber noch 2015 abschließen“, sagte Neumann, die zudem auf etwas geänderte Spielregeln hinwies. Lag die maximale Fördersumme pro Maßnahme bislang bei 25000 Euro, können nun für Projekte an ehemals landwirtschaftlich genutzter Bausubstanz bis zu 50000 Euro fließen. „Ist für diese Gebäude auch eine Umnutzung geplant, zum Beispiel als Ferienwohnung, wären sogar bis zu 75000 Euro möglich, weil es dann nicht mehr nur um den Erhalt des Bauwerkes geht“, erläuterte sie. Neu ist zudem, dass Private ihrem Antrag drei vergleichbare Angebote beilegen müssen.

Was im Rahmen der Dorferneuerung alles möglich ist, erläuterte gestern auch Jan Aschenbeck, der das Programm nutzte, um an der Rittrumer Straße in Ostrittrum sein persönliches Idyll zu schaffen. Die dortige Scheune ließ er sanieren – ebenso wie eine Remise, die ihm nun unter anderem als Büro dient. „Zum Dorfplatz hin ist sie offen. Die dortige Bank wird vor allem morgens zum Treffpunkt“, erzählte Aschenbeck, der die völlig dicht gewucherte Hofstelle 2012 erworben hatte. Neben Scheune und Remise wurde auch die Außenanlage mit Dorferneuerungsmitteln gestaltet. Highlight ist aber ein Spieker, der schon vor Jahren abgebaut worden war und nun mit vielen der alten Materialen in Ostrittrum neu errichtet wurde. Jetzt dient er der Familie Aschenbeck als Wohnhaus.

„Hier auf dem Hof sind alle Förderbestände, die möglich sind, zur Umsetzung gekommen“, betonte Hollmann, die den Einwohnern bei Fragen zur Dorferneuerung und Antragstellung unter Telefon 04432/950133 zur Verfügung steht. Was die nächste öffentliche Maßnahme, die Umgestaltung des Ostrittrumer Dorfplatzes, angeht, verriet sie gestern, dass der Antrag in Kürze gestellt werden soll.

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