Bikerfrühstück im Landhotel: Schnack am Bike

Aus Syke war Klaus Niedzwiedz angereist: mit seiner Frau und einer Triumph samt Beiwagen.
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Aus Syke war Klaus Niedzwiedz angereist: mit seiner Frau und einer Triumph samt Beiwagen.

Es knatterte und röhrte am Sonntagmorgen in Dötlingen. Grund war das Bikerfrühstück im Landhotel, zu dem etwa 150 Teilnehmer aus dem gesamten Nordwesten mit ihren Maschinen vorfuhren.

Dötlingen – Ducati, BMW und Kawasaki reihen sich dicht an dicht entlang der Straße „Zum Morgenland“. Immer wieder heult einer der Motoren auf, zwischen Landhotelsaal und Dötlinger Schießhalle tummeln sich etliche Menschen in Lederkluft. „Was ist denn hier los?“, fragt eine ahnungslose Passantin. Die Antwort lautet: „Bikerfrühstück“. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr folgte am Sonntag die zweite Auflage des Events. Mit rund 150 Teilnehmern kamen zwar nur halb so viele Motorradliebhaber wie im Vorjahr. Organisator Matthias Heil war dennoch zufrieden. „Angesichts des Wetters ist die Beteiligung doch gut“, meinte er.

Aus dem gesamten Oldenburger Land, Bremen, Hamburg, Bielefeld und Paderborn waren Interessierte angereist, ließen sich Kaffee und Brötchen schmecken, ehe sie zur Fachsimpelei ansetzten. „Hier findet man wenigstens echte Motorradfreaks und keine Poser“, zeigte sich Klaus Niedzwiedz begeister. Der Syker war mit seiner Frau in einer Triumph Thunderbird-Sport samt Beiwagen angereist. Letzterer ist Marke Eigenbau. „Ich hatte trotz intensiver Suche keinen passenden gefunden. Also habe ich das Fahrgestell und den Rahmen komplett selbst gebaut“, berichtete der Mitarbeiter eines Motorradladens. Für andere Elemente erhielt er Unterstützung von einem Bootsbauer. „Zwei Jahre lang hat es gedauert, bis der Seitenwagen fertig war“, erinnerte sich Niedzwiedz.

Matthias Heil hat das Bikertreffen organisiert: Der Anblick von Schätzen wie dieser Ducati 900SS ließ ihm das Herz aufgehen.

Aber nicht nur um seine Triumph bildete sich immer wieder eine Traube Neugieriger. Zu den besonderen Maschinen gehörten ebenso eine Moto Guzzi mit „wunderschönen Farben und Formen“, wie es Heil ausdrückte, und eine Ducati 900SS (Super Sport). Die italienische Schönheit mit Königswelle samt Sichtfenster wurde von 1975 bis 1982 gebaut und hat mittlerweile den Wert eines Neuwagens, verriet Heil. Der Hamburger kommt ursprünglich aus Dötlingen und ist, seitdem er 14 Jahre alt ist, auf motorisierten Zweirädern unterwegs. Im vergangenen Jahr holte er das Bikerfrühstück ins Golddorf. Bis 2017 hatte sich der „Italo- und Boxer-Tross“ an einem Kiosk in Visbek getroffen. Nach dem Tod der Besitzerin war das Gebäude allerdings abgerissen worden. Und weil Heil immer noch gerne nach Dötlingen kommt, verlagerte er das Treffen zum Landhotel. „Beim Anblick der vielen Motorräder bekomme ich immer noch Gänsehaut“, sagte er. „Wegen der Technik sowie der Form und Farbe.“

Zwischen neuen Modellen standen viele alte Schätze – liebevoll restauriert. „Wie zum Beispiel diese NSU-Max aus den 1950er-Jahren“, berichtete Heil, während er zielgerichtet die genannte Maschine ansteuerte. „Sie ist in Würde gealtert – wie auch viele der Besitzer hier.“ In der Tat waren die meisten Teilnehmer der Altersgruppe 45plus zuzuordnen. Über entsprechende Motorraderfahrung verfügten die meisten, die an der Veranstaltung vor allem den lockeren Umgang schätzten. Ein festes Programm gab es nicht. Die Biker konnten in Ruhe die Maschinen unter die Lupe nehmen, sich austauschen und den einen oder anderen Tipp sammeln. „Und das Schönste: Man trifft Menschen wieder, die man ein ganzes Jahr nicht gesehen hat“, so Heil.

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