Sanierung des Brettorfer Bahnhofs nun offiziell abgeschlossen

Energetisch und optisch nun in einem Topzustand

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Begutachteten das fertiggestellte Bahnhofsgebäude: Rudi Zingler (EED), Bauamtsleiter Uwe Kläner, Architekt Wolfgang Behrends, Bürgermeister Ralf Spille, Harri Brendler (EED), Klimaschutzmanager Lars Gremlowski und der Vorsitzende der AG Brettorfer Vereine, Gerrit Meyer (v.l.).

Brettorf - Von Tanja Schneider. Sie hat sich etwas in die Länge gezogen: die energetische Sanierung des Brettorfer Bahnhofsgebäudes. Nun, nach rund zehn Monaten Bauzeit, ist sie abgeschlossen. „Wir haben es endlich geschafft, und ich denke, dass wir ein gelungenes Ergebnis haben“, sagte Bürgermeister Ralf Spille während eines Ortstermins. Nicht nur aus energetischer Sicht, sondern auch optisch sei das ortsbildprägende Gebäude nun in einem guten Zustand.

Die Sanierung hat sich die Gemeinde einiges kosten lassen. Sie vergab Aufträge in Höhe von gut 143000 Euro. Allein die Rohbauarbeiten schlugen mit etwa 63000 Euro zu Buche. Architekt Wolfgang Behrends erinnerte daran, dass der Arbeitskreis „Energieeffizientes Dötlingen“ (EED) mehrere Varianten – vor allem auch in Bezug auf die Dämmung – überprüft hatte. „Letztendlich entschied er sich für die teuerste“, berichtete er. Dieser Empfehlung war schließlich auch der Rat gefolgt. Auf ein Wärmeverbundsystem wurde wegen der zu hohen Beschädigungsgefahr verzichtet. Stattdessen haben die Handwerker Mineralfaserplatten in den Wänden verbaut, die laut Behrends zuvor null gedämmt waren.

Um das 1904 errichtete Gebäude auch optisch wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, orientierte sich der Arbeitskreis an einem Plan der Reichsbahndirektion aus dem Jahr 1929. Übernommen wurden der rund ein Meter hohe gemauerte Sockel sowie verklinkerte Zierelemente um die Fenster. Letztere wurden zudem zum größten Teil ausgetauscht. An die Heizungsanlage musste die Gemeinde nicht. Sie war bereits 2005 erneuert worden.

Fiel das Gebäude in den vergangenen Jahren vor allem durch seine rosa Farbe auf, ist es nun in dezentem Creme gestrichen. Das schwarze Dach ist roten Ziegeln gewichen. Zudem wurde die dort bereits vorhandene Dämmung verstärkt.

Als äußerst angenehm bezeichnete Behrends die gute Kooperation mit den Flüchtlingen, die seit Januar 2014 im Bahnhofsgebäude wohnen. Für den Dötlinger Architekten schließt sich mit der jetzigen Sanierung ein Kreis. „Denn mein erster Auftrag für die Gemeinde war in den 1990er-Jahren der Umbau des Bahnhofsgebäudes zum Flüchtlingsheim“, erzählte er. Zehn Jahre lang, von 1993 bis 2003, wurde es als solches genutzt. Anschließend vermietete die Gemeinde die Räume an Firmen. 2013 stand das Gebäude, das früher als Wohnhaus diente, leer, ehe dann Asylbewerber einzogen.

Mit der jetzigen Sanierung erhofft sich die Gemeinde eine deutliche Senkung der Energiekosten. „Ich rechne mit rund 30 Prozent“, meinte Bauamtsleiter Uwe Kläner, der auch darauf verwies, dass die Außenanlage etwas hergerichtet wurde. „Wir möchten das nun schöne Gebäude nicht hinter einer hohen Bepflanzung verstecken.“

Lob gab es vom Vorsitzenden der AG Brettorfer Vereine, Gerrit Meyer, für den das gesamte Areal schon ein Anziehungspunkt im Dorf ist. „Wir hatten hier auch bereits Veranstaltungen, zum Beispiel zum 40-jährigen Bestehen der AG“, so Meyer. Um den Bereich weiter aufzuwerten, möchte die AG im Frühjahr die abgängige Ortstafel erneuern. „Schließlich legen hier viele Radfahrer eine Pause ein und studieren die Karte“, begründete er.

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