Coronakrise vermiest den Saisonstart / Rundgänge mit Maske haben wenig Flair

Ruhiges Frühjahr für Dötlinger Gästeführer

Die Coronakrise hat den Gästeführern ordentlich den Saisonstart verhagelt: Marianne Mennen (links) hat in diesem Frühjahr bislang keine Besucher durch das Dorf geführt. Archivfoto: ts

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Dötlingen ist ein Besuchermagnet. Kaum ist das Wetter passabel, tummeln sich Auswärtige im Ort, um Natur, Kultur und Sehenswürdigkeiten zu genießen. Etwa 1 200 von ihnen verbanden dies im vergangenen Jahr mit einer Gästeführung. Doch aufgrund der Corona-Pandemie liegt dieses Angebot derzeit auf Eis. „Auch, wenn wir jetzt unter gewissen Auflagen wieder Touren durchführen dürften“, informiert Marianne Mennen, die zusammen mit Ute Schwarting die Aktivitäten des Gästeführerteams im Bürger- und Heimatverein (BHV) koordiniert. Ende Juni wolle sich die Gruppe zusammensetzen und schauen, wie es weitergeht.

Für ihr Programm 2020 hatten sich die Fremdenführer wieder viel Neues ausgedacht. Rundgänge wie „Der alte Heerweg“ und „Spaziergang durch das alte und neue Dötlingen“ sollten das Angebot bereichern. Der Flyer war gerade fertiggestellt, die Saison konnte starten – da kam Corona und mit dem Virus die Kontaktbeschränkungen. „Wir mussten deshalb so einigen Gruppen, die teilweise auch weit im Voraus Führungen gebucht hatten, absagen“, berichtet Mennen. Böse sei ihr niemand gewesen. Stattdessen sei sie durchweg auf Verständnis gestoßen. Die Gesundheit gehe eben vor. „Viele Gruppen wollen ihre Rundgänge nun zu einem späteren Zeitpunkt nachholen“, erzählt die Dötlingerin.

Interessierten die Schönheiten des Ortes zu zeigen, fehle ihr schon sehr. „Ich würde gerne wieder loslegen. Wir haben ja auch tolle Themen im Angebot“, sagt sie. Doch unter den momentanen Voraussetzungen könne sie es sich nicht vorstellen. Denn neben dem vorgeschriebenen Abstand sei auch eine Maske Pflicht. „Und mit dieser anderthalb Stunden lang zu sprechen, kommt für mich nicht infrage“, meint Mennen. Zum einen, weil es natürlich anstrengend sei, über längere Zeit mit Mund-Nasen-Schutz zu reden. Zum anderen, weil das Erlebnis „Gästeführung“ ihrer Meinung nach dann leide. „Die Teilnehmer möchten schöne ein bis zwei Stunden erleben und unterhalten werden“, begründet sie. Das funktioniere mit Maske kaum. Das sieht auch Dette Zingler so, die regelmäßig als schrullige Elise Plietsch durchs Dorf führt und dabei viel mit Gestik sowie Mimik arbeitet. „Elise mit Maske würde einfach nicht gehen. Bei Elise muss man sehen, wie sie eine Schnute zieht“, sagt Zingler, die die Gästeführungen ebenfalls vermisst. „Eine so lange Pause hatte ich noch nie“, meint sie. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Denn laut Mennen ist die Nachfrage derzeit nicht vorhanden. Sie befürchtet: „Das wird ein ruhiges Jahr werden.“ Wie ruhig genau? Das hänge natürlich von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab und davon, wie das Gästeführerteam künftig mit den Corona-Regeln umgehen möchte. Details sollen am 30. Juni besprochen werden. „Vielleicht gibt es bis dahin auch schon wieder neue Erkenntnisse und Vorgaben“, sagt Mennen. Zu klären sei zudem noch das Thema Gartenkultour. Der erste Aktionstag im Mai musste ausfallen, ob die Veranstaltung am 28. Juni über die Bühne geht, sei noch offen – ebenso die Frage, ob die Gästeführer dann wie gewohnt mit einem Info-Stand dabei sind. „An diesem Abstand zu halten, könnte schwierig werden“, meint Mennen.

Sicher ist sich die Dötlingerin hingegen schon, was die für 2020 entwickelten Ideen angeht. „Die nehmen wir einfach mit ins nächste Jahr“, sagt sie. Dazu gehört unter anderem ihr neuer „Spaziergang durch das alte und neue Dötlingen“, bei dem Interessierte nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch weniger bekannte Ecken wie den Badbergsweg kennenlernen können. Einen Spaziergang auf dem Huntepadd gespickt mit Geschichten und Anekdoten wollte Ingrid Kuhlmann als neues Angebot beisteuern, während Ralf Holtz eine Radtour auf dem alten Heerweg ausgearbeitet hat. „Und dann wollten wir noch eine Tour zum Hexenstein wieder aufleben lassen“, verrät Mennen. Aber aufgeschoben, sei ja nicht aufgehoben.

Weitere Infos

zum Gästeführerteam und den Ansprechpartnern gibt es auf der Homepage der Gemeinde unter www.doetlingen.de.

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