Premierenlesung am 9. September

Helga Bürster schreibt Familienroman „Luzies Erbe“

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Die Dötlinger Autorin Helga Bürster veröffentlicht ihr neues Werk „Luzies Erbe“ im Insel-Verlag.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Nein, auf einen weiteren Krimi hatte Helga Bürster gerade keine Lust. Stattdessen hat die Dötlinger Autorin nun eine Idee umgesetzt, die sie schon sehr lange mit sich herumträgt. Entstanden ist ein Familienroman mit dem Titel „Luzies Erbe“, der am 9. September im Insel-Verlag der Suhrkamp-Gruppe erscheint. „Er ist angelehnt an eine wahre Begebenheit“, erzählt Bürster. Als Grundlage diente ihr die Geschichte ihrer Großeltern – und damit eine „Geschichte, die mir sehr nahe ist“.

Inhaltlich geht es um Luzie Mazur – eine fast hundertjährige Matriarchin, die sich Zeit mit dem Sterben gelassen hat. Tochter Thea und Enkelin Johanne haben sie bis zum Schluss gepflegt. „Hinterlassen hat Luzie ihrer Familie kaum mehr als einen abgewetzten Koffer voller Erinnerungen und fast ein Jahrhundert Mazur‘sches Schweigen“, heißt es in der Buchbeschreibung. Unter dieses fiel besonders das Thema „Liebe“. Schließlich hatte sich Luzie während des Zweiten Weltkrieges in einem „Reichsmusterdorf“ bei Bremen verbotenerweise in den polnischen Fremdarbeiter Jurek verliebt – eine Verbindung, über die heute noch im Dorf getuschelt werde. Johanne lässt dies keine Ruhe. Sie will ihren Frieden mit der Geschichte ihrer Familie machen und alles über Jurek erfahren.

Bürster erzähle wunderbar leicht und dabei doch tief bewegend davon, wie ein Schicksal die Jahrzehnte überdauert, wie das Schweigen über die Vergangenheit eine Familie überschatte. „Sie erzählt von vier Generationen starker Frauen – und davon, dass es für Versöhnung nie zu spät ist“, teilt der Insel-Verlag mit.

Die 1961 geborene Autorin hat für ihren ersten Familien-Roman viel recherchiert. „Vor allem über die damalige Zeit“, berichtet die Dötlingerin. Die Geschichte von Luzie Mazur habe es so oder so ähnlich häufiger gegeben. Viele deutsche Frauen hätten sich während des Zweiten Weltkrieges in Fremdarbeiter verliebt und seien damit ein hohes Risiko eingegangen. „Material darüber findet man deshalb kaum. Ich musste tief graben“, sagt sie. Natürlich habe sie mit ihren mittlerweile verstorbenen Großeltern gesprochen, aber auch sie hätten nicht alles erzählt. Bürster besuchte zudem ein paar „Schauplätze“ in Polen, informierte sich unter anderem im Weltkriegsmuseum in Danzig. Im Laufe der Jahre reifte schließlich die Geschichte um ihre Idee.

Bürster ist seit 1996 als freiberufliche Autorin tätig, hat unter anderem die Bücher „Geest-mordsmäßig“, „Insel, Wind und Tod“ sowie „Tödlicher Kohldampf“ geschrieben und Hörspiele wie „Muuschmobil“ und „Rogge“ veröffentlicht. Mit Letzterem gewann sie 2015 den Zonser Hörspielpreis. Momentan arbeitet sie schon wieder an ihrem nächsten Buch und bereitet sich auf die geplanten Lesungen aus „Luzies Erbe“ vor. Die Premiere ist am Montag, 9. September, um 19 Uhr im Klostermuseum in Hude (Von-Witzleben-Allee 1A) – mit Getränken, Häppchen und offiziellen Worten. Der Eintritt kostet 15 Euro. Der Vorverkauf läuft über die Huder Buchhandlung „Lesen & Mehr“, die die Veranstaltung organisiert.

Weitere Lesungen im Landkreis Oldenburg sind für den 25. September ab 19.30 Uhr in der Wildeshauser Buchhandlung „Bökers am Markt“ sowie für den 27. September ab 19 Uhr im Alten Rathaus in Ganderkesee, organisiert von der Buchhandlung Förster, geplant. Im Handel erhältlich ist der 288 Seiten umfassende Roman (ISBN: 978-3-458-17814-9) ab dem 9. September für 22 Euro.

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